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Nordfriesland im Herbst

Unter weißen Wolken auf Noldes Spuren

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Nordfriesland im Herbst

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Wenn der Wind von Westen kräftig bläst, dann reisen die Ruhesuchenden nach Nordfriesland. Kenner schätzen Herbstwanderungen unter dem hohen Himmel zur Hamburger Hallig und schwärmen vom Besuch im Noldemuseum von Seebüll.

Weit im Norden werden die Landstraßen immer schmaler und holpriger. Rodenäs, Aventoft, Horsbüll und Klixbüll sind die Namen der kleinen Nester. Grasgrünes Land breitet sich aus zwischen einsamen Dörfern und reetgedeckten Bauernhäusern, die auf den Erdhügeln der Warften hinter knorrigen Bäumen hervorragen. Von Niebüll aus rattern die Züge über Klanxbüll zum Hindenburgdamm auf die Insel Sylt, und hinter den Deichen drehen sich hunderte schlanker Windkrafträder.

Noldemuseum lockt mit Sonder-Ausstellung

Hoch wölbt sich der Himmel, tiefblau mit riesenhaft aufgetürmten weißen Wolkengebirgen - gerade so, wie Emil Nolde das Firmament über Nordfriesland in seinen Gemälden festhielt. Um ein paar Tage abzuschalten, lohnt gerade im Herbst ein längeres Wochenende in der rauen Landschaft im äußersten Nordwesten von Schleswig-Holstein. Das Noldemuseum in Seebüll zeigt noch bis zum 30. November an die 50 Werke des bedeutenden expressionistischen Malers, vom frühen Selbstporträt bis zu Meeres-Motiven, die in Noldes Heimat an der Nordseeküste und auf Sylt entstanden.

Merkwürdig klingende Bezeichnungen

Wer abseits der schnurgeraden Grünen Küstenstraße, der Bundesstraße 5, unterwegs ist, entdeckt bei Bredstedt im Sönke-Nissen-Koog merkwürdig klingende Bezeichnungen wie Kalkfontein, Karasland, Lüderitzbucht und Kolmanskoppel, die ansonsten noch in Namibia auftauchen. Die fremdartigen Namen erinnern an Sönke Nissen, der 1870 im nordfriesischen Klockries geboren wurde, in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika beim Diamantenschürfen zu Reichtum kam und mit seinem Geld im Jahr 1918 die Eindeichung des nach ihm benannten Sönke-Nissen-Kooges ermöglichte.

INFO-KASTEN: Nordfriesland

Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Walkerdamm 17, 24103 Kiel (Tel.: 01805/60 06 04, Fax: 01805/60 06 44, jeweils für 12 Cent pro Minute)

  • Internet: www.sh-tourismus.de.

  • Vom Sönke-Nissen-Koog führt der vier Kilometer lange Weg durchs sattgrüne Deichvorland hinaus bis auf die Hamburger Hallig. Die stundenlange Wanderung in der weiten Natur der Salzwiesen lenkt ab von Hektik und Stress und ist ein ganz besonderes Erlebnis. Stille herrscht hier draußen, nur hin und wieder begleitet das Kreischen der Möwen die Wanderer. Am Horizont sind als schwarze Punkte die wenigen Häuser der beiden kleinen Halligen Gröde und Habel zu erkennen.

    Mit "toter Tante" aufwärmen

    Von Wind und Wetter kräftig durchgepustet, wärmen danach eine "Tote Tante" - Kakao mit Rum -, Teepunsch oder ein Pharisäer genannter Kaffee mit Rum unter einer Sahnehaube in einer der alten Dorfkneipen so richtig auf. Genau 100 Jahre besteht der traditionsreiche Gasthof "Dat swarte Peerd" (Das schwarze Pferd) in Ockholm-Bongsiel, der in der vierten Generation von den Thamsens geführt wird. Hier kehrten schon Künstler, Kanzler und Blaublütige ein. So sind im Gästebuch des ehemaligen Fährhauses am Hauke-Haien-Koog die Namen von Helmut Schmidt und Prinz Philip, dem Gemahl der englischen Königin, zu finden.

    Die Wände der rauchverhangenen Gaststube schmücken nicht nur kostbare Delfter Kacheln, sondern auch mehr als 150 Gemälde, Radierungen, Zeichnungen und Holzschnitte von Künstlern wie Alex Eckener, Leo Graf von Kalckreuth und Paul Julius Junghans. Und selbst drei Originale von Emil Nolde sind zu bestaunen. Der Überlieferung nach bezahlten die Künstler ihre Zeche in Naturalien - mit ihren Kunstwerken.

    Von Bernd F. Meier, dpa

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