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Weltstadt der Antike:

Geheimnisse von Ephosos

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Lebensader der antiken Stadt: Die Hauptstraße von Ephesos ist elf Meter breit. Im Hintergrund zu erkennen: die Celsus- Bibliothek.

Ephesos - Als Mitteleuropa noch im Dunkel der Geschichte lag, war Ephesos in der heutigen Türkei eine der blühenden Metropolen des Altertums: Im Theater hatten gut 24 000 Zuschauern Platz, Marmorplatten dienten als Straßenbelag, nachts beleuchteten Öllampen den Weg, die Häuser boten höchsten Wohnkomfort, und im Hafen trieben Kaufleute einen florierenden Handel.

In der Hauptstadt der römischen Provinz Asia stand auch der kolossale Tempel der als Fruchtbarkeitssymbol verehrten Göttin Artemis oder Diana, eines der Sieben Weltwunder der Antike wie beispielsweise die Pyramiden.

Die großartige Vergangenheit spiegelt sich heute in den Ruinen wider. Die Ausgrabungen von Ephesos gehören zu den Besten der Archäologie, obwohl sie längst noch nicht beendet sind. Ob man mit dem entsprechenden Buch in der Hand die Stätten durchwandert oder einen der - vor allem in der Nebensaison zahlreich verfügbaren - Führer engagiert, bleibt Geschmacksache. Nur genügend Zeit sollte zur Verfügung stehen, mindestens ein Tag. Gruppen werden meist im Eiltempo durchgeschleust.

Die gewaltige Ausgrabungsstätte liegt etwa 75 Kilometer südlich von Izmir bei der Kleinstadt Selcuk mit der sehenswerten Zitadelle aus byzantinischer Zeit. Ephesos, im Türkischen Efes genannt, gibt trotz permanenter Ausgrabungsarbeiten noch längst nicht alles preis. Hier liegen die Hinterlassenschaften von Jahrtausenden in Schichten übereinander.

Wo Schliemann die Troja endeckte
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Stillleben mit Findling - seit 1906 müssen alle archäologischen Ausgrabungen in der Türkei bleiben.

Für die europäischen Archäologen wurde der westliche Teil Kleinasiens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts interessant, nachdem der Deutsche Heinrich Schliemann Troja entdeckt hatte. In Ephesos griffen österreichische Wissenschaftler 1895 gezielt zum Spaten. Drei Jahrzehnte zuvor hatte hier der Engländer John T. Wood für das British Museum nach dem Artemis-Tempel gegraben und Teile gefunden.

Österreichische Archäologen arbeiten bis heute vor Ort. "Die Chefs sind aber Türken", erklärt der Touristenführer Hamdi stolz. Hamdi, ein älterer Mann, ist mit seinem Anzug und seiner professoralen Ausstrahlung der Würde des Ortes vollkommen angemessen. Eine Plakette der zuständigen Behörde weist ihn als staatlich geprüften Führer aus.

Auf Spuren des Zeus-Altars

"Seit 1906 müssen alle Funde im Lande bleiben", erklärt er. Vorher wurden sie in die europäischen Museen gebracht, wo sie bis heute wertvolle Sammlungen bilden - wie etwa der Zeus-Altar im Pergamon-Museum in Berlin, den die Deutschen Ende des 19. Jahrhunderts von der Ausgrabungsstätte Bergama nicht weit von Izmir Stück für Stück außer Landes schaffen konnten, da der Sultan den Wert der Steine nicht erkannte.

Ephesos - eine Weltstadt
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Ruinen wie aus dem Bilderbuch - die Ausgrabungen von Ephesos zählen zu den bedeutendsten der Welt.

Schon im dritten vorchristlichen Jahrtausend begann die Besiedelung der Gegend, wo der Fluss Kaystros ins Ägäische Meer mündet. Etwa im zehnten Jahrhundert vor Christus bemächtigten sich die Griechen der Siedlung, um das Jahr 550 nahm sie der legendäre Lyder-König Krösus in Besitz und ließ den Artemis-Tempel errichten. Später herrschten die Perser vorübergehend hier. Im Jahr 133 vor Christus kam Ephesos zum Römischen Imperium und stieg zu einem Zentrum des Handels sowie der Künste und Wissenschaften auf. Zeitweise lebten 250 000 Menschen in dieser Weltstadt.

Die Römerzeit hinterließ eine gigantische archäologische Substanz. "Erst in den sechziger Jahren stieß man auf bedeutendere Funde aus der hellenistischen Zeit", weiß Hamdi zu berichten. Eine Kultur baute wohl buchstäblich auf der anderen auf. Aufwendig restaurierte Bauten zeugen von der Zeit, in der Ephesos als Provinzhauptstadt Roms seine Pracht entfaltete. Besonders gelungen ist die zweigeschossige Celsus-Bibliothek, die der Sohn des Provinz-Statthalters für seinen Vater Julius Celsus Polemeanus Anfang des zweiten Jahrhunderts als Gedenkstätte mit Grabkammer errichten ließ. Als weiteres Beispiel römischer Baukunst gilt der Hadrians-Tempel aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert.

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Zuletzt geändert am 10. April 2001 11:45 von tea