[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Das "donnernde Wasser" Niagarafälle:

Nasse Haare auf dem Rummelplatz

Anklicken zum Vergrößern

Niagarafälle

Foto-Show Infos/Tipps

Niagara Falls - Weg mit der Kapuze, der Wind weht sie ja doch immer wieder davon. Es dauert keine fünf Sekunden, bis die Haare klatschnass sind - von drei Seiten stürmt die Gischt auf die "Maid of the Mist VI" zu.

Gerade einmal 70 Meter ist das Boot noch von der weißen Wasserwand entfernt, die hufeisenförmig 52 Meter in die Höhe reicht. Nur ab und zu wird das Dröhnen der Fluten durch das Kreischen einer Gruppe von US-Pfadfinderinnen übertönt, wenn wieder eine große Gischtwelle über die Reling klatscht. Auch der Bordlautsprecher setzt sich nur mühsam durch: "Ladies and Gentlemen, this is Niagara Falls".

Eine Fahrt mit der "Maid of the Mist"-Flotte ist wohl der beste Weg, sich einen unmittelbaren Eindruck von den Niagarafällen zu verschaffen. In gemächlichem Tempo geht es mit einigem Abstand zunächst an den rund 300 Meter breiten "American Falls" vorbei. Von Backbord her weht es feucht herüber, ein erster Vorgeschmack auf das Kommende. Dann wird die Ziegeninsel passiert, die Grenze zwischen den USA und Kanada. Schließlich sind die kanadischen "Horseshoe Falls" erreicht. Dort wird die "Maid of the Mist" ein paar Minuten von den Wellen hin- und hergeworfen - bis die Passagiere nur noch dort trocken sind, wo sie ihr blauer Plastiküberwurf geschützt hat.

Rund 12 Millionen Besucher werden pro Jahr gezählt

Das Wort "Niagara" bedeutet in der Sprache der indianischen Ureinwohner "donnerndes Wasser". Ein zutreffender Name, obwohl die Wassermenge, die über die Abbruchkante rauscht, schon seit langem gedrosselt ist. 154 Millionen Liter pro Minute fließen im Sommer die "Horseshoe Falls" hinunter. Ohne menschliche Eingriffe wäre die Menge doppelt so groß, doch zur Elektrizitätsgewinnung in Wasserkraftwerken wird dem Niagara-Fluss auf seinem Weg vom Erie- zum Ontariosee vor den Fällen einiges abgezweigt. Das hat auch die Erosion verlangsamt, die den Fällen im Laufe der Jahrtausende ihre Form gegeben hat: Wanderte der Hufeisenfall noch in den fünfziger Jahren gut einen Meter pro Jahr gen Süden, so sind es heute noch 3,6 Zentimeter.

Die Touristen stört die künstliche Drosselung des Naturschauspiels wenig: Rund 12 Millionen Besucher werden pro Jahr gezählt. Und das Angebot für sie erschöpft sich schon lange nicht mehr in den Fahrten mit der "Maid of the Mist". Die Fälle können aus fast jedem Winkel begutachtet werden: zu Wasser, zu Lande und mit dem Helikopter aus der Luft. Auch Aussichtstürme, allen voran der 236 Meter hohe Skylon Tower auf kanadischer Seite, bieten einen guten Blick über das Areal.

Am Wasser gebaut: "Dracula-Schloss" und "Frankenstein-Haus"

INFO-KASTEN: Niagara-Wasserfälle

Ontario Tourism, c/o Mangum Management GmbH, Herzogspitalstraße 5, 80331 München (Tel.: 089/23 66 21 38, Fax: 089/260 40 09) sowie im Internet unter
http://www.ontariotravel.net
http://www.niagaraparks.com
http://www.discoverniagara.com.

Für manche Besucher geraten die nimmermüden Wasserfälle allerdings zum schmückenden Beiwerk. Unweit der Brücke über den Niagara-Fluss gibt es unter anderem ein "Dracula-Schloss", ein "Frankenstein-Haus" sowie Wachsfiguren-, Rockstar- und viele andere Museen, die nichts mit den Fällen zu tun haben. Aus den Lautsprechern davor hallen angstvolle Schreie und die beschwörenden Stimmen der Ticketverkäufer.

Nasse Haare gibt es auch hier gratis

Die meisten Attraktionen direkt an den Fällen werden von der Niagara Parks Commission verwaltet. Zu ihnen zählt die "Reise hinter die Fälle" ("Journey behind the Falls"): Per Fahrstuhl geht es in die Tiefe und dann durch zwei Tunnel zu Stellen hinter den Hufeisenfällen - mehr als eine weiße Wasserwand gibt es jedoch nicht zu sehen. Lohnenswerter dort unten ist der Weg zu einer Plattform am Fuß der Fälle: Die mit gelben Regenumhängen geschützten Besucher können auch gut das Schaukeln der "Maid of the Mist"-Boote wenig entfernt beobachten - nasse Haare gibt es auch hier gratis.

Die Tourismusindustrie investiert kräftig an den Fällen: Mitte der neunziger Jahre stand der "Minolta Tower", neben dem Skylon Tower der höchste Turm auf kanadischer Seite, noch völlig frei auf der Höhe der Hufeisenfälle. Inzwischen reiht er sich ein in eine Armada von ähnlich hohen Luxushotel-Neubauten. Weitere Bettenburgen mit Blick auf die Fälle sind im Bau - das Dröhnen des Wassers wird von den Betonfassaden wohl bald als Echo zurückgeworfen.

Christian Röwekamp, dpa - Fotos: gms

IVWPixel Zählpixel

Zuletzt geändert von tea