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St. Lucia:

Urlaub auf der Pirateninsel

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Klein aber fein - St. Lucia ist etwa so groß wie Hamburg, hat aber deutlich mehr Strände zu bieten.

Früher lebten auf St. Lucia Indianer. Dann hausten auf der karibischen Insel berüchtigte Piraten, und während des Zweiten Weltkriegs spähten Soldaten der US-Marine von hier aus nach deutschen U-Booten.

Heute sind der Staat St. Lucia und vor allem das vorgelagerte Pigeon Island ein Magnet für Urlauber aus aller Welt. Pigeon mit Fort Rodney, Museum, Ministrand und Heiratspavillon kann in 20 Minuten zu Fuß umrundet werden. Hier spielte sich der Großteil der Geschichte des Jahrhunderte umkämpften St. Lucia ab, das etwas kleiner als Hamburg ist und heute gut 154 000 Einwohner zählt.

Feinsandige Strände, Regenwälder und Kokosplantagen>

Die Insulaner sehen im Touristen mehr als einen Sonnenanbeter: "Wir möchten, dass unsere Gäste uns und unsere Traditionen, Kultur, Naturparks und Tierwelt kennen lernen" sagt Menissa Rambally, in der Regierung unter anderem für Fremdenverkehr verantwortlich und mit 24 Jahren eine der jüngsten Ministerinnen weltweit.

Die Insel gehört zu den Kleinen Antillen und liegt südlich von Martinique. Bettenburgen oder "Ballermann-Bars" sucht man hier vergebens. Finden kann man hingegen feinsandige Strände, Wasserfälle, Mineralbäder, Schwefelquellen sowie Vulkanreste, Regenwälder, Kokos-, Kakao- und Bananen-Plantagen.

Dampffend, brodelnd und nach Schwefel riechend

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Insel mit bewegter Geschichte - an den früheren Streit der Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich um das seit 1979 unabhängige St. Lucia erinnert unter anderem eine alte Kanone.

Der höchste Berg der Insel ist der Mount Gimle. Er misst 950 Meter. Zu den Attraktionen im Südwesten gehören die steil aus dem Meer ragenden kegelförmigen "Zwillinge" Petit Piton (736 Meter) und Gros Piton (798 Meter). Dampfend und brodelnd aktiv mit intensiv riechendem Schwefel sind noch ein paar Mulden von La Soufriere. Zu den Kraterresten führt eine Straße.

Eingebettet in einen botanischen Garten liegen die Mineralbäder am "Diamond"-Wasserfall. Der französische König Ludwig XVI. ließ das Bad für seine Truppen bauen. Alle diese Sehenswürdigkeiten liegen nahe des kleinen Küstenortes Soufriere. Auch nahe der Hauptstadt Castries an der Westküste gibt es schöne Strände und Buchten mit Hotels und Yachthäfen. Beliebt ist etwa Rodney Bay mit hellem Strand, Pubs und Restaurants.

Der einbeinige Pirat enterte viele spanische Galeonen

Die Pigeon-Insel ist seit 1973 über einen aufgeschütteten Damm erreichbar. Einer Legende zufolge liegt hier ein Seeräuberschatz vergraben. Tatsächlich überliefert ist, dass der französische Pirat Kapitän "Holzbein", Capitaine Jamb de Bois, im 16. Jahrhundert riesige Schätze anhäufte. Er nutzte die gute strategische Lage mit weitem Blick und günstigen Winden, die ihm als Angreifer auf See einen Heimvorteil boten. Der Einbeinige und seine wilden Gesellen enterten viele Galeonen der Spanier, erbeuteten Gold und andere wertvolle Fracht.

Indianische Ureinwohner siedelten auf den Inseln schon Jahrhunderte vor Ankunft der Europäer: Auf Pigeon Island wurden mehr als 1000 Jahre alte Tonscherben und Werkzeugreste entdeckt. Die Insel war in seiner Geschichte abwechselnd britisch und französisch. Unter anderem diente das Eiland als Heimstatt für Arbeitskräfte aus Indien und als Walfangstation. Aus Sorge vor deutschen U-Booten in der Karibik kam das US-Militär auf die Insel. "Die US-Navy war damals für uns ein wichtiger Schutz vor den Hitler-Booten", sagt Paul John, früherer Chef des Insel-Restaurants "Jamb du Bois".

Hochzeit unter Palmen

INFO-KASTEN:St. Lucia

Saint Lucia Tourist Board, 421a Finchley Road, London, NW3 6HJ England, Tel.: 0044/207/431 36 75, Fax: 0044/207/431 79 20

Heute ist Pigeon ein National-Park. Hier blühen Flamboyant-Bäume feuerrot, Alamanda-Büsche gelb, Oleander und Hibiskus in Weiß und Rosa. Ein kleiner Sandstrand lädt zum Baden, Hängematten zum Faulenzen. Zwischen Palmen und Büschen steht ein kleiner hölzerner Hochzeits-Pavillon. Und für den Empfang der Hochzeitsgäste ist das historischen Gewölbe der früheren Offiziersmesse "Captain's Cellar" geeignet. Der Keller liegt unter dem heutigen Museum, das auch über Ureinwohner und Seeschlachten informiert.

Neben dem Besuch von Castries mit seinen bunten Märkten, historischen Holzhäusern, der Kathedrale und einem riesigen, mehr als 400 Jahre alten Samaan-Baum am Walcott Square, ist eine Plantagen-Tour auf St. Lucia reizvoll. Diese Plantagen sind heute eine Mischung aus Wirtschaftsbetrieb und Museum. In Morne Coubaril Estate zum Beispiel werden nicht nur Prunkstücke, sondern auch kleine Hütten gezeigt, in denen früher Tagelöhner wohnten.

Tanz auf der Hauptstraße

Auf St. Lucia, das 1979 unabhängig von Großbritannien wurde, wird viel gefeiert: Karneval, Comedy- Jazz- und Creole-Festivals zum Beispiel. In Discotheken, Bars und bei Straßenfesten ertönen das ganze Jahr über Reggae, Calypso sowie französisch-kreolischer Zouk. Immer freitags ist auf der Hauptstraße von Gros Islet Tanz. Die Idee hatten einige Geschäftsleute, die vor etlichen Jahren die erste Fete mit Holzkohlen-Grill und Straßenband organisierten.

St. Lucia hat einen höheren Lebensstandard und höhere Preise als zum Beispiel die Dominikanische Republik. Die Insel kann pauschal aber auch individuell bereist werden. Linienflüge gibt es von London mit BWIA und British Airways. Condor fliegt per Charter von Deutschland aus. Das günstigste Flugticket kostet etwa 1400 Mark (715 Euro). Einfache Doppelzimmer im Hotel mit Bad und Ventilator gibt es umgerechnet ab 90 Mark (46 Euro), Luxuszimmer ab 300 Mark (153,40 Euro).

Bernd Kubisch, gms - Fotos: gms

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