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Französisch-Polynesien

Traum fern dem Mutterland

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Papeete - Weiße Strände, türkisfarbenes Meer, breithüftige Schönheiten, die träge im Schatten der Palmen ruhen: Das Südseeparadies von Paul Gauguin gibt es noch immer.

"So reine, starke Farben, daß sie einen Europäer blind machen", hatte der Maler über die Inseln im Südpazifik geschrieben. Bis heute gilt die Südsee als Traumziel der europäischen Reisenden. Davon profitiert auch Französisch-Polynesien.

Vom Massentourismus nicht überflutet, bleibt das seit 1984 autonome französische Überseeterritorium vorerst ein Paradies - auch wenn es vielerorts kaum noch erschwinglich ist, sich so mancher Sandstrand als relativ schmal und beim Betreten ohne Badeschuhe als für die Füße schmerzhaftes Korallengebrösel entpuppt. Oder als schwarzer Sand wie auf der Hauptinsel Tahiti. Auch das ehemalige Atombomben-Testgebiet Mururoa hat der Inselgruppe negative Schlagzeilen beschert. Inzwischen wird schon an Plänen gearbeitet, auf dem Atoll eine Ferienanlage zu errichten.

Herzliche Begrüßungen

"Kia ora!" lautet die Begrüßung auf den 130 Inseln der fünf Archipele mit rund 200 000 Bewohnern, aus denen Französisch-Polynesien besteht, und sie ist herzlich gemeint. Gäste werden von Maori-Mädchen im Hüfttuch (Pareo) begrüßt, mit Blumengirlanden, den Leis, bekränzt, fangfrischer Hummer wird serviert und Mahi-Mahi: in Kokosmilch marinierter roher Fisch. Die Hitze der Nacht kühlt ein einheimisches Hinano-Bier.

Obwohl der polynesische Sprachschatz das Wort "Arbeit" nicht kennt, überrascht die Hauptstadt Papeete auf Tahiti mit der typischen Betriebsamkeit einer Metropole. Das Straßenbild wird von unzähligen Vespas geprägt, die sich hupend durch den dichten Verkehr schlängeln. Die beiden durch eine Landenge verbundenen Inseln von Tahiti, Tahiti Nui und Tahiti Iti, haben am gründlichsten die französische Lebensart übernommen, vor allem Papeete, mit seinen breiten Boulevards, Straßencafes, Nachtclubs und eleganten Yachten, die im Hafen dümpeln.

Quirlige Märkte
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Im Musee Gauguin werden zwar nur Reproduktionen des Malers gezeigt, der 1891 nach Tahiti kam. Als Einstimmung zum Südsee-Urlaub eignet sich der Besuch trotzdem. Einen lebendigen Eindruck der Kultur und Geschichte von Französisch-Polynesien vermittelt das moderne Musee de Tahiti et des Iles. Ihren eigentlichen Charme, dem bereits die Meuterer der "Bounty" erlagen, offenbart Tahiti erst außerhalb der Hauptstadt - auf den quirligen Märkten der Dörfer, die von "Les Trucks", den öffentlichen Bussen, angesteuert werden, im tropischen Dickicht rund um die erloschenen Vulkane, bei den sprühenden Wasserfällen im Inselinnern.

In 50 Minuten setzt der Katamaran zur 17 Kilometer entfernten, herzförmigen Nachbarinsel Moorea über. Sie ist nach Tahiti die meistbesuchte Insel Französisch-Polynesiens. Viele Tagesausflügler kommen, um die beiden Buchten Opunohu und Cook's zu bewundern, die als malerische Kulisse für so manches Filmprojekt dienten. Andere wollen an den feinen, weißen Sandständen an der Westküste baden oder sich im "Tiki Theatre Village", einem nachgebauten tahitianischen Dorf, bei einer Tanzshow und einem typischen Festessen der Illusion vom ursprünglichen Südseeleben hinzugeben.

Schon der Anflug über die blaue Lagune und die markanten Gipfel der beiden erloschenen Vulkane offenbart, warum James Michener das nur 38 Quadratkilometer kleine Bora Bora als die schönste Insel der Welt bezeichnete. Auch wenn einige Bunker und Kanonen noch von der "freundlichen Invasion" 5 000 amerikanischer GIs im Zweiten Weltkrieg zeugen. Die vorgelagerten "Motus" - Eilande auf dem Riff - werden am Wochenende gern von den Einheimischen angesteuert, die dort stundenlange Picknick-Gelage veranstalten. Eines der teuersten Hotels der Welt ist das "Bora Bora" am schönsten Sandstrand an der Südspitze.

Das Klischee vom Südseeurlaub schlechthin

Infos:Französisch-Polynesien

DOKUMENTE: Ein gültiger Reisepaß und Tickets für die Rück- oder Weiterreise sind erforderlich. Deutsche benötigen kein Visum.
ANREISE: Von Deutschland fliegen die Air France und Air New Zealand nach Polynesien. Air New Zealand bietet das dichteste Streckennetz im Südpazifik. Ein Rückflugticket von Frankfurt nach Papeete/Tahiti ist ab 1 970 Mark zu haben.
KLIMA: Es gibt zwei Saisonzeiten: Von Dezember bis Februar ist es warm und feucht (27 bis 35 Grad Celsius), von März bis Ende November ist es kühl und trocken (22 bis 27 Grad). Während der warmen Periode kann es auch starke Regenfälle geben.
AUSKUNFT:Tourism Council of the South Pacific, Dircksenstraße 40, 10178 Berlin (Tel.: 030/238 17 645, Fax: 030/238 17 641).

Rangiroa ist das zweitgrößte Atoll im Pazifik. Ein Anleger wurde weit ins Meer gebaut, kleine Holzhütten dienen als Unterkunft, Palmen wiegen sich im Passatwind - das Klischee vom Südseeurlaub schlechthin bietet das Kia Ora Village. Wenn die Sonne untergeht, färbt sich die gut 1 000 Quadratmeter große Lagune postkartenkitschig rot, von klickenden und surrenden Kameras als Beweis für die Existenz des Paradieses festgehalten. Die Lagune ist ein Eldorado für Wassersportler. Eine ungewöhnliche Art zu schnorcheln erlebt man bei der schnellen Durchfahrt durch eine Meeresenge, per Seil unter Wasser sicher am Motorboot vertäut. Wie im Breitwandpanorama ziehen vor der Tauchermaske Korallenstücke vorbei, bunte Fische und mit Glück auch ein Delphin.

Urlaub auf Manihi, einem abgelegenen Atoll, bedeutet einen Hauch vom Robinson-Leben. Das heißt vor allem Wassersport in der transparenten See, die nie unter 28 Grad Celsius warm ist: Schnorcheln - auch nachts - in der türkisfarbenen Lagune, abtauchen am dreifachen Korallenring oder einfach vom Glasbodenboot aus die Vielfalt im Wasser bestaunen. Per Boot sind auch die Perlenfarmen zu erreichen, wo die seltenen schwarzen Perlen gezüchtet werden. Hochseeangler finden hier reichlich Thunfisch, Schwertfisch und Bonito. Die Haie sollen hier völlig übersättigt sein und somit harmlos - versichern die Polynesier den Urlaubern.

Dagmar Gehm - gms

Last edited: tea 03.12.2004 16:07