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Beschauliches Oldenburg

Großstadt zwischen Grün und Grünkohl

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Oldenburg

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  • Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Joschka Fischer haben mehr gemeinsam, als man denkt. Beide verbindet ein Titel, vergeben von der Stadt Oldenburg: Sie sind "Kohlkönige".

    Jedes Jahr Ende Januar lädt die Stadt Bundes- und Landesprominenz an eine reich gedeckte Tafel in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin ein - zum "Defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten". Und bei dieser Gelegenheit wird die außergewöhnliche Auszeichnung verliehen. Das traditionelle Gericht der Oldenburger wird von November bis März in der Stadt im Nordwesten Niedersachsens und ihrem Umland gegessen. In fast jeder Gaststätte der Stadt an der Hunte steht Kohl und Pinkel, wie die Grützwurst mit Speckanteil genannt wird, auf der Speisekarte.

    Mehr als Kohl und Pinkel

    Doch Oldenburg bietet mehr als Kohl und Pinkel: So ist die 1967 eingeweihte Fußgängerzone nach Auskunft des Fremdenverkehrsamtes die größte und älteste Deutschlands. Sie erstreckt sich über fast die gesamte Altstadt auf einer Fläche von 25 Hektar. Einkaufstouren beginnen oft am Lappan: Der ehemalige Kirchturm erhebt sich zwischen den Häuserfronten der Fußgängerzone gegenüber Oldenburgs Bistro- und Kneipenmeile Wallstraße. Der quadratische Backsteinbau mit der grünen Renaissancehaube hat eine bewegte Geschichte und gilt als Wahrzeichen der Stadt. Der Lappan stammt aus dem Jahr 1467. Heute beherbergt der Lappan ein Reisebüro.

    Die Fußgängerzone der Stadt geht über in den Schlossplatz mit der klassizistischen Schlosswache und dem Oldenburger Schloss. Hier herrschte einst Graf Anton Günther (1603 bis 1667), der Oldenburg zur wirtschaftlichen Blüte führte, weil es ihm gelang, seine Grafschaft durch Pferdegeschenke aus den Wirren des 30-jährigen Krieges herauszuhalten. Er war es auch, der aus der mittelalterlichen Burg einen Repräsentationsbau im Stil der Spätrenaissance machte. Urkundlich erwähnt wurde Oldenburg erstmals 1108 als Aldenburg.

    Grüne Oase im englischen Stil: der Schlosspark

    INFO-KASTEN: Oldenburg

    Oldenburg Tourismus und Marketing, Wallstraße 14, 26122 Oldenburg (Tel.: 0441/361 61 30, Fax: 0441/36 16 13 50,
    Internet: www.oldenburg-tourist.de

    Heute sind im Schloss die Kunstschätze des Oldenburgischen Landesmuseums und ein Theatersaal untergebracht. Sehenswert sind die Wohnräume der adeligen Herrscher: Thronsaal, Marmorsaal, Weißer Saal, Roter und Grüner Salon geben einen Einblick in das Leben der Fürsten und Grafen. Unmittelbar hinter dem Schloss befindet sich eine um 1803 im englischen Stil angelegte grüne Oase mitten in der Stadt: Der 16 Hektar große Park hat vor allem prächtige Rhododendron-Büsche und Azaleen-Hecken zu bieten.

    Im Jahr 2000 gab es in der Oldenburger Museumswelt zwei Neugründungen: das Horst-Janssen-Museum und das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst. Horst Janssen (1929 bis 1995) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Das Horst-Janssen-Museum zeigt auf rund 1000 Quadratmetern Fläche und drei Ebenen eine umfangreiche Dauerausstellung zu Leben und Werk des Künstlers, der in Oldenburg aufgewachsen ist. Zudem gibt es hier Wechselausstellungen von Künstlern wie Albrecht Dürer, Francisco de Goya, Jacques Callot, Max Klinger, Jean Dubuffet und Egon Schiele.

    Medienkunst von der Videodarstellung bis zur Laserpräsentation

    Das Edith-Ruß-Haus widmet sich dagegen der Medienkunst. Auf einer Fläche von rund 300 Quadratmetern werden regelmäßig Arbeiten von der Videodarstellung über Internetkunst bis hin zu Laserpräsentationen gezeigt. Zudem treffen sich hier zahlreiche Künstler zu Workshops.

    Oldenburg sieht sich gerne als Großstadt im Grünen und kulturelle Metropole des Nordwestens. Und das vielleicht nicht ohne Grund: Oldenburg ist Verwaltungssitz der Bezirksregierung Weser-Ems und mit 155 000 Einwohnern neben Osnabrück die größte Stadt zwischen den Niederlanden, der Weser und der Nordsee. Rund 15 000 Studenten studieren an der Carl-von-Ossietzky-Universität, die aus einem Schulseminar zur Ausbildung von Volksschullehrern entstand und 1973 Hochschule wurde. Besonders im Bereich Lehramt gilt die Universität noch heute als eine der wichtigsten in Deutschland.

    Thomas Nagorny, gms - Fotos: gms

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