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St. Moritz findet sich immer noch Spitze

"Top of the World"

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St. Moritz - Wenn deutsche Skifahrer spontan einen Wintersportort nennen sollen, fällt ihnen häufig zuerst St. Moritz in der Schweiz ein. Kein Wunder, daß 40 Prozent der Wintergäste von St. Moritz und den umliegenden Engadiner Bergorten aus Deutschland kommen.

Sie erliegen immer wieder dem Charme der Sonnenterassen auf dem Moritzer Hausberg Corviglia, der Faszination des gegenüberliegenden mächtigen 3 300 Meter hohen Piz Corvatsch oder der sportlichen Herausforderung von Lagalp und Diavolezza hinter Pontresina.

Skiparadies mit Schnee und Sonne

Es ist ein mit Schnee und Sonne gesegnetes Skiparadies, dank seiner Höhe von bis zu 3 300 Metern und statistisch 322 Sonnentagen pro Jahr. Schnee gibt es vor allem im November und Dezember, und dann jede Nacht. Denn Schneekanonen sind auch hier nicht mehr wegzudenken.

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Akzeptieren muß der Ort, dessen selbstbewußter Slogan "Top of the world" zusammen mit der Etablierung der geschützten Marke "St. Moritz" in der Branche auch nach Jahren noch als genialer Coup von Kurdirektor Hanspeter Danuser gefeiert wird, auch Zugeständnisse an den Massentourismus. Die Prominenz von Wirtschaft-, Kultur- und Politszene, die, wie Danuser sagt, mit ihrer Exklusivität und Eleganz einen wichtigen Teil des Ortsangebotes darstellt, hält sich in St. Moritz normalerweise vornehm zurück.

Keinen Schönheitspreis verdient

Da fällt eher auf, daß die fast legendäre Konditorei Hanselmann nur wenige Schritte von ihrem reich verzierten Stammhaus einen "Take-away" genannten Imbiß aufgemacht hat. Auch das muß es geben. Besucher registrieren beim Bummel durch den Ort ohnehin, daß St. Moritz keinen Schönheitspreis verdient hat. Es beschleicht einen manchmal zudem das Gefühl, als atme der Ort den Geist der seligen 60er und 70er Jahre, als etwa Deutschlands einstiger Vorzeige-Playboy Gunter Sachs als Dauergast im "Badrutt's Palace Hotel" residierte und den Ort in die Schlagzeilen hievte. Doch auch das "Palace" ist gealtert und wurde aus der Gruppe "Leading Hotels Of The World" ausgeschlossen.

Schnee und ewiges Gletschereis
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Den "normalen" Besucher, der eines der 12 500 Hotelbetten der Region bucht oder eine der 21 000 Ferienwohnungen des Oberengadins mietet, interessiert das nur am Rande. Er hält es lieber mit einem anderen deutschen Engadin-Freund: Hermann Hesse, wie auch Thomas Mann und Friedrichs Nietzsche regelmäßiger Gast in der Region, schrieb: "Und die wohl schönste, am stärksten auf mich wirkende von diesen Landschaften ist das obere Engadin". In der Tat bildet die Kombination aus ewigem Schnee und Gletschereis, Bergen und großen zugefrorenen Alpenseen eine beeindruckende Szenerie, die jeden Besucher an das Nietzsche-Wort erinnert, wonach hier die Heimat aller silbernen Farbtöne der Natur sei.

Wer einen Abstecher von St. Moritz nach Pontresina macht und mit den Langlaufskiern, zu Fuß, oder mit dem Pferdeschlitten ins Roseg-Tal an den Fuß des Gletschers fährt, bekommt Gewißheit, was Nietzsche damit gemeint hat. Hell glitzert der pulvrige Schnee, in der Ferne leuchtet der Roseg-Gletscher. Und wer Glück hat, sieht eine Gemse am Berg stehen. Ein kleines Paradies, wie es im Oberengadin einige gibt. Es scheint, als ob immer mehr Gäste auch mal einen Tag den Alpinski stehen lassen und sich auf Langlaufbrettern die Umgebung von St. Moritz anschauen. "Das Langlaufen wird auch bei jungen Leuten immer beliebter", sagt Barbara Schmutz vom Kurverein Pontresina. "Außerdem ist es eine gute Alternative, wenn das Wetter mal schlecht ist".

