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Mit Stocherkahn über den Neckar - Tübingen zu Wasser und zu Land

Beschaulichkeit im Schwabenländle

Tübingen

Foto-Show Infos/Tipps

Tübingen - Der Neckar ist ein Flüsschen von ruhiger Beschaulichkeit, und das passt gut zu Tübingen, durch das er fließt. Die Universitätsstadt mit wenig mehr als 80 000 Einwohnern steht nicht im Verdacht, sich zur hektischen Großstadt entwickeln zu wollen. Trotzdem kommen fast 2,5 Millionen Tagesbesucher jedes Jahr, knapp 200 000 Übernachtungen wurden im Jahr 2001 gezählt.

In der Altstadt liegen die Sehenswürdigkeiten nah beieinander. Die Kombination aus Neckarbrücke, Schloss und Hölderlinturm ist genau das, was nicht nur Japaner als romantisch empfinden. "Das meist fotografierte Motiv der Stadt ist die Neckarfront", sagt Barbara Honner - die alten, hübschen Häuser entlang des Zwingel, wie der kleine Pfad unmittelbar über dem Ufer des Flusses genannt wird.

Der "Zwingel" ist immer gut besucht

Das Motiv hat in der Tat seinen Charme: Auf der kleinen Mauer am Neckarufer lümmeln sich, sobald die Sonne sich zeigt, Schüler, Studenten und andere junge Leute. Und auch die schlanken, oft fünf- oder sechsstöckigen Häuser über dem Fluss wirken so, als ständen sie vor allem da, um auf Besucher einen guten Eindruck zu machen.

Ein waschechter Meeresgott auf dem Marktplatz

Die meisten Touristen zieht es von der Neckarbrücke gleich in die Altstadt. "Man muss auf jeden Fall auf dem Marktplatz gestanden haben", empfiehlt Barbara Honner. Meeresgott Neptun thront hier, den Dreizack in den Himmel reckend, auf dem Brunnen vor dem Rathaus. Beim Verkehrsverein können Führungen aller Art gebucht werden: der "Kunsthistorische Streifzug", der Rundgang durch das historische Univiertel - und sogar eine Stadtführung auf Latein.

Tübingen zeigt vom Wasser aus seine schönste Seite

Für die ultimative Art, sich Tübingen anzunähern, müssen Besucher aber wieder zum Neckar zurück: Nicht weit vom Hölderlinturm entfernt, liegt am Ufer ein halbes Dutzend Kähne nebeneinander, Wasserfahrzeuge urtümlicher Bauart, flach und ohne Kiel. Gerade am Wochenende ist an der Anlegestelle einiges los: Manchmal klettern ganze Gruppen gesetzter, wenn nicht sogar beleibter Männer mit bunten Bändern und modisch etwas antiquiert wirkenden Mützen in die Kähne - "alte Herren" studentischer Verbindungen krönen ihr "Stiftungsfest" gern mit einer Kahnfahrt.

INFO-KASTEN: Tübingen

Verkehrsverein Tübingen, An der Neckarbrücke, 72072 Tübingen
Tel: 07071/913 60, Fax: 07071/350 70
E-Mail: mail@tuebingen-info.de
Internet: www.tuebingen-info.de

Stochern erlaubt

Das Stochern ist traditionell mit dem Verbindungswesen verbunden. Lange Zeit war es sogar ein Privileg der "Farben tragenden" Studenten. Mittlerweile lassen sich die Kahnfahrten beim Verkehrsverein an der Neckarbrücke buchen. Stochern ist schwieriger als es aussieht: "Manche lernen's nie", sagt Matthias Leyk. Im T-Shirt und mit kurzen Hosen steht er im Heck des Kahns und hält die Holzstange fest in den Händen. Kräftig stößt Leyk ab, und schon bewegt sich der Kahn in Richtung Flussmitte. Nur Augenblicke später gleitet er an der rund einen Kilometer langen Neckarinsel Entlang übers Wasser.

Bei der Stange bleiben

"Bei der Stange bleiben" hat für Stocherer eine ganz buchstäbliche Bedeutung: Wer sie loslässt, muss ihr ins Wasser hinterher springen. So leicht passiert das nicht, aber bei gutem Wetter kann es auf dem Neckar schon einmal eng werden. In der Regel fährt Leyk mit seinen Passagieren aber gemächlich um die Neckarinsel herum, vorbei an Verbindungshäusern, dem Seufzerwäldchen und der "schlauen Meile" an der Uhlandstraße mit drei Gymnasien in unmittelbarer Nähe.

Matthias Leyk hat das Stochern in seiner Uni-Zeit gelernt und kann daher einiges über Studenten, Burschenschaften und Stocherkahnfahrer erzählen. Seine Passagiere brauchen nichts zu tun, als sich entspannt zurückzulehnen.

Andreas Heimann, dpa

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