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Skilaufen in Andalusien

Im Land der weißen Dörfer

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Granada - Heißer Strand und kalter Schnee müssen sich nicht ausschließen: In Andalusien sind sie Nachbarn. Die südspanische Provinz ist zwar vor allem als Ziel sonnenhungriger Sommerurlauber bekannt.

Doch hoch über den kargen Ebenen hinter den Stränden der Costa del Sol ragt das höchste Gebirge der iberischen Halbinsel auf: die Sierra Nevada. Eingebettet in eine wilde Landschaft aus spitzem Felsgebirge und sanften Tälern, schmiegt sich das südlichste Skigebiet Europas an einige ausgewählte Hänge des Naturparks.

Sechsmonatiger Winter

Sechs Monate im Jahr herrscht in der Sierra Nevada der Winter. Das Thermometer fällt dann weit unter null Grad. Die mehr als 3 000 Meter hohen Erhebungen - allen voran der mit 3 482 Metern höchste Berg des spanischen Festlands, der Mulhacen - verschwinden unter einer weißen Decke. Die nur im Sommer schneefreie Paßstraße bietet Blicke in die Ferne: Ist der Himmel klar, zeigt sich von den Gipfeln aus manchmal sogar die Nordküste Afrikas am Horizont.

Der Reiz der Sierra Nevada für mittel- und nordeuropäische Winterurlauber liegt weniger in der Güte der insgesamt 45 Pisten, unter denen nur fünf besonders anspruchsvoll sind. Vielmehr ist es die einzigartige Lage des Skigebiets: Es gibt wohl nur wenige Orte in der Welt, wo so berühmte Kulturdenkmäler, Wintersportmöglichkeiten und Strände ähnlich nahe beieinanderliegen wie in Andalusien.

Zeitreise in die Epoche der Mauren
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Das Mittelmeer befindet sich in 140 Kilometern Entfernung, nur 30 Kilometer trennen die Sierra Nevada von Granada. Hier erinnern eisige Winde - vor allem nachts - an die Nähe des Hochgebirges. Das ganze Jahr hindurch leuchten die weißen Gipfel im Hintergrund der Alhambra, Granadas berühmtem Kalifenpalast. Ein Besuch dort versetzt den Skifahrer zurück in die Epoche der Mauren. Erst 1492 mußte der letzte Maure den kastilischen Königen seine Schätze dort zurücklassen.

Weitere beliebte Ausflugsziele für "Brettlsportler" sind Cordoba und Sevilla. Cordoba, das nur wenige Autostunden von den Skigebieten entfernt ist, wartet mit einer der schönsten Moscheen der Welt auf: der Mequita. Im Halbdunkel formieren sich Hunderte von Säulen dort zu einem ebenso schlichten wie beeindruckenden Ensemble. Sevilla lockt vor allem mit dem ehemaligen Expo-Gelände, das sich in eine Museumslandschaft verwandeln soll. Monumental ist auch die Kathedrale der Stadt, deren Bauherren eine so riesige Kirche errichten wollten, daß man sie verrückt erklärte. Mit 130 Metern Länge und 76 Metern Breite zählt das Gotteshaus heute neben dem Petersdom in Rom und der St. Paul's Cathedral in London zu den größten Kirchen der Welt.

Orientalisch anmutende Kunst und Kultur
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Die ungewöhnliche Lage des Skigebiets inmitten orientalisch anmutender Kunst und Kultur zieht bislang nur wenige Deutsche an: Die "Cetursa" - die Verwaltung des Skigebiets rund um den Ort Pradollano - kann die Zahl der deutschen Pistensportler nicht beziffern, so gering fällt sie regelmäßig aus. Die wichtigste Gruppe ausländischer Touristen in der Sierra Nevada kommt aus dem Nachbarland Portugal. Bei den Gästen aus Nordeuropa sind die Briten Spitze.

Nur einmal schenkte die Welt den Hängen der Sierra Nevada große Aufmerksamkeit: 1996 richtete das Gebiet die Weltmeisterschaften im alpinen Skilauf aus. So viele Besucher wie während der Tage, als Alberto Tomba um den Sieg kämpfte, hat die Sierra Nevada danach nie wieder gesehen. Das mag auch daran liegen, daß nicht nur die WM an sich Aufmerksamkeit erregte - sondern vor allem die Tatsache, daß im Jahr zuvor, in dem die Wettkämpfe eigentlich stattfinden sollten, die Ski-WM in Spanien akutem Schneemangel zum Opfer gefallen war. Nach dem Sommer 1995, in dem ganz Spanien unter ungewöhnlicher Hitze zu leiden hatte, waren die Pisten versengte Grasmatten geblieben.

Ohne Schneekanonen geht's nicht immer

Heute allerdings verweist die Region stolz auf ihre Abfahrten. Viele Hochleistungssportler seien regelmäßig zu Gast und die Jury, die über die Austragungsorte der Ski-WM entscheidet, schätze besonders eine der Slalompisten, heißt es. Allerdings, so räumen die Veranstalter auch ein, werde regelmäßig mit Schneekanonen gearbeitet.

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Bei Spaniern erfreut sich das in 2 100 Metern gelegene Skidorf Pradollano, das auch "Solinieve" - zu Deutsch: "Sonne und Schnee" - genannt wird, großer Popularität. Die meisten Gäste stammen aus Andalusien oder Madrid. Viele sind Kurzurlauber und bleiben nur über das Wochenende - schließlich ist die Sierra auch für ihr Nachtleben bekannt. Die Einnahmen aus Bars, Cafes und Kneipen bilden hier nach denen aus Unterkunft und Restauration den drittwichtigsten Posten.

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Last edited: tea 03.12.2004 16:07