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Madagaskar überrascht täglich neu

Chamäleon vor der Küste Afrikas

MADAGASCAR

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  • Antananarivo - Auf Madagaskar ranken sich die Geheimnisse um Baobabs und Affenbrotbäume, um Makis und Chamäleons. Die Insel vor der Südostküste Afrikas, auf der der Pfeffer wächst, ist auch selbst wie eines dieser Tiere, die ständig ihre Farbe wechseln können: Mit jeder gefahrenen Meile offenbart sich eine neue Welt.

    Hier ticken die Uhren anders, und es gibt weder Last-Minute-Tourismus noch Hektik. Dafür protzt die viertgrößte Insel der Erde mit 5000 mitunter recht unkomfortablen Kilometern Küstenlinie. An der breitesten Stelle misst Madagaskar 580 Kilometer, von Norden nach Süden sind es 1580 - das Land, so zeigt sich rasch, ist viel zu groß für eine einzige Reise.

    Schon die Ankunft in der Hauptstadt Antananarivo - kurz "Tana" - erstaunt viele Touristen: Die Stadt mit dem Blick auf den von Jacarandabäumen gesäumten See Lac Anosy wirkt gar nicht afrikanisch. Nur der Markt im Stadtteil Analakely ist Afrika pur. Seit 1925 bieten Bauern aus der Umgebung hier ihre Waren an. Heute stapeln sich an jedem Freitag unter schmutzigweißen Sonnenschirmen neben frischem Obst und Gemüse, Heilkräutern und Gewürzen auch Sandalen aus alten Autoreifen und natürlich jede Menge Kunsthandwerk.

    Plötzlich rückt ein anderer Erdteil in greifbare Nähe

    Wer sich in "Tana" die steilen Steintreppen bis in die Oberstadt hinaufschleppt und den Ausblick genießt, entdeckt nicht nur die Seen des Imerina-Landes. Vielmehr rückt plötzlich ein anderer Erdteil in greifbare Nähe: Nur 400 Kilometer vom afrikanischen Festland entfernt dominieren die Reisfelder, die der durch Erosionen zerklüfteten Hochebene mehr als nur einen Hauch von Asien verleihen. Auf den bewässerten Feldern kämpfen sich die Bauern Meter um Meter durch den tiefen Boden. Und entlang der Nationalstraße 7, der meistbefahrenen Straße Madagaskars, erstrecken sich die Reisfelder bis zum Horizont.

    Wer sich abseits der Pisten verirrt, hat verloren

    Autos gibt es nur wenige. Allerdings fährt auf der Strecke von "Tana" nach Antsirabe und Fianarantsoa mehrmals in der Woche eine Eisenbahn. Sie schlängelt sich am Fluss Onive entlang - vorbei an den den schroffen Abhängen des Tsifajavona im Westen und den Reisfeldern im Osten. Einen Fahrplan gibt es nicht: "Mura, mura" - langsam, langsam - ist das Motto der Madagassen. Purer Leichtsinn ist es dagegen, sich mit einem Leihwagen selbst auf den Weg zu machen. Wer sich abseits der Pisten verirrt, hat verloren: Unbefestigte Straßen ohne Beschilderung, dafür aber mit umso mehr Schlaglöchern und Schlamm können jenseits der Zivilisation auch bei Autos mit Allradantrieb zu einer echten Gefahr werden.

    Der Weg nach Süden wird in der ehemaligen französischen Kolonie eingerahmt von Teeplantagen, Reis-, Maniok- und Maisfeldern. Vorbei geht es am Thermalkurort Antsirabe, in dem unter einer dicken Schicht Staub noch etwas der Glanz der Kolonialzeit aufblitzt. Geprägt wird das Stadtbild von vielen Rikschas, die hier "Pousse-Pousse" heißen.

    Es wird richtig tropisch - und tierisch

    Und dann verwandelt sich Madagaskar erneut: Es wird richtig tropisch - und tierisch: Ranomafana ist einer von fünf Nationalparks, die ebenso wie die vielen staatlichen und privaten Reservate bemüht sind, die Flora und Fauna Madagaskars zu erhalten. Seit Jahren werden die Regenwälder kleiner, die Trockenwälder versteppen, die Steppen verwandeln sich langsam, aber sicher in Wüsten. Madagaskar brennt: Trotz Verbots werden Steppen abgefackelt und der Wald gerodet.

    Informationen:

    Madagaskar hat kein Fremdenverkehrsamt in Deutschland. Mehrere Reiseveranstalter haben die Insel im Programm: Ein Spezialveranstalter mit individuellen Touren ist AKL Travel, Clemensstraße 12, 80803 München (Tel.: 089/34 01 96 15, Internet: http://www.akl-travel.de). Angebote gibt es auch bei Karawane Reisen, Schorndorfer Straße 149, 71638 Ludwigsburg (Tel.: 07141/28 48 22, Internet: http://www.karawane.de), GeBeCo, Holzkoppelweg 19, 24118 Kiel (Tel.: 0431/544 60) und Madagaskar Travel, Ringstraße 21, 86438 Kissing (Tel.: 08233/753 41, http://www.madagaskar-travel.de).

    In Ranomafana aber ist es gelungen, Naturschutz, eine nachhaltige Bewirtschaftung und eine sanfte touristische Erschließung unter einen Hut zu bringen. Unter anderem gibt es eine große Vielfalt an Lemuren. Sehenswert ist auch der Isalo-Naturschutzpark: Das Gebirge beherbergt auf 800 Quadratkilometern ausgewaschene Sandsteinlandschaften und eine tropische Feuchtvegetation mit vielen Lemuren und Papageien.

    Zur märchenhaften Kulisse des Andringitra-Massivs

    Die Nationalstraße 7 führt auch zur märchenhaften Kulisse des Andringitra-Massivs und den Savannen des Horombe-Plateaus. Das Andringitra-Narurreservat mit dem 2658 Meter hohen Pic Boby wird geschützt wie kein anderes Gebiet auf Madagaskar - es ist ein noch fast unerforschtes Biotop. Anders das Plateau: Kein Baum versperrt hier die Sicht - und auch kein noch so winziger Strauch. Nur einige Viehzüchter mit knochigen Zebus durchbrechen die Einsamkeit.

    Durch und durch trocken ist auch die Provinz Tulear. Dennoch ist sie alles andere als öde: Viele hölzerne Skulpturen mit einer besonderen religiösen Bedeutung ragen hier in den Himmel. An den Gräben der Ahnen ist Respekt gefragt, Fotografieren ist nur mit einigem Abstand erlaubt.

    hier gibt es nur noch Sand, Sonne und Meer

    Nur über eine Sandpiste ist schließlich Ifathy ganz im Süden der Insel zu erreichen. In Ifathy wächst auch kein Pfeffer mehr - hier gibt es nur noch Sand, Sonne und Meer. Und wer hier angelangt ist, wünscht sich nur noch eines: dass die Zeit endgültig stehen bleibt.

    Heike van Braak, gms/Fotos: "Karawane Reisen/gms"

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