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Herbst am Tegernsee:

Wandern, Roulette und außergewöhnliche Museen

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TEGERNSEE

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  • Vieles, was berühmt und beliebt macht, hat der Tegernsee zu bieten: glasklares Wasser, imposante Berge und typisch bayerische Gemütlichkeit.

    Auch noch im Herbst, wenn sonnig-klare Tage die Gipfel von Großvenediger, Großglockner und Zugspitze zum Greifen nah erscheinen lassen, ist das Tegernseer Tal ein lohnendes Ziel für alle, die die Berge zu Fuß, per Fahrrad oder Ballon entdecken wollen.

    Dicht gedrängt die Aussicht genießen

    Milch, Limonade und Bier stehen gut gekühlt zur Selbstbedienung im Brunnentrog, auch die Flasche Schnaps fehlt nicht. In der Stube gibt es eine Kühlbox mit Käsebroten - der Senner von der Siebli-Alm weiß, was hungrige Wanderer sich wünschen. Bezahlt wird, indem Geld in eine offene Schachtel gelegt wird. Die einladende Alm gehört zu den beliebtesten Zielen am Tegernsee. Der schönste Blick über das oberbayerische Ferienland eröffnet sich allerdings vom 1722 Meter hohen Wallberg aus. Dicht an dicht klammern sich die Wanderer an das acht Meter hohe Gipfelkreuz aus Eisen und genießen die Fernsicht.

    Am Horizont leuchten die Schneespitzen von Karwendelgebirge und Zillertaler Alpen. Davor erheben sich die 1264 bis 1709 Meter hohen Hausberge: Kampen, Hirschberg, Ringspitze und Fockenstein im Westen, Neureuth und Baumgarten im Osten sowie der nahe Setzberg im Süden. Und weit unten im Tal leuchtet das tiefe Blau des Tegernsees.

    Statt Erdöl Jod-Schwefelquellen

    Fünf Ortschaften säumen das Ufer, das sich bei einer Rundtour per Rad gut erkunden lässt. Meist führt die 21 Kilometer lange Strecke ohne Steigungen direkt am Wasser entlang. Wer müde wird, wartet auf das nächste Schiff: Das ganze Jahr hindurch kreuzen die Dampfer der Bayerischen Seenschifffahrt über den sechs Kilometer langen und zwei Kilometer breiten See, der bis zu 72 Meter tief ist.

    Am Eingang des Tals im Norden liegen Gmund und der wohl schönste Biergarten der Gegend: Gut Kaltenbrunn. Der Landgasthof ist berühmt für sein Bier und den Blick über den See. Gestärkt mit einer Brotzeit aus Leberkäse, Rettich, Camembert und einer Maß Bier ist Bad Wiessee rasch erreicht, wo die stärksten Jod-Schwefelquellen Deutschlands sprudeln: Entdeckt wurden die König-Ludwig-III.-Quelle und Wilhelmina-Quelle per Zufall im Jahr 1922 bei Bohrungen nach Erdöl.

    Die größte Schützenscheibe der Welt ist ein Kunstwerk

    Heute wird allerdings nicht mehr nach "schwarzem Gold" gesucht. Bad Wiessees Kurbetrieb, der durch Angebote in den Bereichen Beauty und Wellness ergänzt wird, hat sich längst als einträglicher erwiesen. "Corso" des Kurortes ist die fünf Kilometer lange Seepromenade: Hier wird flaniert, geflirtet, gebummelt oder einfach nur auf einer der vielen Bänke beschaulich die Aussicht genossen.

    Nahe des Fähranlegers zieht in diesem Herbst eine vier Meter breite, in einem Metallrahmen aufgehängte Holzscheibe die Blicke auf sich. Auf 24 Quadratmetern erzählt die Tegernseer Künstlerin Gisela Höckenreiner in sanften Farben von der Schönheit und der Geschichte ihres Tals. Als "größte Schützenscheibe der Welt" wurde ihr Werk jetzt sogar zum Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde angemeldet.

