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Karneval in Rio

Samba tanzen das ganze Jahr

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KARNEVAL IN RIO

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  • Rio de Janeiro - Wer Rio hört, denkt unweigerlich an Karneval - an ein Fest mit rauschender Farbenpracht, schnellen Rhythmen und endlosen Tänzen. Und bei Begriffen wie Copacabana, Ipanema oder Corcovado entstehen sofort Bilder von Sonne, Strand und tropischen Cocktails.

    Die wichtigste Zutat für das tolle Treiben am Zuckerhut ist allerdings die Liebe der Cariocas, wie die Einwohner Rios sich bezeichnen, zum Karneval selbst. In ihrem Sozialleben hat der Karneval längst einen festen Platz eingenommen.

    Im brasilianischen Karneval vermischen sich europäische und afrikanische Traditionen. Das Besondere am Karneval in Rio ist, dass er für viele während des ganzen Jahres stattfindet. Die insgesamt 14 großen Sambaschulen der Stadt sind permanenter Schauplatz von Proben, damit an den wichtigen Tagen - in diesem Jahr am 10., 11. und 16. Februar - alles wie am Schnürchen klappt.

    Schulen stellen eine Art soziales Netz dar

    Nicht nur die Choreografien der Tänze werden einstudiert oder Kostüme geschneidert - man trifft sich oft einfach so, um miteinander zu reden. Denn die Schulen, die nicht selten den Namen ihres Stadtviertels tragen, stellen auch eine Art soziales Netz dar. So unterstützen die Sambaschulen etwa ärmere Menschen beim Kauf eines Kostüms. Die Schulen finanzieren sich durch Beiträge der Mitglieder ebenso wie durch Spenden. Es gibt wie im Fußball Erst-, Zweit- und Drittliga-Vereine.

    Die tollen Tage in Rio lassen sich nicht nur auf der Straße feiern: So locken etwa prestigeträchtige Bälle in den renommierten, sehr luxuriösen Hotels, von denen die Stadt etliche bietet. Wer findig ist, bekommt sogar eine Einladung in einen der angesagten Clubs.

    Hauptattraktion: Umzüge der Sambaschulen

    Das größte Fest findet allerdings auf den Straßen statt, auf denen Millionen Menschen tanzen, feiern, lachen und singen. Die Hauptattraktion sind die Umzüge der Sambaschulen durch das vom Architekten Oscar Niemeyer entworfene, vier Kilometer lange Sambódromo - einer mit Tribünen für etwa 100 000 Zuschauer bebauten Paradestraße.

    Sieben Schulen präsentieren sich dort je eine Stunde und 20 Minuten lang am Karnevalssonntag, weitere sieben am Montag. Jede Sambaschule erzählt dabei eine Geschichte: Die aufgegriffenen Themen und Liedtexte sind oft sehr poetisch. Die Vorführungen werden von einer Jury bewertet. Die Preisrichter entscheiden damit auch über Auf- und Abstieg in die zweite oder erste Liga. Um das Ende des Festes ein wenig hinauszuzögern, haben sich die Stadtväter etwas einfallen lassen: Am Samstag nach Aschermittwoch läuft noch einmal die Show der Sieger-Sambaschule.

    Samba an der Piste

    Die günstigste Karte für das Sambódromo gibt es bereits für 50 bis 60 Real (25 bis 30 Euro) Die exklusivste Loge inklusive Service ist für etwa 10 000 Real (etwa 5000 Euro/ 10 000 Mark) zu haben. Von den Logen und Tribünenplätzen aus bietet sich ein guter Überblick. Es bleibt jedoch wenig Platz zum Tanzen. Das beste Samba-Gefühl entsteht an den kleinen Tischen direkt an der Piste. Tische mit jeweils vier Stühlen werden pro Umzugstag vermietet.

    Caipirinha trinken - oder lokales Bier

    Der Zug eines einzigen Sambavereins besteht aus 3000 bis 6000 Mitgliedern, die meist aus dem gleichen Stadtviertel stammen. Die Schule Salgueiro tritt beispielsweise konsequent in den Farben Rot und Weiß auf. Eine weiße Hose oder ein rotes T-Shirt tragen selbst die, die eigentlich nur mitlaufen. Die Hauptakteure und Hauptakteurinnen sind selbstverständlich in herrliche Kostüme gekleidet. Allein für die Vorbereitungen geben die großen Schulen bis zu einer halben Million Mark aus, die aufwändigsten Kostüme kosten bis zu 20 000 Euro (etwa 40 000 Mark). Meterweise Seide, Tüll und andere Stoffe werden verarbeitet.

    Wer all dies verpasst hat und außerhalb der Karnevalszeit nach Rio kommt, dem bleibt ein Trost: An jedem Samstag von August an proben die Sambaschulen im Sambódromo. Zuschauer sind willkommen. Richtig los geht es gegen ein Uhr nachts. Dann heißt es Caipirinha trinken - oder lokales Bier - und Augen offen halten, um die wahre Seele der Cariocas zu sehen.

    Susanne Borchert, dpa

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