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Point-Reyes-Halbinsel in Kalifornien:

Beständig in Bewegung

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Point-Reyes

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Bewegung ist das einzig Beständige an diesem Ort: Die Wellen des Pazifiks rollen unablässig gegen die Felsen an. Winde vom Ozean fegen tief hängenden Nebelschwaden über die grasigen Hügel des Hinterlands. Grauwale schwimmen vorbei, Zugvögel machen Rast.

"Das hier ist der nebeligste Ort der USA und der windigste Ort der gesamten US-amerikanischen Pazifikküste", erklärt Nationalpark-Ranger John McEvoy. In einem kleinen Gebäude oberhalb des Leuchtturmes von Point Reyes verkauft er Broschüren und steht Besuchern Rede und Antwort: "An 200 Tagen im Jahr haben wir hier Nebel." Dann sei die Felskante kaum zu erkennen - und das Meer sowieso nicht.

Der Leuchtturm straht unterhalb des Nebels

Hauptsächlich von April bis Oktober hüllt dichter Nebel die nordkalifornische Küste ein. Warme Luftmassen, die sich über dem kalten Meerwasser abkühlen, bringen den Nebel landeinwärts. "In der Regel bleiben die Wolken hier in den Felsen hängen", erklärt John. 20 Kilometer weiter landeinwärts in Olema könne es trotzdem sonnig sein.

"Wenn hier oben 200 Meter über dem Meer der Nebel sehr dicht ist, ist es beim Leuchtturm 100 Meter tiefer in der Regel klar", sagt John und zeigt die 308 Treppenstufen hinab. Der Turm von Point Reyes, der dicht über dem Wasser auf der Kuppe eines weit in den Ozean reichenden Felsenfingers ruht, sendet dann sein Signal unterhalb des Nebels hinaus aufs Meer.

Idealer Punkt, um wandernde Grauwale zu beobachten

Der Leuchtturm nahm 1870 den Betrieb auf und machte einen der gefährlichsten Küstenabschnitte Kaliforniens sicherer. Bis 1975 lebte hier auch ein Wärter, seitdem läuft alles automatisch. Dem einsamen Job trauert John McEvoy zufolge auch niemand nach: Schließlich sei Point Reyes als einer der ungemütlichsten Orte Kaliforniens bekannt. Windgeschwindigkeiten von über 60 Kilometern pro Stunde sind die Regel, Orkanböen von über 160 Stundenkilometern nicht selten.

Die Steilküste am Leuchtturm gilt aber auch als einer der besten Plätze entlang der Pazifikküste, um die jährlichen Wanderungen der Grauwale zu verfolgen. Von Ende Dezember bis Anfang Februar ziehen sie Richtung Mexiko, um dort im warmen Wasser ihre Jungen zur Welt zu bringen. Zwischen März und Mai kommen die Grauwale erneut vorbei. Dann wandern sie in Richtung Arktis, um sich in denn nährstoffreichen Gewässern satt zu fressen.

Zugvögel nutzen die Insel als Rastplatz

Faul auf den Felsen liegen dagegen die Seelöwen. Gedämpft trägt der Wind ihr hohles Dröhnen und Bellen bis an die Felskante. Auch Vogelfreunde kommen auf ihre Kosten: 470 Arten leben hier - zumindest zeitweise: Die markante Küstenlinie dient vielen Zugvögeln als Orientierung, die weiten Grasflächen, Lagunen und Strände eignen sich als Rastplatz. Fast die Hälfte aller Vogelarten Nordamerikas sind von Biologen in Point Reyes als Durchzügler gesichtet worden.

INFO-KASTEN: Point-Reyes-Halbinsel

Ein kalifornisches Fremdenverkehrsamt in Deutschland gibt es nicht. Interessierte erhalten gegen Zusendung von 7 Euro Informationen beim Touristik Dienst Truber, Schwarzwaldstraße 13, 63811 Stockstadt (Tel.: 06027/40 11 08) sowie im Internet unter www.visitcalifornia.com.

Die Halbinsel selbst steht ebenfalls nicht still: Sie wandert mit einer Geschwindigkeit von acht Zentimetern pro Jahr nach Nordwesten und überholt dabei den amerikanischen Kontinent. Gestein, wie es hier häufig ist, fanden Geologen auch 500 Kilometer weiter südlich in den Bergen von Tehachapi.

Beim großen Erdbeben von 1906 gab's einen Sprung von sechs Metern

Im Tal bei Olema, wo sich auch das Informationszentrum des Point Reyes National Seashore befindet, trennt der San-Andreas-Graben die beiden Kontinentalplatten. Hier schrammen sie aneinander vorbei und bauen jenen Druck auf, der sich beispielsweise beim Großen Beben von 1906 entludt. Als San Francisco zerstört wurde, machte der Boden hier einen Sprung von über sechs Metern. Ein Designerladen im Ort erinnert noch heute daran - er trägt den Namen "Epicenter".

Arnd Petry, dpa - Foto: gms

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