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Amish-People in Pennsylvania

Zu Besuch in einer anderen Welt

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Die Amish-Kinder kennen weder TV noch Gameboy.Sie spielen Verstecken oder Fangen.

Lancaster City - Lachend balgen sich Emily und Lisa um ihr altes Dreirad und schieben sich gegenseitig den Weg zwischen Haus und Scheune entlang. Drei und fünf Jahre alt, tragen beide lange dunkelblaue Kleider, darüber eine weiße Schürze, das Haar streng zu einem Zopf geflochten, und wirken wie Wesen aus einer längst vergangenen Zeit.

Die beiden Mädchen aus dem Lancaster County im US-Bundesstaat Pennsylvania gehören zu den Amish-People, einer streng christlichen Glaubensgemeinschaft, die heute noch so lebt wie vor 300 Jahren und sich ganz bewusst vom amerikanischen Alltag abkapselt.

Arbeiten bis die Wehen beginnen

Sanft streichelt Sally Stoltzfuss ihren beiden Töchtern über den Kopf. Dick wölbt sich unter ihrem Kleid ihr Bauch - die 24-Jährige erwartet ihr drittes Kind. Aber bis die Wehen beginnen, wird weiter gearbeitet. Eine ganze Herde Kühe besitzen Sally und ihr Mann Melvyn, dazu ein paar Pferde. Außerdem müssen das Feld, der große Gemüsegarten und das Haus versorgt werden. Und das alles ohne die Hilfe von Maschinen oder Autos. Mit Pferden und Maultieren ziehen die mit einer schwarzen, von Hosenträgern gehaltenen Hose, einem weißen Hemd und einem Strohhemd bekleideten Männer den Pflug über das Feld.

Achtung Kutschen!
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Philadelphia, die Stadt der brüdelichen Liebe, liegt ein Stück östlich vom Lancaster County. Es sind zwei völlig andere Welten.

"Achtung Kutschen!" warnt ein Straßenschild am Ortseingang von Bird-in-Hand, einem Städtchen mitten im Pennsylvania Dutch Country, wie die von den Amish bewohnte Region heißt. Eine nur wenige Autostunden von New York entfernte Idylle, mit blumenüberwucherten Vorgärten und einer Einrichtung zwischen Kitsch und Nostalgie. Vom kleinen Wintergarten des "Village Inn" fällt der Blick schon beim Frühstück auf sich weit dahinziehende, hügelige Wiesen und Felder, aus denen hin und wieder weißgestrichene Farmhäuser, die dazugehörigen Scheunen, Windräder und die typischen hohen silberfarbenen Silos herausragen.

Vollbesetzte, schwarzgelackten Kutschen

Und dazu von der Straße her immer wieder das Klappern von Pferdehufen. Eine beinahe unwirkliche Szenerie, wie für einen Hollywood-Film gemacht.Erst wenn eine der schwarzgelackten Kutschen nach der anderen an einem vorbeifährt, vollbesetzt mit freundlich-schüchtern lächelnden Familien, wird einem klar, dass das Dutch Country keine inszenierte Touristen-Attraktion ist. Keine Autos, kein Fernsehen, kein Strom und so wenig Kontakte wie möglich zu Leuten außerhalb der Amish-Gemeinden, damit ihre Gemeinschaft nicht ein Opfer der hektischen Welt da draußen wird.

Gott, Familie und viel Arbeit
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Pferdekutschen sind hier die Ferraries. Scheller kommen die Amish-Peopel kaum voran.

Gott, Familie und viel, viel Arbeit - das sind die drei Pfeiler, auf denen das Leben der Amish-People beruht. Ihre Vorfahren wanderten im 17. Jahrhundert aus der Pfalz, dem Rheinland und der Schweiz nach Pennsylvania aus.
Pennsylvania - Infos
Benannt sind die Amish nach dem Prediger Jakob Ammann, ursprünglich ein Angehöriger der ebenfalls strenggläubigen Mennoniten. Doch Ammann wollte die Bibel noch strenger ausgelegt haben, sah sie als allein gültiges Gesetz an und begründete die Amischen.Wie auch die Mennoniten lehnen sie die Taufe von Kindern ab. Ihrer Auffassung nach können sich erst Erwachsene frei für eine Religion entscheiden. Dafür wurden sie in Europa als Wiedertäufer und Ketzer gejagt und getötet.

Sprache: altdeutscher Dialekt

Knapp 200 000 Amish leben heute in den USA und Kanada, etwa 18 000 davon allein im Lancaster County - nach wie vor mit ihrer eigenen Sprache, einer Art altdeutschem Dialekt, und nach ihren eigenen Regeln. Mit einfachsten Mitteln auskommen zu müssen, macht erfinderisch. "Habt ihr Durst?", fragt Sally und öffnet einen ihrer großen Küchenschränke. Doch hinter der Tür verbergen sich weder Töpfe, noch Teller oder Gläser, sondern eine Art Naturkühlschrank. Ein Wasserrad pumpt das kühle Nass von einem nahe gelegenen Bach ins Haus und die Rückwand des Schrankes herunter.

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Last edited: tea 03.12.2004 16:07