[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Sambias Tourismus strebt nach vorne

Hoffnung an den Victoria-Fällen

Anklicken zum Vergrößern

Livingstone - An Bord der "African Queen" zeigt Cliff mit weit ausholender Geste auf die gegenüber liegende Seite des Sambesi. Rund 30 Boote sind oberhalb der Victoria-Fälle fest am Ufer vertäut: Dort liegt Simbabwe, und dort wurde früher viel Geld mit Touristen verdient.

"Nun ist bei denen der Tourismus tot, und wir sind endlich am Zuge", sagt der Bootsführer mit zufriedenem Grinsen. Er stammt vom Sambesi-Ufer auf der Seite Sambias. Seine nach einem Kinoklassiker benannte Barkasse ist ausgebucht mit Urlaubern - Geld strömt auf einmal in den einst herunter gewirtschafteten Ort Livingstone.

Livingstone war lange Zeit eine unattraktive Kleinstadt, deren Einwohner mehr schlecht als recht von der Textilwirtschaft lebten - und die nun durch den Tourismus neue Hoffnung erfahren. "Nach der Privatisierung wurden viele Textilbetriebe geschlossen, und die Stadt entwickelte sich zunehmend zur Geisterstadt", sagt Vincent Katanekwa, der Leiter des Livingstone-Museums, das nach dem Afrikaforscher David Livingstone benannt wurde, der 1855 die Victoria-Fälle entdeckt hat.

Von einer geisterhaften Provinz-Hauptstadt zum boomenden Touristenzentrum

Käme der Brite heute an den Ort seiner Entdeckung, müsste die Welt nicht mehr Monate lange auf eine Nachricht von ihm warten: Im frisch eröffneten Postamt stehen Computer mit Internet-Zugang zu Verfügung. Und der US-Journalist Henry Morton Stanley, der Livingstone wochenlang mühselig auf den Fersen war, könnte heute direkt aus Johannesburg bequem im Flugzeug einschweben. Auf Livingstones Flughafen treffen fast täglich Urlauberjets aus der südafrikanischen Metropole ein, die gerade mal anderthalb Stunden entfernt ist.

Zur Erforschung der Region stehen heute Ultraleicht-Flugzeuge, Kajaks, Helikopter, Rafting-Boote, Geländewagen und Fesselballone zur Verfügung. Die Wandlung der Provinz-Hauptstadt von einer Geister- zur Boomstadt wurde indirekt durch die chaotische Situation im Nachbarland Simbabwe ermöglicht, die dem bis dahin dort blühenden Tourismus einen nachhaltigen K.O.-Schlag versetzt hat. Sambia, das auf der anderen Seite der spektakulären Wasserfälle liegt, ergriff mit südafrikanischem Kapital und Knowhow seine Chance.

Sonnenfinsternis als Hoffnungsträger

Die Sun-Gruppe aus Johannesburg investierte 55,8 Millionen Dollar (etwa 123,6 Millionen Mark) in den Bau eines gerade teileröffneten Hotelkomplexes, der ein Drei- sowie ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel inklusive eines Konferenzzentrums für 350 Personen umfasst. Und der sambische Staat legte noch mal elf Millionen Dollar für die Modernisierung des Flughafens der Stadt obendrauf.

Anklicken zum Vergrößern

Das für 60 Jahre vom örtlichen Dorfchef gepachtete 46 Hektar große Hotel-Areal am Sambesi genießt die Vorzüge einer Art Freihandelszone. Seine Besucher benötigen keine Einreise-Visa, sondern werden am Flughafen von freundlich lächelnden Beamten durchgewunken - für afrikanische Verhältnisse geradezu revolutionär. Die Besuchergebühr für die Wasserfälle, die auf der Seite Simbabwes bei 20 Dollar pro Person und Besuch liegen, entfällt. "Wir haben ganz bewusst darauf gedrängt, dass schon beim Empfang der Urlauber durch die Behörden eine ganz neue Kultur umgesetzt wird", sagt Hotelmanager John Airey.

Obwohl der Komplex gerade erst eröffnet hat, kann er sich über einen Mangel an Gästen nicht beklagen. Das Drei-Sterne-Hotel "Sun International" ist ausgebucht, für das Fünf-Sterne-Hotel "Royal Livingstone" gibt es schon vor der Eröffnung am 15. Juni zahlreiche Anfragen. Einer der Trümpfe ist die totale Sonnenfinsternis, die am 21. Juni im südlichen Afrika die Sonne gut vier Minuten verdunkeln und der Region Besucher aus aller Welt bescheren wird. In Sambia gilt sie als Hoffnungsträger: Das Land liegt in der Kernschattenzone.

Ralf E. Krüger, gms - Fotos:gms

IVWPixel Zählpixel

Zuletzt geändert von tea