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Vom Central Park bis zum Ground Zero:

Impressionen aus New York

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New York

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  • New York - Auf der Queensboro Bridge geht fast nichts mehr: Stoßstange an Stoßstange schleichen die Autos in Richtung Manhattan. Vier Schwarze in einem Lincoln rappen vor sich hin, in dem Chrysler auf der rechten Spur drückt ein Jude mit Kippa auf dem Kopf entnervt auf die Hupe.

    "Von der Queensboro Bridge aus gesehen ist diese Stadt immer wie am ersten Tag und nimmt sich aus wie eine abenteuerliche Verheißung aller Schönheiten und Wunder dieser Welt", hat einst Scott Fitzgerald geschwärmt - aber der Schriftsteller hatte keine Ahnung von dem Verkehrschaos in New York rund 75 Jahre später.

    "I love New York"

    Heute kommen auf der Brücke selbst die "Yellow Cab" genannten Taxis nur langsam voran. So langsam, dass es nicht schwierig ist, die Aufkleber an den Heckscheiben zu lesen: "Proud to be an American" steht da zum Beispiel. Solche Bekundungen patriotischer Gefühle gibt es in New York jetzt oft zu sehen. Auch Jogger im Central Park verkünden in Brusthöhe auf ihrem T-Shirt: "I love New York". Davon abgesehen, ist in der Grünanlage im Jahr nach den Anschlägen vom 11. September 2001 aber alles wie zuvor: Nur wenige hundert Meter hinter der Queensboro Bridge ist der Central Park mit seinen mehr als 25 000 Bäumen eine grüne Insel im Häusermeer der Acht-Millionen-Stadt.

    "Sheep Meadow" - New Yorks Liegewiese schlechthin

    Vor allem am Wochenende sitzen die New Yorker hier auf Parkbänken, drehen Runden mit dem Mountainbike, spielen Volleyball oder gehen Rudern. Auf der "Sheep Meadow" - New Yorks Liegewiese schlechthin - picknicken Familien neben Scharen von Sonnenanbetern. Wer nach New York kommt und das Gefühl hat, der Stadt mit ihren Hochhausschluchten nicht gewachsen zu sein, fühlt sich im Central Park gleich besser. Und hier in der Gegend nördlich der 59. Straße finden sich auch mehrere der interessantesten Museen der Stadt: Das American Museum of Natural History etwa mit seiner Sammlung von Saurierskeletten liegt westlich des Parks. Das Guggenheim Museum mit Kunst von Picasso bis Chagall sowie das Metropolitan Museum of Art befinden sich im Osten.

    Der Times Square ist eine große Leinwand mit Werbung

    Von der Südseite des Parks aus ist es nicht weit zum Times Square, wo Broadway, Seventh Avenue und 42. Straße aufeinander treffen. In den zwanziger Jahren war hier das Zentrum der Theaterwelt Amerikas. Heute strömen jeden Abend Tausende von Musicalfans dorthin. Wenn der Vorhang gefallen ist und die Zuschauer nach draußen kommen, leuchtet ihnen New York entgegen: Der Times Square ist wie eine große Leinwand mit Werbung, die abends illuminiert wird. Dazwischen findet sich seit kurzem aber auch eine Botschaft anderer Art: Das Zitat von John Lennon "Imagine all the people living life in peace - Stell dir vor, alle Menschen leben in Frieden zusammen" prangt über der Reklame.

    Gleich gegenüber findet sich einer der vielen Straßenhändler, die auf kleinen Tischen Stadtansichten verkaufen, mal elegante Schwarzweiß-Fotos, mal eher kitschige Gemälde in Öl. Die Brooklyn Bridge ist ein beliebtes Motiv, und immer dabei sind auch die Twin Towers, die am 11. September 2001 das Ziel der Terroristen waren und nach dem Einschlag der beiden Verkehrsflugzeuge komplett einstürzten.

    Empire State Building ist jetzt das größte Gebäude der Stadt

    Noch ein Stück weiter Richtung Süden auf Höhe der 34. Straße ragt das jetzt größte Gebäude der Stadt in den Himmel: das Empire State Building. Es war mit 381 Metern lange Zeit der höchste Wolkenkratzer der Welt, nachdem es 1931 eröffnet wurde. New-York-Besucher brauchen von hier aus nur der Fith Avenue zu folgen, um zum Washington Square mitten im Village zu gelangen, dem früheren Szeneviertel Manhattans. Gaukler und Artisten sind hier so gut wie zu Hause, Schach-Cracks fordern Passanten zu einer Partie auf, Mütter und Väter schieben versonnen Kinderwagen vor sich her. Vom Spielplatz nebenan ist lautes Lachen zu hören - so ist fast überall der Alltag in New York.

    Besuch am Ground Zero

    INFO-KASTEN: New York

    Fremdenverkehrsamt New York, c/o The Mangum Group, Herzogspitalstraße 5, 80331 München, Tel.: 089/23 66 21 34, Fax: 089/260 40 09,
    Internet: http://www.nyc.visit.com
    Die "Viewing Platform" am Ground Zero ist täglich von 9.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die kostenlosen Tickets sind erhältlich beim South Seaport Museum in unmittelbarer Nähe des Pier 16. Anfragen zur Ticketvergabe können auch per E-Mail gestellt werden an: WTCplatform@nycvisit.com

    Ganz anders ist die Atmosphäre im Süden Manhattans am Ground Zero, wo bis zum 11. September die Türme des World Trade Centers in den Himmel ragten. Zu sehen gibt es dort inzwischen nur noch wenig: keine Stahlträger, keine Trümmer, nur ein Loch. Und doch wollen jeden Tag Tausende dorthin - Amerikaner, aber auch die Besucher aus aller Welt.

    "God loves New York"

    Auf der Rampe, die zur offiziellen "Viewing Platform" mit einem Blick auf Ground Zero führt, geht es langsam vorwärts. Die Menschen ziehen vorbei an einer Holzwand, die übersät ist mit Inschriften. Bibelzitate finden sich neben patriotischen Beschwörungsformeln, das "Peace-Zeichen" neben Sätzen in hebräischen oder chinesischen Schriftzeichen. Für den Blick auf den Ort des Anschlags bleibt nicht viel Zeit, dann geht es auf der anderen Seite zurück.

    Die Trauer und Hilflosigkeit vieler Besucher haben an dem Zaun vor der Kirche neben der Plattform ein Ventil gefunden: Von oben bis unten ist er übersät mit Transparenten und Tüchern, Zetteln, Plüschtieren, US-Flaggen und den Fahnen anderer Länder. "Für alle Opfer des 11. September", hat jemand auf ein Pappschild geschrieben. Und gleich daneben prangt auf einem T-Shirt: "God loves New York".

    Andreas Heimann, dpa

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