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Region Shannon buhlt erfolgreich um deutsche Gäste

Sanftes Herz im Westen Irlands

Schroffe Felsen, raues Meer und unendliche grüne Weiten - die Cliffs of Moher spiegeln Irlands ursprüngliche Seite wider - hart, aber herzlich. Foto: Ruch

Irland. Wer die Insel kennt, der gerät beim Klang dieses Namens in freudige Erregung. Die Heimat der O'Brians, O'Connors und O'Neills erobert auch auf dem Kontinent immer mehr Herzen. Und wer einmal ihren Atem spürte, den lässt sie so schnell nicht wieder los. Eire lautet der keltische Name der Insel. Die Region Shannon ist ein wirklich sehenswertes Stück davon.

"Sionna" - das ist keltisch und heißt Shannon. So wie die ganze Region, die sich rund um den gleichnamigen Flughafen über mehrere Countys erstreckt. Seit Mai 2000 fliegt Ryanair vom Hunsrück- Airport Hahn direkt ins Herz von Westirland. Und Shannon Region, für deutsche Touristen längst beliebtes Zielgebiet, erhofft sich davon einen weiteren Schub.

Zu Recht, denn die Gegend hat wahrlich viel zu bieten. Natürlich fehlt es nicht an klassischen Knüllern für Golfer und Angler. Aber auch die Wanderer kommen voll auf ihre Kosten, und eine ausgiebige Tour im führerscheinfreien Hausboot auf dem River Shannon ist geradezu ein Muss.

Stoische Gelassenheit

Doch wer die Insel wirklich liebt, der tut das vor allem wegen der Iren. Wegen ihrer rauen Herzlichkeit, ihrer Gastfreundschaft - und wegen ihres schwarzen Humors. Sie strahlen diese Gelassenheit von Menschen aus, die wissen, dass alles noch viel schlimmer kommen kann. Etwa bei der großen Hungerkatastrophe des Jahres 1845, die Millionen Todesopfer forderte. Viele irische Familien suchten damals ihr Heil in Großbritannien oder in Amerika.

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Foto:www.ireland-withpatpreston.com/ shannon-region.htm

Davon ist der "Celtic Tiger" derzeit aber weit entfernt. Die Wirtschaft wächst, Irland gilt in Europa als Musterland. Doch was interessieren den keltophilen Reisenden die Wirtschaftsdaten. Wer Wirtschaft hört, der denkt an die unzähligen Pubs. Denn die gehören zum irischen Lebensgefühl wie die Luft zum Atmen.

Da trifft man sich auf ein Schwätzchen, da sitzt man auch tagsüber an der Theke bei einem Pint Guinness, debattiert über Politik und was es sonst noch zu debattieren gilt. Etwa das irische Wetter, das sich oftmals binnen Minuten ändert. Und wenn es gar nichts mehr zu sagen gibt, dann lauscht man vielleicht, Füße stampfend, den Musikern, die mit Gitarre, Fidel und Bodhran melancholische Weisen oder deftige Trinklieder zum Besten geben. "Slainte!" Das ist keltisch und heißt Prost.

Trip bis zur keltischen Kul-Tour

In Shannon kann man sich übrigens prima spontan entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Die Busverbindungen am Airport sind gut. Auf der Hauptstraße rechts rum geht's in den County Limerick und in die gleichnamige Stadt, die Heerscharen von Möchtegern- Dichtern zum Versmaß a- a-b- b-a inspirierte. Ein idealer Standort für die Weiterreise zum "Ring of Kerry" oder in die wunderbare Welt der Killarney Area im Südwesten.

Nach links - da führt der Weg nach Ennis, das geschäftige, sehr ursprüngliche Hauptstädtchen des County Clare. Von dort geht's weiter ans Meer, durch sattgrünes Farmland hin zu den bunten Fischerdörfern - farbiger Protest gegen graue Wolkenhimmel. Auch die Cliffs of Moher finden wir dort. Rund 204 Meter hoch schießen die Felswände in den Himmel. Der Wanderer halte inne und genieße dieses grandiose Stück irischer Landschaft.

Teuflisch gut: Kaffee, Zucker, Whisky und cremige Sahne

"Slainte!" ruft unsere Reisebegleiterin Nandy lachend, als sie uns später in einem Pub die Herkunft des Irish Coffee erklärt. Dieses Nationalgetränk aus Kaffee, Zucker, Whisky und cremiger Sahne schmeckt einfach teuflisch gut. "Für die Entstehung gibt es eine offizielle und eine inoffizielle Version", klärt uns Nandy schmunzelnd auf. Hier gleich die inoffizielle, weil sie viel plausibler klingt: Es war der von Alkoholproblemen geplagte Barmann John Sheridan, der seinerzeit mit Kaffee und Creme seinen Whisky- Genuss zu tarnen suchte . . . Iren sind halt auch wunderbare Märchenerzähler!

Überhaupt: Wenn Nandy von ihrer Heimat und der allgegenwärtigen Geschichte spricht, dann leuchten ihre Augen. In keinem Landstrich der Welt stolpert man über so viele Burgen und Schlösser. Eine der imposantesten normannischen Burgen der Region ist Bunratty Castle. Und wer wissen will, wie es in Irland früher war, der sollte einen Besuch im angrenzenden Bunratty Folk Park einplanen. Dort lässt sich erleben, unter welch harten Bedingungen die Iren noch vor gar nicht langer Zeit ihr Dasein fristeten.

Alles reine Handarbeit

Catty ist so katholisch wie nahezu ganz Irland. Und sie stammt auch aus einer der typischen Familien, die oft mit zehn bis 15 Kindern gesegnet waren.

INFO-KASTEN: Irland & Shannon

Irische Fremdenverkehrszentrale Untermainanlage 7 60329 Frankfurt Tel.: 0180/500 31 16

  • http://www.irland-urlaub.de
  • http://www.12travel.ie/ie/Shannon/
    Weitere Irland-Reisen bei RZ-Online:
  • Mit Maiden und Met ins Mittelalter: Irische Burgen
  • Lektionen in Gälisch: Die irische Ursprünglichkeit

  • Catty weiß noch, wie die Dinge ohne Strom funktionierten. Und sie erklärt den Besuchern der alten Bauernkate mit rollendem "R", wie die Altvorderen in reiner Handarbeit aus Milch zarte irische Butter und schmackhaften Käse zauberten. Dazu frisches "raisin bread", das man früher nur zu Hochzeiten und Weihnachten servierte.

    Nach so viel Wissenswertem über Land und Leute lassen wir uns noch mal auf ein Pint in einem nahe gelegenen Pub nieder. "Slainte!" Die Musik spielt. Da sollte man sich Zeit gönnen und gleich noch ein zweites Pint bestellen. "Gura- mah- agut." Auch das ist keltisch und heißt danke - für ein so wundervolles Land.

    Manfred Ruch

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