[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Wandern im Hotzenwald

Ein unbekanntes Stück Schwarzwald

Anklicken zum Vergrößern

SCHWARZWALD

  • Foto-Show
  • Infos/Tipps
  • Kurve um Kurve windet sich die schmale Landstraße von Bad Säckingen im Süden des Schwarzwalds nach oben - 500 Höhenmeter sind von dem Heilbad am Hochrhein bis nach Rickenbach zu überwinden.

    "Nach Süden steht der Hotzenwald wie eine Wand über dem Hochrhein", erläutert Rickenbachs Bürgermeister Georg Keller die landschaftlichen Besonderheiten. "Oben" im ziemlich genau 30 mal 30 Kilometer großen Hotzenwald ist das Land hügelig: Kleine Dörfer und Weiler liegen eingestreut zwischen dunklen Fichten- und Laubwäldern. Kaum befahrene Straßen schlängeln sich nach Rickenbach, Herrischried und Görwihl, den drei ruhigen Dörfern des Hotzenwaldes.

    Leben von den kargen Erträgen der Landwirtschaft

    Erst vor rund 30 Jahren entdeckte der Tourismus diesen abgelegenen Südteil des Schwarzwaldes, dessen Bevölkerung bis dahin hauptsächlich von Heimarbeit und den kargen Erträgen aus der Landwirtschaft lebte. Der Name "Hotzen" stammt vermutlich von "Houtz", der alt-alemannischen Bezeichnung für Bauern oder Wälder. Mehr als 1000 Kilometer Wiesenpfade und Wanderstrecken weist der Hotzenwald auf.

    Eine der schönsten Routen ist der 15 Kilometer lange Höhenrundweg, auf dessen Verlauf von dem kleinen Weiler Strick über den Hornbergspeicher nach Niedergebisbach und Altenschwand sich dem aufmerksamen Wanderer Geschichte und Geschichten dieser unbekannten Schwarzwald-Region erschließen.

    Wie eine riesige Badewanne

    INFO-KASTEN: SCHWARZWALD

    Tourismus Südlicher Schwarzwald, Postfach 1642, 79744 Waldshut-Tiengen, Tel. 07751/864 44, Fax 07751/861 64
    Internet: www.schwarzwald-sued.de und www.rickenbach.de

    Wie eine riesige Badewanne passt sich der Hornbergspeichersee auf 1048 Meter Höhe an der höchsten Stelle des Landes in die Wälder ein. Vor 30 Jahren errichtet, galt das ovale Wasserbecken damals bei Landschaftsschützern als schwerer Eingriff in die Natur. Doch längst haben sich die Wogen geglättet, schließlich treiben die Wassermassen aus dem See auf natürliche Weise das 630 Meter tiefer gelegene Kraftwerk an. Wanderer können bei guter Sicht von Aussichtspunkten am Hornbergspeicher aus prächtige Panoramablicke genießen.

    Wie heutzutage durch den Hornbergspeicher wurde die Energie des Wassers im Südschwarzwald schon in früheren Jahrhunderten genutzt. Nirgendwo in Deutschland gibt es so viele Wasserkraftwerke wie in dieser Region. Bereits um das Jahr 1100 herum sollen im Hotzenwald die ersten "Wuhren" entstanden sein - schmale, von Menschenhand angelegte Kanäle, mit denen einerseits die Bauern das wertvolle Nass der Gebirgsbäche zur Bewässerung der Wiesen umleiteten, und andererseits im 19. Jahrhundert die ersten Fabrikanten über Turbinenschaufeln und Transmissionen Hammerwerke, Schmieden und Webstühle in Gang setzten.

    Arbeiten mit der Kraft des Wassers

    Schon viele Jahre vor der Elektrifizierung wurde so an 200 Stätten im Hotzenwald mit der Kraft des Wassers gearbeitet, erfährt man beim Besuch des Mitte September 2001 eröffneten kleinen "Energiemuseums" in Rickenbach-Hottingen.

    In der Nachbarschaft des Hornbergspeichers haben fromme Bauern um 1780 die Ödlandkapelle errichtet, als Dank dafür, dass ihr Vieh von der Rinderpest verschont geblieben war. Heute lädt die Kapelle ein zu Meditation und Rast. Vorbei an Obergebisbach und den Skiliften von Herrischried führt der Rundweg - in den schneereichen Wochen gegen Ende Januar und im Februar tummeln sich hier die Abfahrtsläufer.

    Nicht nur das Skifahren, sondern auch das Wandern macht hungrig. Im Hotzenwald servieren Gasthäuser und Bauernhöfe in ihren urgemütlichen Vesperstuben herzhafte Brotzeiten und nach Großmutters Rezepten das traditionsreiche "Brägele" - würzige Bratkartoffeln auf Hotzenwälder Art. Nach den ausgedehnten Wanderungen ist das genau das passende Gericht, das jetzt von immer mehr Gastwirten im Hotzenwald entdeckt wird, nachdem es viele Jahre als Arme-Leute-Essen verpönt war.

    Bernd F. Meier, gms

    IVWPixel Zählpixel

    Zuletzt geändert von tea