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Die letzten Leuchttürme der Chesapeake Bay

Lichter der Vergangenheit

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Norfolk

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Norfolk/Annapolis - Von Indianern keine Spur. Geradeaus die weite, leere Bucht im grauen Dunst. An den Ufern links und rechts weiße Häuschen, Obstbäume, Yachten. Die englischen Kolonisten haben hier an der Ostküste ganze Arbeit geleistet.

Nur die geographischen Namen erinnern an die früheren Einwohner: Choptank, Patuxent, Potomac und Rappahannock heißen die Flüsse, die ihr Süßwasser in das riesige Becken ergießen. Und auch dessen Name ist indianischen Ursprungs: Chesapeake Bay - die große Bucht der Krebse.

Binnen weniger Jahrzehnte verwandelten die Übersiedler aus Europa im 17. Jahrhundert die 320 Kilometer lange Bucht, deren unteres Drittel zum heutigen Virgina und deren Rest zu Maryland gehört, in ein Klein-England. Was die weißen Siedler betörte, war die geschützte Lage des weit ins Landesinnere reichenden Gewässers. Und es lockte der natürliche Reichtum der Bucht: Mehr als 300 Arten Fisch sind noch heute in der Chesapeake Bay heimisch; dazu Muscheln, Austern und die lokale Delikatesse Blue Crabs, kuchentellergroße Krebse.

23 Leuchttürme sind noch in aktivem Betrieb

Amerikanern fällt zur Chesapeake Bay in der Regel Dreierlei ein: Segeln, Fischen - und Leuchttürme. In allerlei architektonischen Spielarten über die gesamte Bucht verstreut, haben die Navigationsmarken seit einigen Jahren große Beliebtheit gewonnen.

Am Ende des 19. Jahrhunderts versahen noch 75 Leuchttürme ihren Dienst in der Bucht, ein gutes Zehntel des damals USA-weiten Bestands. Weniger als die Hälfte davon ist übrig geblieben. Nur 23 sind noch in aktivem Betrieb.

Eingestürzt oder abgetrieben und versunken in den Fluten

Der Verkehr zwischen Norfolk im Süden und Baltimore im Norden hat allerdings nicht nachgelassen, im Gegenteil. Mehr als 10 000 Schiffe jährlich durchfahren die Bucht, die Segelboote der Freizeitsportler und Kutter der Fischer nicht mitgezählt. Aber die modernen Megafrachter benötigen keine irdischen Hilfslichter mehr. Sie richten sich ausschließlich nach dem Himmel und berechnen ihren Ort über Satellitensignale mit Hilfe des Global Positioning System (GPS).

Zu Beginn der Vereinigten Staaten waren Leuchttürme dagegen erste technische Wahl. Old Cape Henry, am 7. August 1789 genehmigt und zwei Jahre später einsatzbereit, kann noch heute bestiegen werden. Seine Lage auf einer Düne am Festland von Virginia bewahrte ihn vor dem Schicksal vieler "Kollegen", die näher am oder gar im Wasser gebaut worden waren. Fast zwei Dutzend Leuchttürme der Bucht sind über die Jahre als "vermisst" gemeldet worden - vermutlich eingestürzt oder abgetrieben und dann versunken in den Fluten.

Obwohl Old Cape Henry nur 30 Meter hoch ist, hat man von der Glaskuppel des Turms eine gute Sicht auf die beiden Hauptwasserstraßen der Bucht. Auch blickt man auf seinen schwarzweiß gestreiften jüngeren Bruder aus Stahl: New Cape Henry. Dieser wurde 1881 in Einzelteilen aus dem 500 Kilometer entfernten Pittsburgh angeliefert, um den alten Turm abzulösen. Seitdem schickt er im 20-Sekunden-Takt rötlichweißes Licht in die Ferne.

Sharps Island Lighthouse geriet in eine Schräglage

INFO-KASTEN:Leuchttürme

Einen ersten Eindruck von Leuchttürmen kann man zu Lande im Chesapeake Bay Maritime Museum in St. Michaels auf der Eastern Shore gewinnen. Weitere Auskünfte: in Deutschland unter der kostenlosen Rufnummer 00800/96 53 42 64 oder bei Virginia Tourism, 901 E. Byrd St. Richmond, VA 23219 (Tel. in den USA: 1-800/321 32 44)
Internet: http://www.virginia.org

Maryland Office of Tourism Development, 217 E. Redwood St., 9th Floor, Baltimore, MD 21202 USA (Tel. in den USA: 1-800/634 73 86)
Internet: http://www.mdisfun.org

Das volle Ausmaß des erhaltenen Leuchtturmbestandes der Bay kann nur mit dem Boot erschlossen werden. Chartermöglichkeiten gibt es in fast jedem Küstenort. Per Boot gelangt man so auch an die nördliche Seite der Mündung der Bucht, wo der Gegenpart der beiden Henrys auf Smith Island steht: Das Stahlskelett des 60 Meter hohen Cape Charles Lighthouse, eine Konstruktion aus dem Jahr 1895, ist allerdings kein besonders pittoresker Anblick.

Weiter nördlich, mitten im Wasser vor der Mündung des Choptank River, schwankt Sharps Island Lighthouse von 1882. Packeis kippte den Turm vor 25 Jahren in eine traurige Schräglage. Niemand hat ihn seitdem wieder aufgerichtet, sein Licht leuchtet aber immer noch.

Sehenswertes Exemplar: Stahlturm Bloody Point Bar

Besser ist es um Thomas Point Shoal bestellt, der schon 1824 vor dem South River am Westufer der Bay installiert wurde. In seiner heutigen Konstruktion ist er seit 1875 das bekannteste Beispiel für den nur in der Chesapeake Bay heimischen "Cottage-Style": Ein rustikales dreistöckiges Holzhaus mit rotem Schrägdach, kleinen Erkern, zwei Galerien und Außentoilette.

Der blutrote Stahlturm Bloody Point Bar von 1882, an einer der tiefsten Stellen der Bucht kurz vor der Spitze von Kent Island gelegen, oder Sandy Point Shoal aus rotem Ziegel mit weißem Dach von 1883, zwei Kilometer nördlich der gewaltigen, die Bucht überspannende Chesapeake Bay Bridge, sind weitere sehenswerte Exemplare der regionalen Lighthouse-Kollektion.

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