Schlechtes Wetter eher selten
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Da schlechtes Wetter in der fast schon italienisch geprägten Region aber durchaus selten ist, steht dem alpinen Skispaß kaum etwas im Wege. Wo 1859 noch der erste Skifahrer in der Engadiner Bevölkerung für Kopfschütteln sorgte, warten heute 350 Kilometer präparierte Pisten rund um St. Moritz, Silvaplana, Sils, Celerina und Pontresina auf Carver, Snowboarder und "normale" Skifahrer. Sie haben die Wahl zwischen 245 Kilometern mittelschwerer, 70 Kilometern leichter und 35 Kilometern schwerer Pisten. Über 67 000 Menschen können die Lifte und Seilbahnen befördern, so daß längere Wartezeiten selten sind.

INFO-KASTEN: St. Moritz

Schweiz Tourismus, Kaiserstraße 23, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/25 60 010)
Internet: http://www.switzerlandtourism
Kur- und Verkehrsverein, CH-7500 St. Moritz, Schweiz (Tel. von Deutschland: 0041/81/837 33 33)
http://www.stmoritz.ch
Oberengadiner Bergbahnen, Via Grevas 6, Ch-7500 St. Moritz (Tel.: 0041/81/830 00 00)
http://www.skiengadin.ch"

Herrliche Sonnenhänge

Daß sich auf der Corviglia und dem Corvatsch noch einige Schlepplifte finden, erstaunt ein wenig. Solche heute fast vorsintflutlich wirkenden Aufstiegsanlagen sind aus vielen Skigebieten längst zugunsten von Sesselbahnen verbannt worden. Die herrlichen Sonnenhänge der Corviglia locken natürlich die meisten der Engadin-Skifahrer. Hier gibt es auch die schönsten Hütten, auf deren Terrassen sich herrlich Sonnenbaden läßt. Kein Wunder, daß auch viele Spaziergänger deshalb den Weg ins Skigebiet finden.

Wer sich ein lukullisches Vergnügen gönnen will, kann von Ende Januar bis zur ersten Februarwoche im Restaurant von Retho Mathis in 2 500 Metern Höhe innovative fernöstliche Gerichte probieren - es ist die Zeit des St. Moritzer Gourmet-Festivals. Unbedingt probieren sollte man aber die "währschafte" Bündner Küche, seien es Cappuns (Mangoldwickel), andere Teigwaren wie Pizzokel oder Caponetti mit Steinpilzen oder Hirschleber mit Polenta, den Bergeller Geißkäse und natürlich das Bündnerfleisch.

Riesige Halfpipe

Danach geht es dann wieder gestärkt auf die Pisten, auf denen sich auch viele Snowboarder tummeln. Denn die Schweizer haben schon früh auf die "Snöber" gesetzt - nicht nur, weil Weltmeister wie Reto Lamm aus dem Engadin kamen. Die Halfpipe unterhalb der Bergstation der Signalbahn ist riesig und perfekt ausgefräst. Beginner-Routen, Secret Spots und natürliche Freestyle-Abschnitte finden sich in allen Gebieten im Engadin, das sich für diese Zielgruppe stilecht "boarder's valley" nennt.

Eine Tageskarte für das ganze Skigebiet kostet 54 Franken, rund 65 Mark, ein Abonnement für sechs Tage 258 Franken (315 Mark). Das ist nicht wenig, aber im Preis-Leistungsvergleich fährt man damit wirklich gut. Zumal die hervorragenden Busverbindungen zwischen den Skiarenen und sogar der Eintritt in die Hallenbäder inklusive sind. Die Langläufer zahlen für einen Tag auf den gut präparierten Loipen fünf Franken oder 20 Franken für die ganze Saison. Gänzlich umsonst sind die Spaziergänge in der herrlichen Bergluft und die Ausflüge, die einen sogar schnell über den Bernina-Paß nach Italien bringen können.

"Kleine Schwester" Pontresina
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St. Moritz und seine "kleine Schwester" Pontresina, die mit ihrem hübschen alten Dorfkern, guten Hotels und dem neuen Kongreßzentrum Rondo bei den Deutschen ebenfalls seit Jahrzehnten beliebt ist, haben sich für ein sportliches Großereignis zusammengetan: Gemeinsam richten die beiden Orte die Ski-Weltmeisterschaft im Jahr 2003 aus. Die Elite der Rennfahrerinnen und Rennfahrer wird dann erleben, was zehntausende Skisportler jeden Winter neu begeistert: St. Moritz und das Engadin sind noch immer "Top of the World".

Frank Heitmann, gms

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