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Geschichte der Seefahrt erleben in Mystic Harbor

Im Mini-U-Boot dorthin, wo keine Sonne mehr scheint

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Mystic Harbor

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Mystic Harbor - Die Drei- und Viermaster, die im 19. Jahrhundert die Reichtümer der Weltmeere nach Mystic Harbor im US-Bundesstaat Connecticut brachten, gehören längst der Vergangenheit an. Statt Walfangschiffen tummeln sich heute Segler und Motoryachten im Hafen an der Long-Island-Bucht.

Die Geschichte der Seefahrt lebt aber in mehreren Museen in dem Ort nordöstlich von New York fort, der von der Ostküstenmetropole aus mit dem Auto in zweieinhalb Stunden zu erreichen ist. Das Mystic Aquarium etwa zeigt außer Fischen, Belugawalen, Seelöwen und Pinguinen jetzt auch Funde des US-amerikanischen Tiefseeforschers und "Titanic"-Wrack-Entdeckers Robert Ballard. Der Unterwasserarchäologe hat schon in so manchem gesunkenen Schiff nach Schätzen gesucht.

Funde im Schwarzen Meer wahrscheinlich gut erhalten

Die Amphoren, die Ballard bei Expeditionen im Mittelmeer in einem um 800 vor Christus versunkenen Phönizierschiff fand, hofft er bald durch ältere Funde aus dem Schwarzen Meer zu ergänzen: "Die Tiefe des Schwarzen Meers enthält keinen Sauerstoff", so der Forscher - Schädlinge wie Holzwürmer haben im Holz versunkener Schiffe deshalb keine Chance. Die Funde dürften deshalb bestens erhalten sein.

Besucher können im Mini-U-Boot mitforschen

Interaktive Exponate und Simulationen erlauben Besuchern, an den Forschungsaktivitäten teilzunehmen. Sie tauchen im Mini-U-Boot in Tiefen, wo kein Sonnenlicht mehr hinkommt. Sie beobachten, wie Roboter bei der Bergung von Funden eingesetzt werden oder verfolgen im Kontrollraum, dem Nervenzentrum jeder Unterwasserexpedition, auf zahlreichen Monitoren die Arbeit bemannter und unbemannter U-Boote.

Letztes großes Schiff wurde für einen Film gebaut

Dreimaster, Briggs und Fischkutter dümpeln dagegen im Hafen des Mystic Seaport Museums. Laut Projektkoordinatorin Sarah Fisher reicht der Schiffsbau in Mystic bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Vor zwei Jahren lief der letzte große Cargo Clipper von der Reede, die "Amistad", die von der Museumswerft für den gleichnamigen Film gebaut wurde.

Luxus für den Captain, Enge für die Crew

Die Werft war 1969 zur Restaurierung des 1841 erbauten Walfängers "Charles W. Morgan" eingerichtet worden. Das 38 Meter lange Schiff ist ein typisches Walfangschiff, erklärt Carl Steinmeyer, bevor er die Takelage hochklettert und die Besucher animiert, es ihm gleich zu tun und sich an Bord umzusehen: Im Gegensatz zum rotplüschigen "Captains Salon" sind die Crew-Quartiere eng und spartanisch und befinden sich in der Nähe des "blubber room". In diesem Raum wurde das Walfett zu Tran zerkocht, nachdem die erlegten Tiere an Deck zerteilt waren. Ein Wal ergab meist 23 bis 26 Fässer Tran.

Alte Schmuckstücke im Museumshafen

INFO-KASTEN: Mystic Harbor

Connecticut Office of Travel & Tourism, c/o Buss Consulting, Roonstraße 21, 90429 Nürnberg
Tel: 0911/926 91 13
Fax: 0911/926 93 01
Internet: discovernewengland.org
Mystic Seaport Museum
Mystic Aquarium
Mashantucket Museum

Im Museumshafen ankert noch die "L.A. Dunton" aus dem Jahr 1921, einer der letzten Fischkutter ohne Motor. Hinzu kommen mit der "Joseph Conrad" von 1882 ein Dreimaster, der von Multimillionär Huntington Hartford als Privatyacht eingerichtet wurde und heute als Trainingschiff dient, sowie der Kutter "Gerda III", der 1943 rund 300 Juden von Dänemark in die Freiheit nach Schweden brachte.

Geschichte von Indianerstämmen auf dem Touch-Screen-Computer

In einer äußerst realistischen Darstellung paddeln im Mashantucket Pequot Museum - einem weiteren Museum in der Region - Indianerfiguren in Kriegsbemalung im Kanu durch die Eingangshalle. Dieses Museum, das durch die Millioneneinnahmen des stammeseigenen "Foxwoods Kasinos" finanziert wurde, dokumentiert die Geschichte der Pequots und anderer Stämme aus der Sicht der Indianer. Lebensgroße Dioramen, Filme und "Touch-Screen"-Computer zeigen das Leben der Indianer vor 500 Jahren und heute. In Videos berichten die Alten des Stammes in ihrer eigenen Sprache über ihre Schöpfungsmythen. Ein lebensgroßes Diorama zeigt in Felle gekleidete Indianer auf der Karibujagd, die die Tiere geschickt ins Moor treiben, um sie zu töten.

Ein Indianer-Dorf aus dem 16. Jahrhundert in Lebensgröße

Das Paradestück des Museums ist jedoch das Pequot-Dorf aus dem 16. Jahrhundert mit 51 lebensgroßen Figuren, 12 Wigwams, Birkenkanus und vielen Tieren. Beim Durchwandern begegnet der Besucher Indianern, die Mais ernten, Fladenbrot backen, über offenen Feuerstellen kochen und sich zu geheimen Ritualen im "Big House" treffen, während die Kinder spielen, Fische fangen und mit Pfeil und Bogen schießen lernen.

Frauke de Looper, dpa

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