[an error occurred while processing this directive]

Neue Tipps/Touren

Reise-Galerie

Weltkarte


Gesundheits-Risiken im Thailand-Urlaub

Hitze, Sex und heiße Öfen

Anklicken zum Vergrößern
Verlockende Aussichten - Hitze und Alkohol können den Strandurlaub in Thailand jedoch manchmal riskant werden lassen.

Hitze, Alkohol, leichtsinnige Motorradausflüge und zu große körperliche Anstrengungen in einschlägigen Etablissements: Immer wieder enden Thailand-Aufenthalte für Urlauber aus Deutschland tödlich. Ursache dafür ist meist das Überschätzen der eigenen Fähigkeiten und Kräfte.

Das gilt für Unfälle mit Motorrädern, die in Ferienzentren zu Schleuderpreisen und ohne Versicherung vermietet werden sowie für meist ältere Herren, die beim Liebesakt einem Herzversagen erliegen. Dies bestätigen Ärzte in Thailand ebenso wie die Botschaften Deutschlands und anderer Länder in Bangkok.

Während die einheimischen Lenker der Zweiradtaxen in Thailands Hauptstadt auf verstopften Straßen bei waghalsigen Zickzack-Manövern Routine zeigen, herrscht bei Urlaubern auf "heißen Öfen" oft bodenloser Leichtsinn. Ob auf Phuket, in Pattaya oder auf Ko Samui: Manche Gäste düsen nach mehreren Drinks ohne Helm, in Shorts und T-Shirt am Strand oder die Schnellstraße entlang, mancher noch mit der Bierflasche in der Hand.

Anklicken zum Vergrößern
Gefahr durch "heiße Öfen": Thailand- Urlauber wagen sich oft mit nur wenig Motorrad- Erfahrung auf schwere Maschinen.

Die Kontrollen der Polizei gelten als lasch. Und zu verlockend erscheint das Angebot: Hunderte Hondas, Yamahas und Suzukis stehen als Touren-, Gelände- oder Rennmodell blank poliert in der Sonne zum Schleuderpreis. Eine "750 cc" gibt es ab umgerechnet 30 bis 35 Mark am Tag. In Europa kostet sie ein Vielfaches.

Mit einem Bein schon im Gefängnis

Walter Skrobanek, der aus dem Raum Frankfurt stammt und seit 20 Jahren als Entwicklungshelfer im Land lebt, sagt: "Wie leichtsinnig in den Ferienzentren gefahren wird, ist kaum nachvollziehbar." Das bestätigt auch Guido Kröhl aus Königs Wusterhausen bei Berlin, der in Pattaya eine Gaststätte hat: "Ich bin seit vielen Jahren Biker und liebe heiße Öfen. Aber wenn ich sehe, wie fahrlässig meine Landsleute und andere Touristen sind, vergeht mir fast die Lust am Fahren."

INFO-KASTEN:Thailand

Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstraße 58; 60311 Frankfurt, Tel.: 069/13 81 39 13 Internet: www.thailandtourismus.de"
Die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes können im Internet abgerufen werden unter www.auswaertiges-amt.de

Im Jahr 2000, als in Thailand etwa 400 000 Gäste aus Deutschland Strände und Tempel besuchten, wurden der Botschaft insgesamt 120 Todesfälle auf Grund von Krankheit, Alter und Unfällen gemeldet - davon rund 30 Verkehrsunfälle. In etwa die Hälfte dieser Unfälle seien Motorradfahrer verwickelt gewesen.

Mietmotorräder und Fahrer sind hier in der Regel nicht versichert, was meist auch im Vertrag steht, von Ausländern aber oft überlesen wird. Die Mitarbeiter der Botschaften werden besonders dann von Opfern und Angehörigen um Hilfe gebeten, wenn ein verletzter Thai einen Ausländer auf Schmerzensgeld verklagt oder die Staatsanwaltschaft Gefängnis fordert. Oft haben Besucher nicht einmal eine gültige Kranken- und Unfallversicherung für die Reise.

"Freudencocktail" führt oft zu Herzversagen

Anklicken zum Vergrößern
Heiße Öfen einer ganz anderen Art: Elefanten-Polo ist die neue Attraktion in Thailand.

Natürlich ist das alles nicht nur ein Problem der Deutschen. Auch viele US-Bürger, Briten, Franzosen, Japaner und Australier schwingen sich in dem für sie so preiswerten Land auf ein großes Motorrad, obwohl sie zu Hause vielleicht nur Moped fahren und keinen gültigen Führerschein haben.

Etliche allein reisende Herren reizen nach ungewohnten Hitzestunden am Strand und alkoholischen Drinks in diversen Bars noch Leibesübungen der besonderen Art. Nicht selten soll ein stimulierendes Mittel in Pillen- oder anderer Form die sexuelle Leistung fördern. Die Zahl der Fälle von Herzversagen nach dieser hochgefährlichen Mischung ging in den vergangenen Jahren merklich nach oben. Ärzte in Touristenzentren warnen, dass dieser "Freudencocktail" gerade für Urlauber, die schon mit labiler Gesundheit ins Land fliegen, besonders risikoreich sei.

Damit es Urlaub bleibt: "Halten Sie Maß"

Anklicken zum Vergrößern
Einfach mieten und losfahren - viele Touristen nutzen solche Angebote allzu leichtsinnig.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät dringend, vor einer Reise nach Thailand den Unfall- und Krankenversicherungsschutz zu prüfen und eine solche Versicherung abzuschließen. Für den Notfall sollte sie auch einen schnellen Kranken-Rücktransport beinhalten. Die privaten Ärzte und Kliniken, die die meisten Ausländer in Thailand bevorzugen, haben internationalen Standard und einen ebensolchen Preis.

"Kümmern Sie sich auch auf Reisen so um ihre Sicherheit und Gesundheit, wie Sie es zu Hause tun würden", rät Klaus Schick, Leiter der deutschen Konsularabteilung in Bangkok. "Und vor allen Dingen: Halten Sie Maß und überfordern Sie sich nicht!"

Bernd Kubisch, gms - Fotos: gms

IVWPixel Zählpixel

Zuletzt geändert von hej