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Palau und Yap:

Inselwelt am anderen Ende des Regenbogens

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Palau & Yap

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Koror - Mit schäumender Kielwelle brettert das Boot über das türkisfarbene Wasser. Der heimische Captain gibt noch einmal Gas. Und das Kichern der japanischen Mädchen, die mit im Boot sitzen, wird immer schriller.

Kalksteinfelsen ragen aus dem Meer, entstanden in Jahrtausenden aus Korallenstöcken. Die Sockel sind angefressen von der Erosion, die Felsen darüber mit Dschungel überwuchert. Die Rock Islands, die wie dicke Moospolster in einem in allen Blautönen schimmernden Wasserteppich schwimmen, sind das Aushängeschild von Palau, der westlichsten Inselgruppe Mikronesiens. Diese Inseln sind weitgehend unbewohnt und liegen inmitten einer Lagune, die durch ihre intakte Korallenwelt und ihren Fischreichtum beeindruckt.

Nicht zuletzt dieses Phänomen war es, das Palau den Titel "No. 1 Underwater Wonder of the World" einbrachte. Die zwischen Guam, den Philippinen und Papua-Neuguinea gelegene und aus 343 Inseln bestehende Republik stand rund 50 Jahre unter Treuhandverwaltung der USA, bis sie 1994 ihre Selbstständigkeit erhielt.

Auf den Spuren der deutschen Kolonialherrschaft

Während der amerikanische Einfluss allgegenwärtig ist, muss man nach Spuren der deutschen Kolonialherrschaft suchen. Von den Spaniern 1899 für 18 Millionen Reichsmark abgekauft, erhoffte man sich vom Phosphatabbau - damals wertvoller Kunstdünger - und Kokosplantagen satte Gewinne. Doch die blieben aus. Schon nach zwei Jahrzehnten wurde die Verlierermacht des Ersten Weltkrieges verpflichtet, den Platz an der Sonne wieder zu räumen.

Im Etpison Museum in der Inselhauptstadt Koror sind neben einheimischer Kultur auch Exponate aus der deutschen Zeit zu sehen. Zahlreiche Ausstellungsstücke dokumentieren die Arbeit des Anthropologen Augustin Krämer. In den Jahren 1909 und 1910 studierte der Wissenschaftler die Lebensgewohnheiten der Inselbewohner. Die Ergebnisse hat er in einer fünf Bände umfassenden Enzyklopädie festgehalten. "Seine Schriften sind von immenser Bedeutung für Palau. Ohne sie wäre ein Teil unserer Geschichte in Vergessenheit geraten", so Mandy Etpison, die Leiterin des Museums.

"Spätzle, Weißbier und Schwarzwälder Kirschtorte"

"Krämer's" heißt auch das Restaurant im Etpison Museum. Rene Menz erzählt, dass er vor fünf Jahren nur für einen Tauchurlaub nach Palau gekommen sei. Doch die Inselwelt habe ihn so fasziniert, dass er sich zum Bleiben entschlossen habe. "Weil die anfänglichen Einkünfte als Tauchlehrer für den Lebensunterhalt nicht reichten, habe ich ein Restaurant mit deutscher Küche eröffnet", sagt der aus Ulm stammende Menz. "Spätzle, Weißbier und Schwarzwälder Kirschtorte haben auch die Herzen der Palauaner erobert."

Inselhüpfen: Ein Sprung zwischen Welten

Inselhüpfen kann in Mikronesien mitunter ein Sprung zwischen Welten sein - wie der Flug von Palau 450 Kilometer nordöstlich nach Yap, der Insel des Steingeldes. Zwar zahlt man auch hier in den zwei Supermärkten mit US-Dollars. Doch geht es um Landkauf, Hochzeiten, Hausbau oder Wiedergutmachung, muss ein Stein her. Die harte Währung liegt für jeden sichtbar aufgereiht rund um traditionelle Versammlungsräume oder vor den Häusern am Straßenrand. Die bis zu Mühlsteingröße ausgestellten "Münzen" repräsentieren Wohlstand und Ansehen ihrer Besitzer.

