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Tansania:

Die Serengeti - Hemingways Traum

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Reiche Ausbeute für Hobbyfotografen - neben Elefanten sind in der Serengeti auch Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden so gut wie garantiert anzutreffen.

Arusha - Schon der Schriftsteller Ernest Hemingway geriet bei der Beschreibung der Serengeti ins Schwärmen: "Ich konnte es nicht fassen, dass wir plötzlich in eine derart wunderbare Gegend gekommen waren. Es war ein Land, um beglückt aufzuwachen, weil man davon geträumt hatte."

Hemingways Traum von Afrika mit seinen vielen Farben und Facetten träumt wohl jeder irgendwann einmal. Hauptdarsteller sind die "Big Five", die fünf großen Tierarten des Kontinents: Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden. Und Kulisse für den Traum ist meist die Serengeti in Tansania.

Siringet heißt: "Unendliche Weite"

Drei Millionen große Säugetiere leben in diesem Nationalpark, der in der Sprache der Massai Siringet heißt: "Unendliche Weite". Unendlich ist hier aber nicht nur die Weite, sondern auch die Anziehungskraft, die das Gebiet auf Besucher ausübt. An dieser Sehnsucht nach Abenteuer und Wildnis nicht ganz unschuldig ist Bernhard Grzimek, der das deutsche Fernsehpublikum mit seinen Tierfilmen über den Nationalpark in Tansania verzauberte. Er setzte sich dafür ein, dass die Serengeti ebenso wie Hemingways Traum von Afrika weiterleben kann.

Von Horizont zu Horizont

Und wie sie lebt, die Serengeti: Tausende von Gnus, Zebras und Gazellen grasen hier von Horizont zu Horizont. Sie kommen mit dem Regen aus der Masai Mara in Kenia, galoppieren übermütig über das frische Grün und bringen hier ihren Nachwuchs zur Welt. Ein- bis zweimal jährlich unternehmen sie in riesigen Herden diese faszinierende Wanderung.

Rhythmus von Leben und Tod, Anpassung und Wanderung

Wenn im Mai das Grün wieder knapp wird, zieht der riesige Treck erneut in Richtung Nordwesten. Erst im Juli oder August erreicht er die Masai Mara, die dann bis Oktober ratzekahl gefressen ist. Immer im ständigen Rhythmus von Leben und Tod, Anpassung und Wanderung bewegen sich die Tiere.

Tourismus gibt es in der seit 1951 unter Naturschutz stehenden Serengeti, die mit 14 763 Quadratkilometern so groß wie Schleswig-Holstein ist, nur in einem verträglichen Maß. Wohltuend ist der Kontrast zu Kenia, wo Reisende ihre Pirschfahrten in Rudeln von Kleinbussen antreten, immer in der Spur ihrer Vorgänger.

Keinem geht eine Begegnung der tierischen Art durch die Lappen

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Wanderer zwischen den Futter- und Wasserstellen: Zwei Mal jährlich wechseln die Zebras in riesigen Herden von der Maisai Mara in Kenia in die Serengeti und zurück.

Ein idealer Ausgangspunkt für eine Safari ist die Stadt Arusha, in deren Nähe auch der internationale Flughafen Kilimanjaro Airport liegt. Im offenen Jeep geht es über buckelige Pisten, Wasserlöcher und unwegsame Steppe - Stunde um Stunde, ohne einem anderen Fahrzeug zu begegnen. Die Gruppen sind klein, seit den Anschlägen vom 11. September mitunter winzig. Anstrengend sind die Touren schon, aber nicht ermüdend. Zu abwechslungsreich gibt sich die Landschaft, zu groß ist die Artenvielfalt. Nichts wiederholt sich, alles fasziniert immer wieder aufs Neue. Und Fahrer und Guide passen höllisch auf, dass keinem eine Begegnung der tierischen Art durch die Lappen geht.

Das ffentheater der Paviane

So bleibt auch die Gepardenfamilie nicht unentdeckt, die sich träge unter einem Baum niedergelassen hat. Bullige Hippos amüsieren sich zu zweit im Wasserloch. Ein verstohlener Blick, und schnell sind mehrere Filme verknipst. Die ideale Zeit für Fotos sind der Morgen und der späte Nachmittag, dann ist das Licht am besten. Der Puls der Besucher rast: Jetzt nur keine hastige Bewegung machen, nur ja nicht den Motor starten. Noch reicht das Licht, um diese Augenblicke für immer festzuhalten.

Ein wahres Affentheater veranstalten die Paviane, die in der Region weit verbreitet sind. Auch zahlreiche Stummelaffen und Meerkatzen leben hier. Giraffen sind zu sehen, die bis zu sechs Meter hoch werden und bis zu 800 Kilogramm auf die Waage bringen. Doch auch die Landschaft fasziniert: In dunstiger Ferne erhebt sich majestätisch der Kilimandscharo, der bei den Afrikanern als "Berg der bösen Geister" gilt.

In der Nacht ist das Brüllen der Löwen nah

Doch Hemingways Afrikawelt erwacht erst richtig bei Nacht, wenn alles raschelt und rauscht, girrt und gluckst, keift und keckert. Nur eine Zeltwand trennt den Menschen von der Wildnis, von kauenden Büffeln und stampfenden Elefanten. Das Brüllen der Löwen ist nah. Doch nach dem hervorragenden Sechs-Gänge-Menü, dem Rotwein am Lagerfeuer und einem Gefühl irgendwo zwischen Romantik und Melancholie stellt sich die Bettschwere ohnehin rasch ein.

INFO-KASTEN: Tansania

Afrika Pur Touristik, Postfach 1216, 61273 Wehrheim, (Tel. 06081/98 15 88); Safariveranstalter Abercrombie & Kent, deutsche Niederlassung: Tailor Made Consulting, Neumannstraße 6, 60433 Frankfurt (Tel.: 069/60 90 59 15)

Wer sich für ein Zeltcamp der Luxusklasse wie das Kusini Camp entscheidet, muss auf nichts verzichten: Weder auf sein weiches Bett, noch auf seine eigene Toilette oder die heiße Dusche. Alles liegt direkt am Zelt - im liebevollen Service inbegriffen ist sogar die Wärmflasche, die Abend für Abend die Laken wärmt.

Guten morgen mit "Early morning tea"

Der nächtliche Traum von Hemingways Afrikawelt endet morgens ganz sanft: Mit einem leisen Ratschen des Reißverschlusses und einem freundlichen "Early morning tea". Nun ist Zeit für ein üppiges Frühstück mit allem, was dazugehört, etwa dem Blick auf die grünen Hügel. Ein neuer Tag beginnt, an dem die Serengeti wieder viel zu bieten hat - zu viel, um diesen Tag in Hemingways Afrika nur zu verträumen.

Heike van Braak, dpa

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