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Die philippinische Insel Bohol:

Reise zu den Schokoladenhügeln

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Beeindruckende Gleichförmigkeit: Die Schokohügel blieben bisher von Menschen fast unberührt - lediglich zwei Kuppen wurden bebaut.

Taglibaran - Die Tränen eines Riesen waren es, die die Chocolate Hills, eines der beeindruckendsten Naturdenkmale der Philippinen, geschaffen haben. So sagt es jedenfalls die Legende, und wenn sie stimmt, dann muss dieser Riese sehr traurig gewesen sein.

Denn mehr als 1200 dieser mit Gras bewachsenen "Schokoladen-Hügel" erstrecken sich über rund 100 Quadratkilometer auf der Insel Bohol, 700 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Das Gras verdorrt in der Trockenzeit und verleiht dann den 30 bis 120 Meter hohen Hügeln eine schokoladenbraune Farbe.

Chocolate Hills bleiben von Menschen weitgehend unberührt

Doch auch in der Regenzeit beeindruckt diese Landschaft durch ihre Gleichförmigkeit, die in Wirklichkeit allerdings nicht durch einen Riesen, sondern durch vulkanische Aktivitäten entstand. Von Menschen blieben die Chocolate Hills im Zentrum der Insel weitgehend unberührt, lediglich zwei der Kuppen werden genutzt. Auf einer stehen zwei Jugendherbergen, die andere wurde zur Aussichtsplattform ausgebaut. Wenn man die 214 Stufen bis zur Spitze erklommen hat, bietet sich ein atemberaubender Blick.

Den Ausgangspunkt für einen Trip zu den Schokohügeln bildet die Inselhauptstadt Taglibaran im Südwesten. Diese erreicht man entweder mit einer Hochgeschwindigkeitsfähre von der Nachbarinsel Cebu aus oder per Kleinflugzeug. Reist man aus Manila an, bildet die Stadt mit ihren 77 000 Einwohnern eine entspannte Abwechslung zum Trubel in der Hauptstadt. Auch Taglibaran ist quirlig, lässt dem Besucher aber genug Luft zum Atmen.

Die Kirche von Baclayon von 1596 war das erste Gotteshaus

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Wundersame Naturerscheinung: DieSchokoladen- Inseln verfärben sich in der Trockenzeit braun, wenn die Sonne das Gras auf den Kuppen verdorren lässt.

Besondere Sehenswürdigkeiten bietet der Ort nicht, aber bereits wenige Kilometer außerhalb findet sich eine der ältesten Hinterlassenschaften der ehemaligen spanischen Kolonialherren. Die Kirche von Baclayon von 1596 war das erste Gotteshaus, das die Spanier auf den Philippinen bauten. Auch die Christianisierung des Archipels begann auf Bohol. Ein Denkmal erinnert an den "Blutvertrag" von 1595, als die Einheimischen mit den Spaniern Frieden schlossen und ihre Religion annahmen. Noch heute sind rund 90 Prozent der Philippinos katholisch.

Tropische Früchte direkt vom Baum und Kokosnüsse

Auf dem Weg von Taglibaran zu den Chocolate Hills sollte ein Abstecher zur Stadt Loboc eingeplant werden. Die große Jesuitenkirche, 1734 erbaut, beeindruckt ebenso wie der überdachte Markt direkt an der Hauptstraße. Wer ihn betritt, taucht ein in das rege Geschäftstreiben der Einheimischen. Es gibt kleine Imbissstände, an denen frisch gegrillte Hühnerköpfe und -füße feilgeboten werden, die ganze Vielfalt tropischer Früchte direkt vom Baum und natürlich Kokosnüsse, das wichtigste Erzeugnis der Insel. Auf der Straße vor dem Markt trocknet Kopra, Kokosmark für die Ölherstellung, in der Sonne und verströmt einen penetranten Geruch.

Endlose Palmenwälder entlang der Ufer

Loboc heißt auch der Fluss, der sich durch die Provinz schlängelt. Ein besonderes Erlebnis zum Abschluss eines Bohol-Trips ist eine Bootstour auf einem schwimmenden Restaurant. Zur einfachen regionalen Küche gibt es einen traumhaften Blick auf endlose Palmenwälder entlang der Ufer, immer wieder unterbrochen durch kleine Dörfer. Ab und zu springen Kinder an Seilen schwingend in den Fluss, Bauern verladen ihre aus Kokosfasern und -blättern gefertigten Waren auf kleine Boote. Bei einer frischen Kokosnuss, die man mit einem Strohhalm aussaugt, taucht dann die langsam sinkende Nachmittagssonne am Ende der Flussfahrt die Szenerie in goldenen Glanz.

Axel Büssem, dpa

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