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Traumstrände und mehr auf den Seychellen

Paradiesinseln vor Afrika

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SEYCHELLEN

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  • Victoria - Für manche Menschen sind die Seychellen das Paradies schlechthin: 115 Inseln ziehen sich wie eine Mondsichel vom Äquator bis hin zur Nordspitze Madagaskars durch den Indischen Ozean, und die wenigsten sind touristisch erschlossen.

    Stattdessen wurde fast die Hälfte des 1,3 Millionen Quadratkilometer großen Archipels zu Nationalparks erklärt. Wie von Riesenhand verstreut, liegen hier gewaltige Granitblöcke am feinsandigen Strand, an den sanft und badewannenwarm das Meer schwappt. Die Inseln dürfen sich mit allerlei Superlativen schmücken: Die größte Kokosnuss der Welt ist hier zu Hause, ebenso eines der reizvollsten Tauchreviere. Das Ganzjahresziel verwöhnt sonnenhungrige Europäer mit im Schnitt 27 Grad Celsius.

    Ihre Schätze stellen die Seychellen samstags auf dem Markt in der Hauptstadt Victoria zur Schau: Mangos, Bananen, Ananas und Papaya sowie frische Fische wie Bonito, Tunfisch und Makrelen sorgen dafür, dass sich die Tische biegen. Wichtig für die kreolische Küche sind auch Passionsfrucht, Guave, Litschi und Gewürze wie Zimt, Vanille, Patchouli, Kardamom, Nelken und Muskat, die im "Jardin du Roi", dem Königsgarten in Anse Royale auf der Insel Mahé, angebaut werden.

    Begehrtes Ziel für Eroberer und Piraten

    Es ist kein Wunder, dass die Seychellen seit der Entdeckung durch Vasco da Gama 1502 ein begehrtes Ziel für Eroberer und Piraten waren. Nacheinander waren die Seychellen französische und britische Kolonie. Ihren Namen erhielten sie von Jean Moreau de Séchelles, einem Finanzminister von Frankreichs König Ludwig XV. Im 19. Jahrhundert wurden die Inseln zum Verbannungsort für Könige und Sultane.

    Erst 1976 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen. Heute leben etwa 78 000 Seychellois auf den drei großen bewohnten Inseln Mahé, Praslin, La Digue und auf 38 benachbarten kleinen Inselchen. Überall lautet der Willkommensgruß "Byenveni" auf Kreolisch - einer Sprache, die neben den Amtssprachen Englisch und Französisch benutzt wird.

    Heimat von 150 000 Riesenschildkröten

    Gleich zwei Orte wurden von der Weltkulturorganisation Unesco zum Weltnaturerbe erklärt: Aldabra, das weltgrößte Atoll und Heimat von 150 000 Riesenschildkröten, sowie das Maital auf Praslin, die Heimat des Wasa-Papageis und der Seychellennuss, die an 800 bis 1000 Jahre alten Palmen wächst. So perfekt ist die "Coco de Mer" einem weiblichen Becken nachgeformt, dass sich viele Mythen darum ranken. Selbst die Vermehrung wirkt menschlich: die weibliche Pflanze braucht in ihrer Nähe ein männliches Gegenstück. Da der Nuss aphrodisierende Wirkung nachgesagt wurde, war sie lange ein begehrtes Handelsobjekt. Heute wird sie mit einer Lizenz ab 200 Euro (391 Mark) verkauft.

    INFO-KASTEN: SEYCHELLEN

    Fremdenverkehrsamt Seychellen, An der Hauptwache 11, 60313 Frankfurt (Tel.: 069/292 06 45, Fax: 069/29 62 31). Zur Einreise reicht ein Reisepass, ein Visum ist nicht erforderlich. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober. Die trockensten Monate sind Juni und Juli. Warmen Tropenregen gibt es im Dezember und Januar.

    Ein Vogelparadies ist Bird Island: Das einzige Geräusch dort stammt von den gut zwei Millionen Rußseeschwalben, die sich von Mai bis Oktober hier einnisten. Neben der über 200 Jahre alten Schildkröte Esmeralda fühlen sich auf dem abgelegenen Eiland mit einer Lodge auch Taucher und Hochseeangler wohl. Auf La Digue, wo spektakuläre Granitblöcke am Strand als Kulisse für Werbeaufnahmen und Spielfilme dienten, ist das Ökobewusstsein besonders stark ausgeprägt: Die 2500 Bewohner dürfen nicht mehr als 30 Autos fahren. Ein neues wird erst angeschafft, wenn ein altes die Insel verlässt. Stattdessen nutzen die Einwohner Fahrräder und Ochsenkarren.

    Beliebt bei Schnorchlern und Tauchern

    Auf den Seychellen hat jede Insel ihren eigenen Charakter. Dennis Island etwa, eine der bekanntesten Koralleninseln des Archipels, bietet beste Voraussetzungen zum Windsurfen und Segeln. Das Hausriff vor dem 1,5 Quadratkilometer kleinen Inselchen ist beliebt bei Schnorchlern und Tauchern. Der Sage nach soll hier ein Piratenschatz vergraben sein, den selbst der Inselbesitzer noch nicht gefunden hat. 230 Kilometer von Mahé entfernt liegt das Robinson-Eiland Desroches. Es ist von einem 70 Kilometer langen Riff umgeben, ein Tauchzentrum erschließt Farbenpracht und Fischreichtum der Unterwasserwelt.

    Auch im politischen Zentrum, in Victoria auf der Insel Mahé, zieht das Leben geruhsame Bahnen. In der Stadt trifft man sich zum Plausch am Uhrturm oder bewundert in Botanischen Garten die Pflanzenarten der Inseln, von denen etwa 75 nur auf den Seychellen vorkommen. Die meisten Hotels auf Mahé ziehen sich entlang der 1,5 Kilometer langen Beau Vallon Bay. Tagsüber wird dort Wassersport betrieben: Bunte Parasails schweben von Booten gezogen über Meer und Strand, abends wird unter dem Sternenhimmel getanzt. Manchmal versuchen dabei die Folkloregruppen, meist ungelenken Touristen den erotischen Sega-Tanz beizubringen, der einst von Sklaven in Ketten kreiert wurde, um ihre Gefühle auf einem minimalen Bewegungsradius auszudrücken.

    Schwimmen mit Wahlhaien

    Mit Walhaien tauchen heißt ein Programm des wissenschaftlichen Haicenters. In Zusammenarbeit mit diversen Tauchbasen werden von einem Leichtflugzeug aus die Walhaie geortet. Da die größten Fische der Weltmeere nur Plankton fressen, brauchen Hobbytaucher weder um Ausrüstung noch um Gliedmaßen fürchten. Auch in dieser Beziehung sind und bleiben die Seychellen für viele Menschen schlicht das Paradies.

    Dagmar Gehm, dpa

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