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San Franciscos Golden Gate Bridge:

Sinfonie in Stahl

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San Francisco

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San Francisco - Rostrote Zwillingstürme strecken sich nach dem stahlblauen Sommerhimmel Kaliforniens. Der wilde Pazifik umspielt ihre kantigen Zementfüße. Gischt sprühende Wellen brechen Sonnenstrahlen in alle Facetten des Spektrums und tauchen die Golden Gate Bridge in funkelndes Rampenlicht.

128 zierliche Schwanenhals- Laternen neigen bescheiden die Köpfe. San Franciscos berühmtes Wahrzeichen - meisterhafte Verbindung von Technik und Kunst, Hitchcock- Film-Star, Sinfonie in Stahl und Art-Deco-Skulptur - ist die meist fotografierte Brücke der Welt.

Ein Bild von einer Brücke

Hoch über ihrem Hauptspann schaukeln schneeweiße Seemöwen in der Meeresbrise. Der warme Westwind streicht über die vertikalen Tragseile als wären es gigantische Harfensaiten. Wer die Sinne schärft, kann es hören: Die Brücke summt leise und wiegt sich dazu im Takt. Um Orkanböen oder Erdbeben auszugleichen, schwingt sie bis acht Meter zur Seite. Die beiden mächtigen Hauptkabel - im Durchmesser etwa einen Meter dick und nach einem Patentverfahren des deutschen Einwanderers John Roebling aus 129 000 Kilometern Draht gesponnen - halten die sechsspurige Fahrbahn in sicherer Balance. Vertrauensvoll schippert eine Parade von bunten Fährbooten Segelschiffen und Ozeandampfern darunter hinweg.

Ein Bild von einer Brücke: Die Natur hat es mit allen Grüntönen der Farbpalette gerahmt - im Süden die dunklen Nadelwälder der San-Francisco-Halbinsel, im Norden die smaragdfarbenen Grashügel von Marin County. Der berühmte Küstennebel, der die Fundamente umhüllt und die Pfeiler schweben lässt, verleiht dem ganzen eine Spur von Surrealismus. Bewunderer aus aller Welt haben Bilder der Brücke in ihren Wohnzimmern aufgehängt. Doch steht man vor dem Original, fällt es schwer, ihre ätherische Schönheit als dreidimensionale Realität zu begreifen. Vielleicht sind ihre Formen schon allzu vertraut?

Keine ruhige Minute seit der Eröffnung

Ihre Maße sind bekannt: 2 737 Meter lang, 27,4 Meter breit, 227 Meter hoch. Ebenso ihre Superlative: Bei der Einweihung am 27. Mai 1937 war sie nach vierjähriger Bauzeit die längste Hängebrücke der Welt. Erst 1964 stahl ihr New Yorks Verrazano Narrows Bridge den Titel. Rund 200 000 Menschen spazierten bei der Eröffnung hinüber. 48 davon mussten von Sanitätern gegen Fußblasen behandelt werden. Bei der Eröffnung für den Straßenverkehr tags darauf wurden 32 300 Autos gezählt. Seitdem hatte die Golden Gate Bridge keine ruhige Minute.

INFO-KASTEN: San Francisco

Kalifornien Information, Romanplatz 10, 80639 München (Tel.: 089-178 28 23; Fax: 089-178 28 11); San Francisco Convention & Visitors Bureau, 201 Third Street, Suite 900, CA 94103 (Tel. von Deutschland: 001-415-974 69 00)
Internet: http://www.sfvisitor.org

Über die gleichnamige Meeresenge - 1864 von Captain John Frémont benannt, der sich an Istanbuls "Goldenes Horn" erinnert fühlte - wälzt sich heute ein endloser Strom von Fahrradfahrern, Fußgängern und mehr als 115 000 Fahrzeugen pro Tag. "Und der Rost schläft nicht mal nachts", stöhnt Stahlarbeiter Ken Hopper. Zusammen mit 16 schwindelfreien Kollegen und 38 Malern kämpft er verbissen gegen die Korrosion. Jährlich werden etwa 19 000 Liter Farbe mit dem irreführenden Namen "International Orange" verstrichen - auf rund 72 000 Tonnen Stahl, Nebelhörner, Überwachungskameras und sogar auf die mobilen Klo-Häuschen der Service-Crew.

Anti-Selbstmord-Hotline von der Brücke aus erreichbar

Nur die Notruf-Kästen bleiben leuchtend gelb. Drin stecken graue Telefone für schwarze Stunden. Rat Suchende werden vom Brückenwärter gleich mit der Anti-Selbstmord-Hotline weiterverbunden. Offizielle Zahlen werden tot geschwiegen. Doch nach Schätzungen von Selbsthilfe-Gruppen stürzten sich hier bislang mindestens 1 100 Menschen in die Tiefe. Damit hatte Chefingenieur Joseph Strauss sicher nicht gerechnet. Während der Konstruktion ließ er extra ein Sicherheitsnetz installieren. Erfahrene Brückenbauer rechneten damals mit einem Todesopfer pro verbauter Million. Doch Strauss verlor bei dem 33,6 Millionen Dollar-Projekt "nur" elf Arbeiter.

Namen gestorbener Bauarbeiter leuchten golden

Eine Bronzeplakette erinnert heute an ihre Namen. Sie ist auf westlichen Seite des Brücken-Gehwegs montiert und leuchtet golden, wenn die Sonne im Meer versinkt.

Heike Schmidt, dpa

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