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Tempel und Schluchten in Taiwan

Mit der Bahn durch "Klein China"

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TAIWAN

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  • Taiwan ist für Reisende oft nur ein Zwischenstopp, zum Beispiel auf dem Weg nach Australien oder Südostasien. Das frühere Formosa hat jedoch auch abseits seiner Hauptstadt Taipeh viel zu bieten, egal ob es mit der historischen Holz- und Bananenbahn durch den Norden der Insel oder mit dem Expresszug die malerische Ostküste entlang geht.

    Das gut ausgebaute Bus- und Bahnnetz führt auch in entlegene Winkel, etwa in das Bergland im Süden, wo noch nach den alten Traditionen gelebt wird. Kulturliebhaber, Naturfreunde und Eisenbahnfans kommen in Taiwan gleichermaßen auf ihre Kosten.

    Eine Bahnreise in Taiwan ist alles in allem eine komfortable Sache - bis auf den Fahrkartenkauf. Unter den vielen Fahrkartenschaltern gibt es auch einen, an dem auch für "Langnasen" aus fernen Ländern lesbar und verständlich das Wort "Information" steht. Doch kann es passieren, dass der einzige Beamte, der Englisch spricht, gerade Mittagspause hat. Ausländer orientieren sich dann an den Zahlen auf den Tickets, die Abfahrtszeit, Gleis, Wagen und Ankunftszeit angeben.

    Über Hängebrücken zu Wasserfällen, Grotten und Höhlen

    Die Größe des Hauptbahnhofs im Zentrum der Drei-Millionen-Stadt Taipeh dürfte auch Besuchern aus Frankfurt oder Leipzig imponieren: ein halbes Dutzend Aus- und Eingänge, mehrere blitzblank geputzte Geschosse und Ladenzeilen, die Bahnsteige unter der Erde. Es wimmelt von elektronischen Anzeigetafeln mit chinesischen Schriftzeichen.

    Im kapitalistischen Taiwan, das den "großen Bruder", die Volksrepublik China, schon vor Jahrzehnten im Lebensstandard überrundet hat, ist Bahnfahren außerdem sehr preisgünstig. Die Region um Hua Lien an der Ostküste ist von Taipeh in gut drei Stunden mit dem Expresszug für umgerechnet etwa 35 Mark (etwa 18 Euro) zu erreichen und bietet sehenswerte Naturschauspiele: In der Tarokoschlucht hat sich der Liwu Fluss tief ins gebirgige Marmorgestein gegraben. Fuß- und Radwege führen über Hängebrücken auch zu Wasserfällen, Grotten und Höhlen. Eine üppige Flora und Fauna sowie Bergseen locken Wanderer an.

    Vergnügungsparks, Golfplätze und Fünf-Sterne-Hotels

    Zur Überraschung vieler Besucher gibt es das "Hua Lien"-Schild am Bahnhof in zweisprachiger Ausführung. Auch hat die Diesellok das alte "Dampfross" längst abgelöst: Die schwarzen Ungetüme sind fast nur noch auf dem Abstellgleis oder - wie in dieser Küstenstadt - neben dem Bahnhof blank poliert als Ausstellungsstück zu bewundern.

    Südlich von Hua Lien entstanden und entstehen immer noch Vergnügungsparks, Golfplätze und Hotels der Drei- bis Fünf-Sterne-Klasse. Auch der "Hot Spring Tourismus" soll angekurbelt werden: "Unser Land ist reich an gesundheitsfördernden heißen Quellen", sagt Chung-Hwa Tuo, Direktor im Taiwan Tourism Bureau.

    Eine Fläche kaum größer als Nordrhein-Westfalen

    Viele Menschen in Taiwan wünschen sich, dass ihr kleines Land auf der globalen Touristik-Landkarte besser zur Geltung kommt. "Viele Besucher wissen wenig oder nichts über die Ureinwohner unseres Landes, deren Geschichte und künstlerische Darbietungen", sagt Nichokolas Kuo, Mentor des Ami Cultural Village nahe Hua Lien, das sich dem Volk der Ami widmet.

    Die Insel Taiwan, offiziell Republik China, hat bisher alle politischen Stürme mit der großen Volksrepublik umschifft. Ihre gut 22 Millionen Einwohner leben auf 36 000 Quadratkilometern, einer Fläche nur wenig größer als Nordrhein-Westfalen. Die größten Gefahren gehen von Taifunen und Regenfluten aus, die in den vergangenen Jahren auch Straßen und Bahnanlagen zerstörten. Vor einer Bahnfahrt sollte sich der Tourist deshalb erkundigen, ob Abschnitte gesperrt sind.

    Schätze aus Bronze, Jade und Porzellan

    INFO-KASTEN: TAIWAN

    Fremdenverkehrsbüro Taiwan, Dreieichstraße 59, 60594 Frankfurt/Main, Tel.: 069/61 07 43, Fax 069/62 45 18,
    Taipei Tourism Office, Rheinstraße 29, 60325 Frankfurt/Main, Tel.: 069/61 07 43, Fax: 069/62 45 18,
    Internet: www.tbroc.gov.tw

    Stolz sind die Taiwanesen auf die Schätze im Palastmuseum in Taipeh, das die kaiserlichen Kunstsammlungen präsentiert. Das wertvolle Gut war bis in die dreißiger Jahre hinein in Peking im alten Kaiserpalast zu finden. Durch die weltweit wohl größte Sammlung chinesischer Kunst werden Führungen in mehreren Sprachen angeboten. Ausgestellt werden im Palastmuseum unter anderem historische Schätze aus Bronze, Jade und Porzellan.

    Eines der wichtigsten Heiligtümer ist der Lungshan-Tempel von 1740. Wer früh und damit vor den Reisegruppen kommt, kann ungestört die Menschen beobachten, die vor der Arbeit hierher zum Beten kommen. Zu den Opfergaben zählen neben Kerzen und Räucherstäbchen auch frische Früchte und Gebäck.

    In den alten Gassen: Korbflechter, Toifu-Hersteller und Schirmmacher

    Beim geruhsamen Spaziergang durch die ältesten Gassen, die im Kontrast zu den Büro- und Einkaufspalästen stehen, geht es vorbei an duftenden Garküchen, Korbflechtern, Tofu-Herstellern, Jade-Schleifern und Schirmmachern. Viele Kunden warten in den Natur-Apotheken auf ein Gemisch aus Blättern und Baumrinde, das aus Säcken geholt, gemischt und fein abgewogen wird. Neben ausländischen Geschäftsleuten sind zunehmend neugierige Urlauber in den Straßen von Taipeh anzutreffen.

    Neben teuren Nobelhotels gibt es viele Gästehäuser und Hotels mit Übernachtungspreisen von umgerechnet zwischen 60 und 120 Mark (30,67 bis 61,35 Euro). Die Zimmer haben dann meistens Bad und Fernsehen.

    Bernd Kubisch, gms - Fotos: gms

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