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Rafting in der Türkei:

Die wilden Wasser des Köprülü

Antalya - Abenteuer zwischen Stromschnellen, Felsen und aufspritzender Gischt: Viele Rafting-Fans denken dabei sofort an wilde Ritte auf dem Colorado River in Arizona.

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Doch gute Rafting-Reviere finden sich nicht nur auf dem nordamerikanischen Kontinent. Zumindest eine Spur von Grand-Canyon-Gefühlen kommt zum Beispiel auch im Hinterland der türkischen Riviera auf. Rund zwei Autostunden von Antalya entfernt, schäumt dort der Köprülü-River aus dem Taurusgebirge - ein ideales Rafting-Gebiet, das verschiedene Schwierigkeitsgrade von leicht bis anspruchsvoll bietet.

Der Köprülü - zu deutsch: der Fluss mit den sieben Brücken - schimmert türkisblau und ist bis zu sieben Meter tief. Die Stromschnellen tragen so klingende Namen wie "Stairway to heaven", "Roulette", "Rock'n Roll" oder "Devil Hole". 15 Kilometer lang ist die Strecke, die die Boote und ihre Besatzung auf organisierten Rafting-Touren bewältigen müssen.

Leichtsinn fordert Opfer

Auf keinen Fall sollten sich Touristen auf eigene Faust in die wild schäumenden Wasser wagen. So kamen im vergangenen drei Franzosen bei dem Versuch ums Leben, einen "No way out" genannten, extrem engen Canyon zu durchqueren. Trotz aller Warnungen waren sie alleine mit Kajaks in die auch von Land uneinsehbare Schlucht gefahren, erzählt Ali Fuath, der am Köprülü das Outdoor-Unternehmen "Air Raft" betreibt.

Am Köprülü bieten mehrere Rafting-Veranstalter ihre Dienste an. Allerdings legen nicht alle von ihnen großen Wert auf Sicherheit und gute Ausrüstung - vor dem Start sollte deshalb ein gründlicher Blick auf den Zustand der Boote und der Ausrüstung gerichtet werden. Alle Teilnehmer müssen Neoprenanzug, Schwimmweste und Schutzhelm tragen. Dazu gibt es genaue Verhaltensanweisungen, etwa für den Fall, dass man über Bord geht: Auf den Rücken legen, Beine zusammenhalten und parallel zum Boot im Strom treiben, bis die anderen einen wieder ins Boot ziehen, lautet die Regel.

Blitzschnell auf Kommandos reagieren

Beim Rafting in Gummi-Schlauchbooten gibt es Schwierigkeitsgrade von eins - einfach - bis sechs - unbefahrbar. Die Abstufungen richten sich nach Hindernissen im Wasser, der Geschwindigkeit der Strömung, verdeckten Stromschnellen und gefährlichen Strudeln. Rafting ist Teamwork: Die Crew von bis zu zwölf Teilnehmern muss blitzschnell auf die Kommandos des Bootsführers reagieren. Das Kommando "Ziehen" bedeutet, aus Leibeskräften zu paddeln. "Anschnallen" heißt, die Füße fest in die gummigepolsterten Fußschlaufen am Schlauchboot-Boden zu verankern. Auf das Kommando "Rundschlag links" paddelt die rechte Seite des Boots geradeaus und die linke Seite rückwärts. All diese Manöver dauern meist nur wenige Sekunden.

Rafter sind fröhlich: Anfeuernde Rufe und freundschaftliches Zusammenschlagen der Hände begleiten das Einsteigen in die Boote. Wenig später verbindet das gemeinschaftliche Erlebnis, tief in einen Abgrund zu blicken, fast senkrecht in der Luft zu hängen oder auch völlig abgetrieben am Ufer zu kleben. In den brodelnden Wassermassen verlagern Rafter das Gleichgewicht in die Bootsmitte, um nicht über Bord zu gehen. Automatisch greifen sie zum Festhalteseil, überlassen sich der Naturgewalt und den tanzenden Bewegungen des Wassers. Rafting ist dabei viel sanfter als es aussieht: Niemand wird brutal im Boot herumgeschleudert, alles läuft rollend und sanft schaukelnd ab.

Wilder Ritt im weißen Wasser

Entlang der Strecke gibt es immer wieder Anlegemöglichkeiten, an denen auch gebadet werden kann sowie Grillplätze und Restaurants unter freiem Himmel. Nach dem wilden Ritt im weißen Wasser schmecken in Weinblätter gehüllte Forellen vom Grill einfach köstlich. Weit entfernt von der Zivilisation inmitten von Pinien, Zypressen und Johannisbrotbäumen kommt abends wildromantische Lagerfeuerstimmung auf. Und der Köprülü spielt sein brausendes Lied dazu.

Susanne Borchert, gms - Foto: gms

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