Schon seit Stunden verhandeln Peter und John im traditionellen Männerhaus. Der fast einen Meter im Durchmesser breite und fünfzehn Zentimeter dicke Korallen-Kalkstein lehnt an einer Palme. Reicht die Münze zum Kauf des Grundstücks? Ausführlich erklärt Peter seinem Gegenüber beim Handel um den Kaufpreis eines Grundstücks, wann sein zentnerschwerer Stein, mit dem er bezahlen will, von der viele Tagesreisen entfernten Nachbarinsel Palau geholt wurde, von wem und mit welchem Schiff, und wie er selbst an den Stein kam.

Jede "Münze" hat ihre eigene Geschichte. Die wertvollsten sind jene, die einmal großen Häuptlingen gehörten, mit denen spektakuläre Geschäfte gemacht wurden oder bei deren Transport besonders viele Männer ums Leben kamen. Denn auf Yap gibt es das Gestein nicht - das macht es so wertvoll.

Von Mantas und Tauchern

Die rund 10 000 Yapesen leben streng organisiert in Kasten und Dorfgemeinschaften. Erst seit 1989 hat sich Yap für Touristen geöffnet. Vor allem Taucher sind es, die die weite Anreise auf sich nehmen. Neben guten Sichtweiten bieten die Gewässer einen großen Reichtum an Fischen, intakten Korallengärten und die legendären Mantas. Die Riesenrochen strecken sich bis zu fünf Meter von Flügelspitze zu Flügelspitze; ein unbeschreibliches Gefühl, wenn sie über Taucher hinweg gleiten: "Manchmal hat man sogar den Eindruck, als wollten sich die Mantas auf den Tauchern niederlassen", erklärt Tauchlehrer Stan. "Sie sind völlig ungefährlich, weil sie keinen Stachel besitzen."

INFO-KASTEN: Palau und Yap

Fremdenverkehrsamt Palau, Simone Rösel, Fasanenstraße 2, 25462 Rellingen (Tel.: 04101/37 07 32, Fax: 04101/ 37 07 33)
Yap Visitors Bureau, YVB Main Drive, Colonia, Yap, FSM 96943 (Tel. von Deutschland: 00691/350 22 98, Fax: 00691/350 70 15)
Internet: http://www.visityap.org

Gut lassen sich die bis zu 500 Kilogramm schweren Tiere im "German Channel" beobachten. Der von den Deutschen in die Lagune gesprengte Kanal bildet einen Trichter, durch den viele Fische schwimmen. Die Mantas müssen nur noch ihr Maul zum Fressen öffnen. An den Sehenswürdigkeiten unter Wasser erfreuen sich auch Schnorchler. Sie begleiten die Taucher zu den Außenriffen; in der Lagune haben sie einen faszinierenden Blick auf die Unterwasserwelt.

So manches Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg liegt noch in den Lagunen

Kein Motorboot stört die Stille der Mangrovenwälder. Nachmittags ist Tanz angesagt. Nur mit Lendentüchern oder Strohröcken bekleidet geben junge und alte Yapesen ihrer Lebensfreude Ausdruck. Doch es gibt auch ernstere Tänze: Eine der Aufführungen zeigt die erste Erfahrung der Inselbewohner mit Flugzeugen. Das war im Zweiten Weltkrieg, als Kriegsflugzeuge Bomben auf die Insel abwarfen.

In den Lagunen findet sich noch manches Wrack aus der Zeit, als die Amerikaner die japanischen Besatzer von der Insel vertrieben. Kaum etwas erinnert dagegen daran, dass auch Yap einmal deutsches Schutzgebiet war. Immerhin brachte die deutsche Epoche der Insel das erste Krankenhaus, ein Telegrafenamt und den Tareng-Kanal, der auch heute noch zu befahren ist und eine der landschaftlich schönsten Verbindungen zwischen den Inseln darstellt.

Detlef Berg, gms

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