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Die dunkle Seite von New Orleans:

Friedhofskult und Voodoo

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Typisch New Orleans - in der Südstaatenmetropole wird fast immer irgendwo am Bass gezupft und Klarinette gespielt.

New Orleans - New Orleans flirtet mit der Vergänglichkeit: Hier werden an Allerheiligen mehr Blumen verkauft als zum Muttertag. Jazz-Kapellen marschieren bei Beerdigungen auf. Hochzeiten finden zwischen Gräbern statt. Und bei Ehescheidungen ist ein wichtiger Streitpunkt, wer die Familiengruft behält.

Die temperamentvolle Karnevalshauptstadt der USA, in der seit 1839 am Dienstag vor Aschermittwoch frivole Mardi Gras-Paraden durchs historische French Quarter tollen, lässt sich ihre unbändige Lebenslust nicht verderben und feiert sogar den Tod als Fest.

Wer die größte Stadt im Bundesstaat Louisiana bereist, sollte nicht nur durch die berühmte Bourbon Street schlendern, den pikanten kreolischen Gumbo-Eintopf probieren und auf der "Natchez", einem der letzten Schaufelraddampfer, über den mächtigen Mississippi schippern. Ein Spaziergang über die "Cities of the Dead" genannten Begräbnisplätze gehört dazu, um das besondere Lebensgefühl zu verstehen. Das findet jedenfalls Stadtführerin Melissa Lemoing und berichtet erstaunten Besuchern von langen Verkehrsstaus in Richtung Friedhof und von Sonntags-Picknick neben Krypten mit Grabmal-Wettklettern für Kinder.

Wer hat den schöneren Grabstein?

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Die Stadt der Engel - auch die Friedhöfe in New Orleans sind für Besuche eine lohnenswerte Adresse.

Insgesamt 42 Friedhöfe gibt es heute noch in New Orleans. Der 1789 angelegte "St. Louis Cemetary No. 1" ist der älteste, ein verwunschenes Labyrinth aus verfallenen Kapellen, moosbedeckten Mausoleen und weiß getünchten Gemeinschafts-Gruften mit mehreren Etagen, auf denen melancholische Engelsfiguren neben betrübten Marmor-Lämmern sitzen. Die Bürger von New Orleans wetteiferten darin, die letzte Ruhestätte der Verstorbenen individuell auszuschmücken. Exzentrische Gedenksteine balancieren auf römischen Säulen. Griechische Obelisken streben himmelwärts. Grimmige Sphinxe wachen vor pseudo-ägyptischen Pyramiden: die Architektur der Welt im Miniaturformat. Besonders kurios: Sämtliche Gräber sind überirdisch.

New Orleans wurde 1718 als französischer Kolonialposten im sumpfigen Mississippi-Delta gegründet. Europäische Beerdigungsmethoden funktionierten hier nicht. Schaufelte man ein Loch, stieß man sofort auf Grundwasser. Die Südstaaten-Metropole liegt durchschnittlich 2,4 Meter unter dem Meeresspiegel. Heute säumen kilometerlange Deiche mit dicken Rolltoren das Flussufer und schützen vor Hochwasser und Hurrikan-Sturmfluten.

New Orleans ist ein sinnlicher Ort weiterblättern
 

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