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Traumstraße Panamericana:

Herausforderung und unvollendete Schönheit

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PANAMA

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  • Panama-Stadt - Manche Globetrotter fahren ein Jahr lang auf der Panamericana zwischen Alaska und Feuerland, andere noch viel länger.

    Mit Autos, Motorrädern oder gar mit dem Fahrrad sind sie unterwegs, um den amerikanischen Kontinent einmal ganz von Nord nach Süd oder umgekehrt zu durchqueren. Die Panamericana ist eine Straße der Herausforderungen, der Schönheit, der Träume und Sehnsüchte. Und sie hat schon manches Opfer gefordert - bei Unfällen, Überfällen und auch bei Mordanschlägen im Grenzgebiet zwischen Panama und Kolumbien.

    Die mit ihren vielen Verästelungen etwa 30 000 Kilometer lange "Traumstraße der Welt" ist eine "Unvollendete": In dem wegen seiner teils unerforschten Tier- und Pflanzenwelt zum UNESCO-Menschheitserbe erklärten Darien-Nationalpark endet die Panamericana in Morast und Dickicht. Hier im Übergang von Mittel- zu Südamerika gibt es Malaria, Cholera, dünne Wasserstraßen und Trampelpfade für indianische Ureinwohner, aber auch für Wegelagerer und die Drogenmafia.

    "Traumstraße" auch zwischen Panama und Kolumbien

    Weil auf einigen Landkarten die "Traumstraße" auch zwischen Panama und Kolumbien zumindest als dünnere Linie existiert, sorgen manche Besucherfragen in Reisebüros und Botschaften in Panama-Stadt immer wieder für Staunen. Es sei kaum zu fassen, "mit welchen Vorstellungen mancher Reisende zu uns kommt", kommentierten Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Ahnungslosigkeit und Leichtsinn der Touristen. Dass die Panamericana auf gut 100 Kilometern nicht einmal als Sandpiste existiert, ist für Unvorbereitete eine böse Überraschung.

    Panamaricana ist ein Sammelsurium ...

    Abenteurer haben die Durchquerung die Darien-Lücke mit Rucksack und Kanupassagen geschafft und darüber detailliert berichtet. "Von einer Durchquerung der Urwaldprovinz Darién in Richtung Kolumbien ist dringend abzuraten, auch wenn Reiseführer solche Touren empfehlen", warnt jedoch das Auswärtige Amt in Berlin: 1997 seien Deutsche und Österreicher dort auf kolumbianischem Gebiet entführt und zwei von ihnen ermordet worden. Dennoch seien manche Touristen "von einer Fußdurchquerung des Darien-Gebietes nicht abzuhalten", weiß Udo Beume, Repräsentant des Unternehmens Schenker-Stinnes-Logistik in Panama, der auch Transporte von Autos und Motorrädern abwickelt.

    ... von mehrspurigen Autobahnen bis Schnell- und Holperstrecken

    Die Panamaricana ist ein Sammelsurium von mehrspurigen Autobahnen wie zum Beispiel in Kalifornien, von Schnell- und Holperstrecken sowie Stichstraßen zu Städten und Attraktionen unweit der Traumstraße. So hat zum Beispiel eine Verbindungsroute durch das Hochland Guatemalas Anfang der 1940er Jahre den Atitlan-See überhaupt erst auf die touristische Landkarte gebracht. Der See ist umgeben von Maya-Dörfern, bunten Märkten und hohen Vulkanen. In und um die Kleinstadt Panajachel leben schon über tausend "Gringos", darunter auch Künstler, Geschäftsleute und Aussteiger aus Deutschland.

    INFO-KASTEN: PANAMA

    Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika, Domenecker Straße 19, 74219 Möckmühl (Tel.: 06298/92 92 77, Fax: 06298/92 92 78)
    Internet: http://www.lateinamerika.org
    Das Auswärtige Amt in Berlin gibt Hinweise zur Sicherheit in den einzelnen Ländern im Internet unter http://www.auswaertiges-amt.de und http://www/de/laenderinfos

    Für viele Globetrotter ist das Befahren der Panamericana der große Traum schlechthin: Einmal quer durch die USA und dann durch Mexiko und Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica mindestens bis Panama. Mancher verfrachtet dort sein Zweirad ins Flugzeug. Schwere Motorräder und Autos treten die Reise nach Südamerika meist auf dem Seeweg an. Weil das Auswärtige Amt auch vor individuellen Reisen nach Kolumbien warnt, weichen viele Touristen nach Venezuela aus. Doch auch weiter südlich ist die Panamericana nicht ohne Gefahren: Auto- und Buswracks sowie Holzkreuze sind Zeugnisse von Unglück und Tod in der Atacama Wüste im Norden Chiles.

    Panamericana wird eine unvollendete Schönheit bleiben

    Die Idee, Amerika vom Nord- bis zum Südzipfel mit einer durchgehenden Straße zu verbinden, ist fast 80 Jahre alt. 1925 unterschrieben 17 amerikanische Staaten in Buenos Aires einen Vertrag zum Bau des Mammutprojektes. Die Strecke entstand nach und nach, Anfang und Ende in Alaska und im argentinischen Feuerland sind bis heute nicht geteert. Diese Orte der Gletscher und des Eises haben außer Pinguinen und Eisbären allerdings auch nur sehr wenige Besucher.

    Die Panamericana wird wohl eine unvollendete Schönheit bleiben: In großen Abständen gibt es zwar Meldungen, die Darien-Lücke solle mit einer neuen Straße geschlossen werden, um die längste Strecke der Welt zu komplettieren. Doch immer wieder fehlen die Gelder und der Wille. Der Handel zwischen Panama und Kolumbien hat sich auf die Schifffahrt eingestellt, und viele Länder Mittel- und Nordamerikas sehen das "Dschungelloch" als natürliche Schutzzone vor allem gegen die Maul- und Klauenseuche. Auch Umweltschützer haben kein Interesse an einer Straße: Der Nationalpark beherbergt zu viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Straßenverbindung in Panama wird also weiterhin in der Ortschaft Yaviza am Rio Chico enden, wenn auch voraussichtlich ab Ende 2003 nicht mehr als Sand- und Schotterpiste. Denn in Panama wird die Route kräftig asphaltiert.

    Bernd Kubisch, dpa

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