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Trekking auf alten Pfaden in den Anden:

In den Fußstapfen der Inkas

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PERU

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  • Laut rauschen die Wasser des Urubamba-Flusses unter der klapprigen Hängebrücke hindurch. Seit dem frühen Morgen fährt der Bus durch das Heilige Tal der Inka. Gestartet ist er in Cusco, sein Ziel liegt kurz hinter Ollantaytambo.

    Der Weg führt vorbei an Ruinen, romantischen Indianerdörfern und Wäldern bis in eine tiefe Schlucht mit tropischer Vegetation. Am Kilometer 88 der Bahnstrecke ist Endstation. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter auf dem Inka-Trail in den peruanischen Anden. Gut 40 Kilometer entfernt von diesem Punkt liegt ein lohnendes Ziel für Trekker: Macchu Pichu - die Ruinen der "Verlorenen Stadt der Inka".

    Der Inka-Trail gehört neben den schwimmenden Uros-Inseln auf dem Titicacasee, der alten Hauptstadt Cusco mit dem Heiligen Tal der Inka und den Nasca-Linien zu den beliebtesten Attraktionen Perus. 70 000 Wanderer treten jährlich in die Fußstapfen der Inka-Boten, die diesen Weg benutzten, um Nachrichten von einer Stadt zur anderen zu bringen. Erst nach 1970 begann Perus Regierung, den Trail zu konservieren. Bis in die neunziger Jahre konnte der seit 1981 zum Machu Picchu Naturpark gehörende Weg jedoch nicht begangen werden, weil Kämpfer der Terrorgruppe Sendero Luminoso ("Leuchtender Pfad") die Gegend unsicher machten.

    Straßennetz des "Sonnenreiches" der Inka

    Der 42 Kilometer lange Weg nach Machu Picchu stellt nur einen kleinen Teil des 23 000 Kilometer langen Straßennetzes des "Sonnenreiches" der Inka dar. Schon vor einigen Jahrhunderten ging die Nachricht über die Entdeckung kunstvoller Straßen um die Welt. Der Pfad nach Machu Picchu wurde aber erst 1911 vom US-amerikanischen Archäologen und Yale-Professor Hiram Bingham entdeckt und war wie angrenzenden Ruinen vollkommen vom Dschungel überwuchert. Und erst nach 1980 legte der Archäologe Paul Fejos den größten Teil der 35 Tempel, Zitadellen und Wachtürme frei.

    Ruinen von Machu Picchu auf 3878 Meter Höhe

    Noch immer finden Forscher neue Teilstücke des Inka-Wegs: Ende August 2001 entdeckte ein Archäologen-Team aus Lima nordöstlich der Ruinen von Machu Picchu auf 3878 Meter Höhe einen noch unbekannten Abschnitt des Pfades mit wahrscheinlich weiteren Tempelanlagen oder Zitadellen. Der Andrang auf den Trail ist groß, weswegen die Regierung die Zahl der Wanderer auf 500 pro Tag beschränkte. Seit Anfang 2001 dürfen nur noch organisierte Gruppen starten, um wildem Zelten, offenem Feuer und Müll entgegenwirken.

    Meterhohe Kakteen und Orchideen

    Vier Tage in der freien Wildnis, dann haben Wanderer den Machu Picchu erreicht. Der "Camino Inca", vor 500 Jahren von den Inkas angelegt, führt durch Schluchten, Nebelwälder und über gewaltige Bergpässe von bis zu 4200 Metern. Der erste Trekking-Tag ist noch entspannend. Nach wenigen Kilometern ist die erste Ruine namens Tarapata mit ihren kreisrunden Terrassen erreicht, wo einst Weizen, Kartoffeln und Mais wuchsen. Weitere Ruinen tragen geheimnisvolle Namen wie Machu Qente und Huayna Qente. Der leicht ansteigende Weg ist von meterhohen Kakteen und Orchideen gesäumt. Immer wieder werden Adler und Alpakas gesichtet.

    INFO-KASTEN: PERU

    Peruanische Botschaft in Deutschland, Godesberger Allee 125, 53175 Bonn, (Tel.: 0228/37 30 45, Fax: 0228/37 94 75),
    Internet: www.promperu.org

    Der zweite Tag hat es in sich: Der fünfstündige Aufstieg zum Warmiwanusqua-Pass geht in die Knochen - von 2700 Metern über Seehöhe führt der Weg steil auf 4200 Meter hinauf. Hier liegt der höchste Pass des Inka-Trails. Oben ist noch nicht das Schlimmste überstanden: Der Abstieg zum Pacamayo Fluss ist ebenso steil und anstrengend. Die letzten Sonnenstrahlen färben die von Schnee bedeckten Sechstausender in sanftem Rosa. Übernachtet wird an Flussufern, deren eiskaltes Wasser die müden Füße der Trekking-Gruppe kühlt.

    Bis zu 300 verschiedene Arten Schmetterlinge

    Am dritten Tag geht es über den 3700 Meter hohen Runkuraqua-Pass zu drei kleinen Seen. Die Steintreppen sind sauber in den Felsen gemeißelt, entlang noch intakter Bewässerungskanäle. Nach zwei Stunden bergauf sind in einem nach Moos duftenden Nebelwald die Ruinen von Phuyupatamarca erreicht. Vier Stunden entfernt liegt Huiñay Huayna, erst 1941 entdeckt und einst ein Wachturm der Inka vor der Heiligen Stadt. Im dichten Urwald leben Brillenbären, charakteristische Bewohner des 325 Quadratkilometer großen Naturreservats. Auch bis zu 300 verschiedene Arten Schmetterlinge sind dort beheimatet.

    Die nächste Nacht auf 2500 Metern Höhe ist kurz: Um 3.00 Uhr geht es wieder los, um die aufgehende Sonne über Machu Picchu nicht zu verpassen. Der Weg führt durch dichten Dschungel. Einige letzte meterhohe Steinstufen müssen genommen werden - dann liegt Machu Picchu vor den Trekkern. Rekordhalter dieser Wegstrecke ist Román Tinta Naupa. Der Marathonläufer und Inka-Nachfahre bewältigte den Trip in gerade einmal vier Stunden.

    Manuel Meyer, dpa

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