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Die endlose Weite West-Australiens

Höhepunkte entlang des Highways

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Hauptstadt eines ebenso großen wie dünn besiedelten Staates: Perth gilt als die abgelegenste Großstadt der Welt.

Perth - Nach dem Gottesdienst unter blauem Himmel bespritzt der Priester die Schiffe mit Weihwasser - ein Ritual, das einen guten Fang und eine sichere Heimkehr verheißen soll.

Anschließend kann das Fest in dem kleinen Hafen Two Rocks, etwa 70 Kilometer nördlich von Perth gelegen, beginnen: Schrille Dudelsackpfeifen und sizilianische Mandolinenklänge sowie Ritterkämpfe lassen auf die europäische Herkunft der Einwohner schließen. Jeder kennt hier jeden an der Westküste Australiens.Und während erste riesige Steaks auf dem Grill brutzeln, machen die Fischer bereits ihre Boote klar, um mit den Besuchern ein paar Runden durch den Indischen Ozean zu pflügen. Die alljährliche "Segnung der Flotte" markiert den Beginn einer harten Saisonarbeit, die den meist katholischen Langustenfischern an der entlegenen Küste von West-Australien ein überdurchschnittlich hohes Einkommen beschert.

Die Australier nennen das begehrte Krustentier "Cray". Es wird in speziellen Körben zwischen November und Juni gefangen und dann weltweit exportiert. Wer in dieser Zeit entlang der Küste gen Norden unterwegs ist, trifft abends in den Pubs der Häfen überall barfüßige, immer gut gelaunte Crayfischer, die sich nach dem Fang bei Musik, Pool-Billiard und kühlem Bier entspannen.

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Bizarre Gebilde in der Wüste - die "Pinnacles" im Nambung Nationalpark gehören zu den meistbesuchten Attraktionen in West- Australien.

Rinder, Kakadus und Emus

Gleich hinter Two Rocks beginnt die zunächst noch eingezäunte Landschaft West-Australiens. Durch Eukalyptushaine und Kolonien von Black-Boy-Pflanzen, deren leuchtend gelbe Blütenstängel meterhoch wie Speere in den Himmel ragen, wandern grasende Rinder umher. Kakadus im schrill pinken Federkleid zanken sich in den Baumkronen, hier und da blicken auch ein paar Emus argwöhnisch über den Zaun, wobei man nicht weiß, ob sie als Zuchtvieh gehalten werden oder in Freiheit leben.

Überwiegend Weiden und Ackerland prägen die Landschaft rechts und links des Brand Highway, der sich von Two Rocks aus noch ein paar 100 Kilometer Richtung Norden und ins Inland hinein erstreckt. Ausnahmen bilden sieben großflächige Nationalparks, von denen der Nambung Nationalpark mit den bizarren Sandsteingebilden namens "Pinnacles" der bekannteste ist. Täglich werden Busladungen von Touristen durch diese rätselhafte und zweifellos bezaubernde Gegend chauffiert.

Rostfarbene Wellblecharchitektur

Weit weniger Beachtung findet dagegen die grandiose Dünenlandschaft an der Küste, die zum gleichen Nationalpark gehört. Dort können die Besucher kilometerlange, menschenleere Strände entdecken, wo sie wandern und baden und in einer stillen Bucht die Sonne auf den Bauch scheinen lassen können. Aber Vorsicht: Wer sich mit dem Auto auf den engen Weg durch die steilen Dünen wagt, sollte unbedingt auf einen Vierradantrieb zurückgreifen können. Ansonsten ist er im Zuckersand hoffnungslos verloren. Etwas versteckt liegen hier auch die Fischerhütten von Grey, deren rostfarbene Wellblecharchitektur den spröden Charme vergangener Tage ausstrahlt.

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Outback aus dem Bilderbuch - im Kalbarri Nationalpark scheint die Sonne die Felsen zum Glühen zu bringen

Über Dongara und Geraldton, die "Langustenhauptstadt", geht es weiter in Richtung Norden. In dieser Gegend siedelten die ersten Getreidebauern, deren Geschichte im Museumsdorf von Greenough gut veranschaulicht wird. Bald danach berührt der Brand Highway direkt den Kalbarri Nationalpark. Hier hat sich der Murchinson River zwei Millionen Jahre lang ein Bett in den Fels gegraben und dabei eine sich schlängelnde, 80 Kilometer lange Schlucht geschaffen.

Heimat von 850 Wildblumenarten

Von Hawks Head aus können die Reisenden eine Tageswanderung durch die Schlucht unternehmen und dabei Wallabies - kleine Kängurus - beobachten, die das kristallklare Flusswasser trinken. Hoch oben in den steilen Klippen gibt es eine Höhle, die sich ideal als Lager für die Nacht eignet. Wer dann früh morgens von der aufgehenden Sonne geweckt wird, kann verschlafen ein fantastisches Farbenspiel in den verschiedenen Gesteinsschichten bestaunen. Kalbarri ist dabei nicht nur für Wallabies, sondern auch für andere Känguru-Arten ein Paradies sowie Heimat von 850 verschiedenen Wildblumenarten. Für Blumenfans lohnt sich vor allem ein Besuch zur Hauptblütezeit im Oktober.

Die Weite West-Australiens

Nördlich von Geraldton werden die Distanzen zwischen den Orten immer größer und Begegnungen mit anderen Fahrzeugen immer seltener. Hier bekommt der Reisende zum ersten Mal ein Gefühl für die Weite West-Australiens, zumal die Straße wie eine endlose Schnur durch monotones und flaches Buschland verläuft. Der müde Blick kontrolliert jetzt häufiger die Benzinuhr, denn Tankstellen sind nur dünn gesät.

Delfine ziehen magisch an weiterblättern
 

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Zuletzt geändert am 5. April 2001 13:01 von tea