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Neuseeland per Zug

Im "TranzAlpine" über den Arthur's Pass

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Von Greymouth bis nach Christchurch und zurück - der «TranzAlpine» fährt 233 Kilometer durch abwechslungsreiche Landschaften.

Vor den Panorama-Fenstern zieht die sanft hügelige Landschaft mit saftigen Weiden der Canterbury-Ebene vorbei. Die Reisenden schlürfen ihren Morgentee, und nach ersten Erläuterungen des Zugbegleiters bahnen sich die Gespräche zwischen den Fremden an.

Pünktlich um neun Uhr hat der "TranzAlpine" die Station von Christchurch verlassen, der größten Stadt der Südinsel Neuseelands. Koffer und größere Taschen mussten die Fahrgäste im Gepäckwagen abgeben - eine Anordnung der Bahngesellschaft, die für komfortable Bewegungsfreiheit im voll besetzten Zug sorgt.

"Bei Touristen, auch sehr vielen Neuseeländern, ist die Fahrt mit diesem Express ans andere Ufer der Insel sehr beliebt", sagt Zugbetreuer Tim Snider. Die 233 Kilometer entfernte Stadt Greymouth an der Tasman-See erreicht der Zug nach etwa viereinhalb Stunden und fährt dann wieder nach Christchurch an der Pazifikküste zurück. "Über die gut ausgebaute Straße ist man wesentlich schneller am Ziel, aber die Leute hier an Bord wollen die herrlichen Aussichten genießen."

Das höchste Viadukt führt in 72 Metern Höhe über den Fluss

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Pause am Arthur´s Pass - nach dem Bergübergang in 737 Meter Höhe beginnt ein steiler Aufstieg zur Station Otira.

Nach einer Stunde haben die zwei schweren Diesellokomotiven die fünf Waggons 44 Kilometer bis zur Ortschaft Springfield auf eine Höhe vom 383 Metern über Meeresniveau gezogen. Nun steht der Aufstieg zum 737 Meter hohen Arthur's Pass bevor, dem höchsten Übergang der hier bis zu 2400 Meter hohen neuseeländischen Alpen. "Der Pass trägt seinen Namen nach dem Landvermesser und Forscher Arthur Sobson", weiß Richard, ein neuseeländischer Mitreisender. Den Nachnamen nannte er beim Vorstellen nicht - so wie alle anderen es ebenfalls nur beim Vornamen belassen. Das ist landesüblich für einen Small talk.

Von Springfield führt die Strecke zum Pass hinauf entlang der malerisch-wilden Waimakariri-Schlucht durch 16 Tunnels und über Viadukte. Von dem höchsten blickt man 72 Meter in die Tiefe auf den Fluss. Auf der Passhöhe bleiben schließlich ein paar Minuten zum Vertreten der Beine. Einige Touristen steigen aus, wollen im Nationalpark wandern und in ein paar Stunden oder sogar Tagen wieder nach Christchurch zurück fahren. Für die anderen schließt sich eine abenteuerliche Strecke an. "Auf der 13 Kilometer langen Fahrt zur Station Otira muss der Zug einen Höhenunterschied von 359 Metern überwinden, das entspricht einer Steigung von 30 Promille", so Zugebetreuer Snider. "8,5 Kilometer führen durch einen Tunnel."

Es begann mit Goldfunden

INFO-KASTEN: Neuseeland

Fremdenverkehrsamt von Neuseeland, Rossmarkt 11, 60311 Frankfurt/Main Tel.: 069/971 21 10, Fax: 069/97 12 11 13
Internet: www.purenz.com

Zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts machten Goldfunde an der Westküste bei Greymouth eine Verbindung zur Ostküste notwendig, wissen die Mitreisenden. Es wurden Straßen gebaut. Doch man wollte Hölzer und Kohle in größeren Mengen zum Hafen Lyttleton bei Christchurch transportieren, und so begann in den achtziger Jahren der Eisenbahnbau. Die durchgehende Strecke mit der Spurweite von 1067 Millimetern wurde aber erst 1923 nach Fertigstellung des Otira-Tunnels eröffnet.

Auffallend ist von Otira an die völlig andere Landschaft des so genannten Westlands. Hier erstrecken sich ausgedehnte Regenwälder und Buschland. Knapp zwei Stunden ist der Zug noch bis zu seinem Zielbahnhof unterwegs, den letzten Teil entlang des Grey Rivers. Man genießt den Ausblick aus den bequemen, mit Schaffell überzogenen Sitzen an kleinen Tischen und lässt sich das Angebot des Büfetts schmecken: Beispielsweise einen "Lamburger" oder einen "Goldminer's Lunch", Hühnchen mit Salat und Ei. Dazu gibt es außer Tee und Kaffee auch Bier und Wein für eine fröhliche Reise.

Fast ein Opfer des Bahnsterbens

Der "TranzAlpine" ist heute der einzige Personenzug, der auf der für den Gütertransport nach wie vor wichtigen Strecke verkehrt. Fast wäre auch er in den achtziger Jahren ein Opfer des Bahnsterbens in Neuseeland geworden. John Bennett, ein ehemaliger Betriebsleiter der Bahn aber hatte sich mit der Idee durchsetzen können, die Strecke über den Arthur's Pass dem Tourismus zu öffnen. Im November 1987, rechtzeitig zur Sommersaison auf der südlichen Halbkugel, verkehrte der erste dieser Aussichtszüge.

Für viele Reisende ist Greymouth nur die vorläufige Endstation. Denn die ehemalige Goldgräberstadt, an deren Vergangenheit ein nahes Museumsdorf namens Shantytown erinnert, gilt längst als Drehscheibe für die Weiterfahrt entlang der Küste in den Süden - vorbei an den bis fast ans Meer reichenden Gletschern "Franz Josef" und "Fox" und weiter ins malerisch-bizarre Fjordland.

Horst Heinz Grimm, gms - Fotos: gmds

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