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Tahiti:

Südseeparadies für Gutbetuchte

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TAHITI

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Papeete - Fröhlich klimpert und singt ein Männer-Trio in groß geblümten Hemden traditionelle Lieder.

Süß duften die Blumenkränze, die dunkelhäutige Schönheiten lächelnd den Neuankömmlingen um den Hals hängen: Selbst um kurz nach 2.00 Uhr nachts bemüht man sich auf dem Flughafen von Tahiti noch darum, allen Südsee-Klischees gerecht zu werden. Ob Tahiti, Bora Bora oder Moorea - die insgesamt 118 Inseln Französisch-Polynesiens verkörpern wie keine anderen den Traum vom Südsee-Paradies.

Fernab des Festlands in den Weiten des Pazifiks liegend, haben sie sich bis heute eine gewissen Exklusivität bewahrt. Dafür sorgt schon die lange Anreise. Hinzu kommen die teilweise enormen Preise: Günstig ist hier so gut wie nichts zu haben, weder Lebensmittel, noch Ausflüge und schon gar keine Hotelzimmer - das Paradies ist nur für Gutbetuchte erschwinglich.

Mit Baströcken spärlich bekleidete Frauen und Männer

Und diese kommen meist paarweise, um durch die tropischen Gärten der Luxusherbergen zu wandeln. Auf Flitterwöchner hat die Südsee nach wie vor eine magische Wirkung. Dementsprechend viele von ihnen turteln verliebt planschend durch die Swimmingpools und sehen sich beim abendlichen Candlelight-Dinner tief in die Augen - immer begleitet von den Klängen der allgegenwärtigen Folklore-Musikgruppen, die geradezu inbrünstig ihre Ukulelen und Stimmbänder strapazieren.

Einmal in der Woche treten in den meisten großen Hotels auch traditionelle Tanzgruppen auf. Zu wilden Trommelklängen zeigen mit Baströcken spärlich bekleidete Frauen und Männer ihre alten Tänze, die christliche Missionare einst als unsittlich verboten hatten.

"Wir wollen die Einheimischen als Wilde zeigen"

Einrichtungen wie das von dem Franzosen Olivier Briac betriebene "Tiki-Village" auf Moorea haben rund um die Tanzshows mittlerweile einen grellen Folklorerummel entwickelt. Nachdem zur Begrüßung eine Ukulele-Band aufgespielt hat, wird auf alte tahitianische Art in einem Erdofen gekocht. Dann wird das Publikum in eine Art Zirkusarena gebeten, um unter dem aggressiven Gebrüll des Ganzkörper-tätowierten Anführers der Truppe Kokosnüsse zu knacken oder Balztänze vorzuführen. "Wir wollen die Einheimischen als Wilde zeigen", erklärt Briac seine Show.

Nötig haben die Inseln solche Kommerz-Vorstellungen nicht. Wer echte Wildnis sucht, findet sie zum Beispiel auf Moorea und Tahiti im unerschlossenen Landesinneren. Bis zu 2000 Meter hoch ragen die mit Regenwald bewachsenen Bergmassive dort in die Höhe. Sollte der Weg zum Gipfel zu lang und zu anstrengend sein, bieten sich kleinere Tagestouren an - etwa durch das Fautaua-Tal auf Tahiti in der Nähe der Hauptstadt Papeete.

Über schmale Pfade geht es dabei immer weiter in den tropischen Wald hinein, vorbei an so exotischen Gewächsen wie der Shampoo-Pflanze. Die Einheimischen nutzten deren Blätter auch heute noch zum Haarewaschen, erklärt Hiro Damide, der regelmäßig Besuchergruppen durch die Bergwelt Tahitis führt.

Mit zwei, drei Machetenhieben wird die Kokosnuss geknackt

Doch längst nicht alles, was hier wächst, hat die Natur ausgesät. Kokospalmen und Orangenbäume etwa haben die Tahitianer angepflanzt - als Nahrung für längere Ausflüge ins Gebirge, zum Beispiel auf der Jagd nach Wildschweinen. Eine Kokosnuss zu öffnen - für Hiro ist das keine große Gästeunterhaltung, sondern Alltag. Mit zwei, drei Machetenhieben ist die Schale soweit geknackt, dass das erfrischende Wasser aus dem Inneren der Nuss getrunken werden kann.

Fautaua-Wasserfall zieht magaisch an

Plötzlich wird der ohnehin nicht breite Pfad noch schmaler und endet schließlich an einem steilen Abhang. Ein Seil zeigt an, wo es weitergeht: Am Tau hangelnd, immer wieder auf dem feuchten Boden abrutschend und leise fluchend kämpfen sich die Urlauber nach unten. Das Ziel der Wander- und Kletterpartie ist der Fautaua-Wasserfall, wo die Felsen eine natürliche Wasserrutsche gebildet haben und das Bergwasser zumindest für vorübergehende Abkühlung sorgt.

Wandern zählt in der Südsee bislang allerdings zu den ausgefallenen Freizeitaktivitäten. Die meisten Besucher verbringen ihren Aufenthalt am und im Meer, das hier so blau zu sein scheint wie nirgendwo sonst auf der Welt.

INFO-KASTEN: Tahiti

Fremdenverkehrsamt von Tahiti und seinen Inseln, Bockenheimer Landstraße 45, 60325 Frankfurt, Tel.: 069/971 48 40, Fax: 069/72 92 75,
E-Mail: info@tahititourisme.de
Internet: http://www.tahititourisme.de

Wie eine gigantische Badewanne schließt etwa die Atoll-Insel Rangiroa eine türkis schimmernde Lagune von 80 Kilometern Länge und bis zu 25 Kilometern Breite ein. Bereits im Uferbereich begegnen Schnorchler hier unzähligen tropischen Fischen, darunter Stachelrochen und - für Menschen ungefährliche - Schwarzspitzen-Riffhaie.

"Heute erst haben wir einen Hammerhai gesehen"

Die größeren Verwandten warten im tieferen Wasser außerhalb der Lagune: "Heute Morgen erst haben wir einen Hammerhai gesehen", erzählt Fred, Tauchlehrer auf Rangiroa. Auch Limonen-, Tiger- und Mako-Haie seien in den Gewässern um das Atoll herum häufig anzutreffen. Dazwischen tauchen Delfine anmutig ab, riesige Barrakuda-Schwärme glitzern wie Unterwasser-Diamanten, Stachelrochen schweben gleich Raumschiffen durch das große Blau - unter Wasser wird das Südsee-Paradies zu einem eigenen Universum.

Sandra Hoffmann, dpa

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