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Peru:

Machu Picchu - die verlorene Stadt der Inka

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Noch immer ein Rätsel für Archäologen - auf dem 20 Hektargroßen Areal von Machu Picchu sind Tempel, Paläste und Bauten zur Sonnenbeobachtung zu finden.

Lima - Langsam löst sich der Morgennebel auf. Es fehlen nur noch wenige Meter bis zum letzten Bergpass, und die Vorfreude auf den Ausblick lässt den Muskelkater vergessen. Vor den Trekking-Teilnehmern liegt die "Verlorene Stadt der Inka" - Machu Picchu.

Vier Tage lang haben sich die Wanderer auf dem "Inka-Trail" durch tropische Nebelwälder gekämpft, haben sie Bergpässe von bis zu 4300 Metern und reißende Gebirgsflüsse überquert. Dafür werden sie nun mit dem wohl spektakulärsten Ausblick in ganz Südamerika belohnt.

Erst vor 90 Jahren hatte der US-amerikanische Archäologe Hiram Bingham Machu Picchu entdeckt. Mehrere Chronisten hatten von einer sagenumwogenen Stadt namens "Vilcabamba" berichtet. Die spanischen Konquistadoren hatten den letzten Zufluchtsort des Inka-Königs gesucht, aber nie gefunden. Der heilige Ort in 2400 Metern Höhe konnte nur über hohe Bergpässe auf dem Inkapfad erreicht werden. Die spanischen Eroberer bewegten sich jedoch nur in den Tälern fort.

Religiöses und astronomisches Zentrum für die Gelehrten

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Mutter mit Kind - Machu Picchu ist nicht mehr als eine Ruinenstadt, die Nachfahren der Inka aber leben noch heute in Peru.

So dauerte es 400 Jahre, bis Hiram Bingham die versunkene Stadt entdeckte. Selbst Jahrzehnte nach seiner Entdeckung gibt Machu Picchu immer noch Rätsel auf. Wer lebte hier? Und warum verließen die Bewohner die "Stadt in den Wolken", wie Bingham Machu Picchu nannte, bevor sie überhaupt ganz fertig gestellt war?

"Neuesten Forschungen zufolge war Machu Picchu ein religiöses und astronomisches Zentrum für die Gelehrten. Eine Art Universitätscampus. Dafür spricht unter anderem das Observatorium", erklärt Reiseleiterin Elena Garcia. Die 500 Einwohner hätten 1520 die erst 100 Jahre zuvor erbaute Stadt verlassen, um dem Inka-König Manco II. zu folgen, der vor den Spaniern auf der Flucht war.

Mystisch-beruhigende Ausstrahlung

Von Machu Picchu geht eine geradezu mystisch-beruhigende Ausstrahlung aus. Weit reicht der Blick ins tiefe Tal des Urubamba-Flusses. Der dichte Nebelwald lässt die Berggipfel wie tiefgrüne Teppiche erscheinen.

Beginnen sollte jeder Rundgang vom Haus des Grabfelsen-Verwalters. Von dieser Stelle aus hat man eine gute Übersicht über das 20 Hektar große Areal. Vorbei an Terrassenflächen und einfachen Bauern- und Handwerkerhäusern gelangt man ins sakrale Zentrum der Stadt: Zahlreiche Tempel, Paläste und Bauten zur Beobachtung der Gestirne umgeben hier den Sonnentempel, das Wahrzeichen Machu Picchus.

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Machu Picchu von oben - die "versunkene Stadt" in 2400 Metern Höhe blieb 400 Jahre unentdeckt, nachdem die Inka sie verlassen hatten.

"Ankerplatz der Sonne"

In den Wänden des Rundturms befinden sich Nischen für Opfergaben, und am Sockel des anstehenden Felsens vermuten Forscher das Königsgrab der Inka-Herrscher. Von hier aus erreicht man Intihuatana, den "Ankerplatz der Sonne". Er stellte das wichtigste religiöse Heiligtum der Stadt dar und war das Zentrum für astronomische Beobachtungen. Er ist der einzige Sonnenstein der Inka, der nicht von den Spaniern zerstört wurde. Mit ihm berechneten die Priester die Sonnenwende und konnten so den Beginn der Regen- und Trockenzeit bestimmen.

Schwindel erregende Passagen für eine atemberaubende Aussicht

Lohnenswert ist auch der Besuch des Friedhofes oberhalb der Terrassen. Hier entdeckte Bingham 144 Skelette und Mumien, überwiegend von Frauen. Darum wird Machu Picchu auch für einen Tempel der Sonnenjungfrauen der Inkas gehalten.

Um die Schönheit der gesamten Ruinen-Anlage zu genießen, sollte man abschließend den Huayna Picchu besteigen. Nur 100 Meter nördlich des Zentralplatzes beginnt der Weg zum 300 Meter höher gelegenen Spitzberg. Zwar sind die Schwindel erregenden Passagen durch dichte tropische Vegetation kein Kinderspiel, aber die Aussicht auf die Tempelanlagen ist Atem beraubend.

Manuel Meyer, dpa

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