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Der Strand der Strände:

Die Copacabana bündelt das Lebensgefühl Rios

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Rio de Janeiro

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Rio de Janeiro - Wer an die brasilianische Metropole Rio de Janeiro denkt, hat viele Dinge vor Augen: den Karneval, den Zuckerhut oder die mächtige Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado. Und die Copacabana, die als einer der schönsten Strände der Welt gilt.

Im Karneval explodiert die Lebensfreude der rund sechs Millionen Bewohner Rios nur einmal im Jahr in einem Feuerwerk der Farben und der Sinne. Die Seilbahnfahrt auf den knapp 400 Meter hohen Zuckerhut und der Abstecher zur 38 Meter hohen Christusfigur bleiben imposante Ausflugsunternehmen. Der Geist Rio de Janeiros weht jedoch tagein, tagaus an der Copacabana.

Wie eine Sichel aus weißem Sand krümmt sich der Strand zwischen Zuckerhut und der Landzunge von Forte Copacabana. Er ist ein heller Streifen, der das stetig heranrollende Wasser des Atlantiks trennt von den Hochhausfassaden der Hotels, dem sich ausbreitenden Häusermeer dahinter und den Favelas genannten Armensiedlungen. Deren Hütten klammern sich in aus der Not geborenem, verschachteltem Chaos aus Backstein, Blech und Holz an die grünen Hänge der Berghänge.

Kontraste: Lebensfreude ebenso wie Kriminalität

Woher nimmt die Copacabana ihren besonderen Reiz? Im Süden Rios reiht sich Strand an Strand, elf sind es insgesamt. Und zumindest jene von Ipanema und Leblon, direkt im Anschluss an die Traummeile, stehen dieser kaum nach, gelten bei den Einheimischen sogar als die etwas feineren Adressen. Aber genau das macht den Unterschied: Das Viertel der Copacabana repräsentiert sämtliche Kontraste dieser Stadt, die dort zu einer verwirrend gegensätzlichen Einheit gefunden haben. Dazu gehört Lebensfreude ebenso wie Kriminalität.

Am Strand spielen Kinder barfuß Fußball. Wer ihnen zusieht, wie sie den Ball in der Luft halten, damit er nicht im tiefen Sand versinkt, der versteht, warum diese Nation derart viele Ballkünstler hervorbringt. Fast ebenso populär wie Fußball ist mittlerweile Beach-Volleyball, allerdings eher bei den jungen Erwachsenen. Und auch die spärlich bekleideten Frauen, von denen jede zweite Postkarte aus Rio kündet, flanieren in Scharen an der Küste entlang.

Dunkle Seite des Ferientraums: Diebstahl und Prostitution

INFO-KASTEN: Rio de Janeiro

Reise-Infoservice für Brasilienreisende, Barbarastraße 74, 50735 Köln (Tel.: 0221/760 25 59, Fax: 0221/760 65 14)
E-Mail: brasilinfo@t-online.de
Internet: http://www.brasil.de

Die dunkle Seite des Ferientraums sind Diebstahl und Prostitution. Wer glaubt, an der Copacabana mit teurer Uhr am Handgelenk und Goldkettchen um den Hals Eindruck schinden zu müssen, hat beides möglicherweise schnell verloren. Einige Hotels lassen deshalb mittlerweile ihre Strandabschnitte bewachen - ein Stück Sicherheit, das allerdings mit der Aufgabe von Bewegungsfreiheit zu bezahlen ist: Die gut gebauten Herren von der Strandpatrouille sorgen für ein eher zwiespältiges Gefühl.

20 Dollar als die Lebensversicherung

Gäste sind gut beraten, die Ratschläge der Rezeptionisten zu befolgen: "Niemals mehr Bargeld als nötig am Leib tragen. Aber 20 Dollar sind die Lebensversicherung." Ihr Rat: Wer von einem bewaffneten Räuber bedroht wird, sollte zumindest etwas Geld in der Tasche haben und sofort zahlen. Dennoch tun Fremde gut daran, sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr in die schummerigen Seitengassen der Copacabana zu wagen. Während parallel zum Strand auf der Avenida Atlantica der Autoverkehr abebbt und die großen Stichstraßen mit ihren Läden und Bars zu umtriebigem Leben erwachen, wechseln in dunklen Gassen Drogen und Waffen die Besitzer.

Wer eine heile Welt in behüteter Umgebung sucht, sollte die Copacabana von der Liste seiner Traumziele streichen. Wer sich aber an die ungeschriebenen Gesetze für Besucher hält, dem bietet sie jenes Lebensgefühl, das ganz Rio beherrscht. Dazu gehört dann auch, auf der Terrasse einer Bar mit Blick auf den Atlantik an Caipirinha zu trinken - das Nationalgetränk der Brasilianer aus Zuckerrohrschnaps, Limetten, braunem Zucker und zerstoßenem Eis.

Matthias Huthmacher, dpa

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