    INFO-KASTEN: TEGERNSEE

    Tegernseer Tal-Gemeinschaft Marketing und Tourismus, Hauptstraße 2, 83684 Tegernsee, Tel.: 08022/18 01 49, Fax: 08022/37 58,
    Internet: www.tegernseer-tal.de

    Abwechselung und Nervenkitzel bietet die größte Spielbank Bayerns. Derzeit noch direkt an der Kurpromenade gelegen, rollt von Ende 2003 an die Kugel in neuem Ambiente: Für 70 Millionen Mark (35,79 Millionen Euro) wird am Nordrand des Kurortes ein neues Casino errichtet. Neben klassischem Roulette soll das zunehmend beliebte Automatenspiel mit 200 "einarmigen Banditen" viel Platz erhalten.

    Kostbare Trachten und Jagdwappen - Geschichte und Kultur der Region

    Mittelpunkt des Ortes Tegernsee am gegenüber liegenden Ostufer ist das ehemalige Kloster Tegernsee, das 746 von Benediktinermönchen gegründet wurde. Die Klosterkirche ist heute Pfarrkirche. Im Schloss, 1823/1824 von Leo von Klenze für Bayerns König Max I. Joseph zur Sommerresidenz umgebaut, residiert das Gymnasium. Wenige Schritte entfernt hocken Pauker und Pennäler, Stammgäste und Stammtischler einträchig beim Bier beisammen: im Bräustübl. Im Sommer schenkt das Herzoglich Bayerische Brauhaus beim "Schmetterlingsgarten" am See aus, im Winter schmeckt der Gerstensaft im gemütlichen Kellergewölbe.

    Geschichte und Kultur der Region präsentiert seit dem vergangenen Jahr das Museum Tegernseer Tal. Die original eingerichtete Bauernküche und Schuhmacherwerkstatt, die bemalten Betten, Kästen und Schützenscheiben sowie die kostbaren Trachten und Jagdwappen zählen zu den Höhepunkten beim Rundgang durch die 17 Räume des alten Pfarrhofs. Wertvolle Kutschen, Wagen und Schlitten aus der Sammlung Thomas Böck können dagegen im neuen Museum am Gsotthaber Hof von Rottach-Egern bewundert werden, das am 3. Oktober eröffnet wurde.

    Schutzengel und Nachttöpfe im Zentrum für Außergewöhnliche Museen

    Weltweit einmalig ist auch das ZAM im Tegernsee, das "Zentrum für Außergewöhnliche Museen" in Kreuth. Manfred Klauda, Begründer und Leiter der Einrichtung, hat in jahrelanger Sammelleidenschaft sechs außergewöhnliche Spezialmuseen unter einem Dach vereint: die ersten Sammlungen von Schutzengeln, Nachttöpfen, Tretautos, Korkenziehern und ethnischen Puppen. Auch ein wundersames bayerisches Ur-Vieh ist hier zu sehen: Dem Fabelwesen "Wolpertinger" ist ein Museum gewidmet.

    Nicht nur Bayerns Könige, auch viele Künstler ließen sich im Tegernseer Tal nieder. Das Andenken an Olaf Gulbransson hält seit 1965 eine Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen wach. Das Untergeschoss zeigt die Werke des Simplicissimus-Zeichners, das Obergeschoss seltene Ölgemälde, Bildnisse und Landschaften des Norwegers, der mit 85 Jahren 1958 in Tegernsee verstarb. Auf dem Egerner Friedhof fand er seine letzte Ruhestätte - wie auch der Volksliedsammler Kiem Pauli, der einst berühmte Tenor Leo Slezak und die Schriftsteller Ludwig Thoma, Ludwig Ganghofer und Heinrich Spoerl, dem Autoren der "Feuerzangenbowle". Außerdem ruht auf dem Tegernseer Friedhof Hedwig Courths-Mahler, die in mehr als 200 Romanen das Leben der besseren Gesellschaft märchenhaft verklärte.

    Hilke Maunder, gms - Fotos: gms

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