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Klöster in Rumänien

Kulturelle Schätze mit Schattendasein

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Kulturelle Hochburg vergangener Zeiten - im Männerkloster Neamt war früher eine Schule für Kalligrafie untergebracht.

Suceava - "Ich wünsche Ihnen, im Licht zu sein", gibt Schwester Elena vom Kloster Voronet in der rumänischen Süd-Bukowina dem Besucher mit auf den Weg. Dem klaren und wissenden Blick der gebildeten Nonne kann sich keiner entziehen, zu ergreifend ist die abendliche Atmosphäre rund um die Klosterkirche mit ihren einzigartigen Außenfresken. Auch ohne gläubig zu sein, ist eine Reise entlang der orthodoxen Klöster in der Moldau, der nordöstlichen Region Rumäniens an der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien, eine eindringliche Erfahrung.

Zu Recht ist das Land am Rande Europas stolz auf sein kulturelles Erbe. Und so verhallt es nicht ungehört, wenn Schwester Elena zu bedenken gibt: "Es werden viele bittere Worte geschrieben, aber Sie haben die moralische Pflicht, auch an das Kloster Voronet zu denken. Schreiben Sie nicht nur über Straßenkinder und Politik, sondern auch über die Schönheit." Doch der Schatten Ceausescus und die Reformfeindlichkeit der nachfolgenden Regierung verengen oftmals den Blick des Auslands auf Rumänien.

Von Übergriffen der Nachbarvölker bedroht

Die eher ländliche und relativ bevölkerungsarme Moldau, an deren Westseite sich die Ostkarpaten erstrecken, ist historisch und kulturell eine der interessantesten Regionen des Landes. Das ehemalige Fürstentum profitierte zwar von seiner Lage an einer wichtigen Handelsstraße Europas, musste aber gleichzeitig über die Jahrhunderte hinweg die Übergriffe mächtiger Nachbarn fürchten. Ungarn, Polen, Türken, Habsburger und zuletzt die Russen erhoben Ansprüche, so dass lediglich das heutige Gebiet von der Wasserscheide der Ostkarpaten bis zum Fluss Prut und im Süden bis zum Donauknick bei Galati übrig blieben.

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Zeitreise mitten in Europa - für Touristen hat die Armut der Ostkarparten vorwiegend idyllische Seiten.

Nicht nur die reizvolle Landschaft aus fruchtbaren Hochebenen und schmalen Gebirgstälern, sondern auch die teils über und über mit Außen- und Innenfresken bemalten Moldau-Klöster sind außerhalb der Landesgrenzen noch weitgehend unbekannt. Besonders unter den moldauischen Fürsten Alexander dem Guten, Stefan dem Großen und Petru Rares entstand hier im 15. und 16. Jahrhundert eine Klosterkultur, die sich mit den Werken der Kirchenkunst in Italien, Deutschland und Frankreich messen kann.

Fassadenmalerei als Bibelbotschaft

Der Klosterarchipel der Süd-Bukowina, dem dicht bewaldeten nördlich gelegenen "Buchenland", steht als Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco und ist größtenteils restauriert. Die meist nur noch an der Sonnenseite erhaltene Fassadenmalerei der Abteikirchen von Humor, Moldovita, Arbore, Voronet und Sucevita sollte dem einfachen Volk einem Bilderbuch gleich Geschichten und Botschaften der Bibel nahe bringen. Allerdings stand im Kampf gegen die jeweiligen Feinde - Tartaren, Türken oder Mauren - bei so mancher Freske die politische Erziehung im Vordergrund.

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