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Sintra:

Refugium für Könige und Romantiker

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Die Mauern der Mauren - im Mittelalter stand Sintra wie große Teile Portugals unter islamischer Herrschaft.

Sintra - Lord Byron war begeistert: Der Ort sei "der entzückendste Europas", notierte der Schriftsteller über das Bergdorf Sintra in Portugal.

"Paläste und Gärten breiten sich inmitten Felsen, Katarakten und Abgründen aus ... diese Aussicht auf die See und den Tejo!" Rund 180 Jahre sind seither vergangen, Sintra ist zu einer 20 000-Einwohner-Stadt herangewachsen. Doch noch immer besticht der ehemalige Sommersitz der portugiesischen Könige durch seinen Charme.

Wo Könige Schutz vor der Sommerhitze der Hauptstadt fanden

Wer mit dem Bummelzug aus dem rund 25 Kilometer entfernten Lissabon in Sintra eintrifft, muss zunächst ein bisschen klettern: Die ziegelgedeckten Häuser schmiegen sich an einen steilen Hügel, der Ortskern liegt ein gutes Stück höher als der Bahnhof. Ganz oben thront der "Paco Real". In dem Königspalast, dessen weiße Kamine an die Turmspitzen einer Kathedrale erinnern, fanden Portugals Monarchen seit dem 14. Jahrhundert Schutz vor der Sommerhitze der Hauptstadt.

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Rückzugsort mit romantischem Flair - die portugiesischen Könige regierten im Sommer vom Paco Real - dem königlichen Palast - aus.

Heute parken vor dem Bauwerk viele Touristenbusse, befindet sich doch im Palast die weltgrößte Sammlung von Azulejos, den typischen portugiesischen Fliesen. Doch auch die malerischen Altstadtgässchen locken viele Tagesbesucher aus Lissabon nach Sintra. Ab Mittag wird es daher voll in den Cafés rund um die zentrale Praca da Republica.

1910 war es mit der Pracht vorbei

Ruhig ist es dagegen auf den verschlungenen Wanderwegen, die sich durch die Hügel schlängeln. Reiche Bürger und Adelige, die auch im Sommer die Nähe zum Königshaus suchten, bauten hier ihre Herrenhäuser und schmückten sie mit großen Gärten. Doch als Portugal 1910 zur Republik wurde, war es mit der Pracht vorbei: Mit blinden Fenstern und bröckelndem Stuck liegen viele Landsitze im Dornröschenschlaf - ein Jammer für Denkmalschützer, eine Augenweide für Romantiker.

Der Palacio Nacional de Pena: "das Neuschwanstein Portugals"

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In der Ferne das Meer - der Blick vom Castelo dos Mouros reicht kilometerweit in die Umgebung.

Im Zickzack führt ein Pfad zum Castelo dos Mouros hoch über der Stadt. Die Reste eines maurischen Kastells wurden im 19. Jahrhundert zu einer zinnenbewehrten Burgruine ausgebaut. Von der Mauerkrone aus können Schwindelfreie ihren Blick bis zur zehn Kilometer entfernten Küste und über die Serra da Sintra schweifen lassen. Auf einem benachbarten Berggipfel thront ein weiteres Spielzeug der Könige: Der Palacio Nacional de Pena, gerne auch "das Neuschwanstein Portugals" genannt. Ein deutschstämmiger Prinzgemahl ließ das bizarre Bauwerk - einen Mix aus allen erdenklichen Stilrichtungen - vom Jahr 1840 an errichten. Kuppeln und Türmchen in Blau, Gelb und Rosa werden im Inneren durch ein nicht weniger extravagantes Mobiliar ergänzt.

Pinien, Zedern, Baumfarne und Palmen

INFO-KASTEN: Portugal

Portugiesisches Touristik- und Handelsbüro (ICEP), Schäfergasse 17, 60313 Frankfurt/Main (Tel.: 069/29 05 49, Fax: 069/23 14 33)
Internet: www.portugalinsite.de.
Reisen nach Sintra haben unter anderem der Portugal-Spezialist Olimar sowie im Rahmen von Portugal-Rundreisen Studiosus und Terramar im Programm.

Auch der Schlosspark kündet von der Sammelleidenschaft des Gründers. Innerhalb der überwucherten Umfassungsmauern wachsen Pinien, Zedern, Baumfarne und Palmen - eine üppig wuchernde Kulisse für einsame Spaziergänge. Ähnliches findet sich im Park Monserrate, vier Kilometer außerhalb Sintras: Hier ließ ein britischer Millionär im 19. Jahrhundert 3000 tropische Pflanzen zusammentragen. Überlebende Exemplare sind mittlerweile zu Baumriesen herangewachsen.

Dazu trägt auch das besondere Klima bei: Da das kleine Gebirge die Wolken abfängt, ist es auch im Hochsommer feucht genug, um das Grün gedeihen zu lassen. Der Urlaub in den Bergen lässt sich dabei ohne Weiteres mit einem Bad im Meer kombinieren - mit dem Bus oder dem Auto sind schöne Atlantikstrände in 20 Minuten zu erreichen.

Thomas Kärst, dpa

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