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Strandurlaub in Uruguay

Zwischen Gesellschaftslöwen und Seehunden

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Ein eigenes Reich nur für Seehunde, Seelöwen und See- Elefanten - die "Isla de Lobos" beherbergt die größte Kolonie dieser Meeressäuger in Südamerika.

Punta del Este - Der braun gebrannte Schiffsführer legt die Hände in die Hüften und schaut hinaus aufs Meer. Sein Blick ignoriert den strahlend blauen Himmel über der Anlegestelle am Hafen von Punta del Este, dem bekanntesten Badeort von Uruguay.

Das Schiff ist voller Touristen, die zur Isla de Lobos, der Insel der Seehunde, wollen. Doch dem jungen Seemann macht das Wetter Sorgen. Er starrt auf die unruhige Wasseroberfläche, auf der sich die festgezurrten Segelyachten und Motorboote unrhythmisch heben und senken. Angesichts der wartenden Urlauber riskiert er schließlich doch die Ausfahrt.

Nach etwa 30 Minuten Berg- und Talfahrt springt einer der Passagiere der "Samoa" plötzlich auf und deutet mit dem Zeigefinger zum Heck des Bootes. Im Fahrwasser taucht ein knapp zwei Meter langer schwarzer Körper wie ein Mini-U-Boot aus der Gischt auf. Die kurzen Fellborsten glitzern in der Sonne. Mit einer ruckartigen Bewegung taucht das Meerestier wieder ab, streckt noch einmal die zweigeteilte Schwanzflosse in die Höhe und verschwindet.

200 000 Seehunden, Seelöwen und See-Elefanten

Mit etwa 200 000 Seehunden, Seelöwen und See-Elefanten beherbergt das felsige Eiland, das neun Kilometer von Punta del Este entfernt liegt, die größte Kolonie dieser Meersäugetiere in Südamerika. "Die Mehrheit der Seehunde, die man in den Zoos auf der ganzen Welt besichtigen kann, kommt von hier", erklärt der Steuermann der "Samoa". Betreten werden darf die Seehund-Insel nicht - darüber wachen Naturschützer und die Küstenwache. Aber man kommt nahe genug heran, um ein Foto der Inselbewohner zu schießen, die sich in großen Gruppen im Wasser tummeln, auf glatten Steinen in der Sonne faulenzen oder in karnickelähnlichen Sprüngen höhere Felsregionen erklimmen.

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Treffpunkt der High- Society - vor allem während der Sommersaison tobt in Punta del Este das Leben

Die Idylle der Seehundinsel steht im krassen Gegensatz zum hektischen Treiben am Ausgangspunkt der Exkursion. Zwischen 600 000 und 700 000 Touristen kommen jährlich nach Punta del Este, das nicht einmal 10 000 Einwohner zählt. In den heißen Sommermonaten von Dezember bis Februar trifft sich hier alles, was in Argentinien und Uruguay Rang und Namen hat.

Bars und Kasinos

In der Hauptstraße Gorlero reiht sich ein Mode- und Uhrengeschäft ans andere. Dazwischen finden sich exklusive Restaurants, Cafés, Souvenir- und Postkartengeschäfte sowie Läden mit Strand- und Sportausrüstung. Nachts verwandelt sich die Einkaufsmeile in eine große Party-Zone. Die Bars, Kneipen und Diskotheken schließen nicht vor Sonnenaufgang. Ebenso wenig die drei großen Kasinos, die vor allem Besucher aus Brasilien anziehen, wo Glücksspiel verboten ist.

"Punta del Este ist nicht mehr Südamerika, das ist europäisches Strand-Highlife in Reinform": Michael streicht sich die langen blonden Haare aus dem Gesicht. "Ich komme mir hier vor wie in Ibiza, nur ist alles noch teurer", klagt der deutsche Rucksacktourist, der die Begeisterung der argentinisch-uruguayanischen High Society für diesen Ort nicht verstehen kann. Er möchte lieber an der Küste in Richtung Nordosten weiterziehen, in die kleinen Fischerdörfer, die touristisch kaum erschlossen sind. In Punta del Diablo, das etwa 300 Kilometer von Montevideo entfernt liegt, hofft er unberührte Strände zu finden.

Strände sind die touristische Hauptattraktion von Uruguay

Zuvor plant der 28-jährige noch einen Abstecher zu den Dünen von Cabo Polonia, die bis vor wenigen Jahren nur mit dem Pferdewagen oder zu Fuß von der Kleinstadt Rocha aus erreicht werden konnten. Inzwischen verkehren auch gut ausgerüstete Geländewagen, die Einwohner von Cabo Polonia wehren sich aber immer noch erfolgreich gegen den Bau einer befestigten Straße.

INFO-KASTEN: URUGUAY

Botschaft der Republik Uruguay, Budapester Straße 39, 10787 Berlin (Tel.: 030/263 90 16, Fax: 030/26 39 01 70)

Die Strände sind die touristische Hauptattraktion von Uruguay. Die portugiesischen und spanischen Kolonialherren, die sich in der Herrschaft der wirtschaftlich für sie uninteressanten Provincia Oriental abwechselten, haben nur wenige Zeugnisse ihrer Anwesenheit in der Region hinterlassen.

Strandbäder wie an einer Perlenschnur aufgereiht

Die "Schweiz Südamerikas" - wie der Staatenzwerg früher vor allem wegen der luxuriösen Ferienorte und der hohen Bankenkonzentration häufig genannt wurde - ist auf drei Seiten von Wasser umgeben. Die westliche Grenze markiert der Rio Uruguay, die südliche der Rio de la Plata und im Osten öffnet sich der Atlantik. An der 320 Kilometer langen Küste sind die verschiedenen Strandbäder wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Westlich von Montevideo und noch ein paar Kilometer über die Hauptstadt hinaus spült der Rio de la Plata bräunliches Süßwasser in die Sandbuchten. Erst in Punta del Este verabschiedet sich der breiteste Fluss der Welt endgültig ins Meer. Die Landzunge im Südosten von Uruguay teilt das Meer in eine ruhige, dem Rio zugewandte Seite und eine raue Ozeanseite.

Die Isla de Lobos liegt auf der raueren Atlantikseite, weshalb ein Ausflug dorthin nicht unbedingt nach einer durchzechten Nacht zu empfehlen ist. Das bekommt auch die brasilianische Spaßtruppe an Bord des Ausflugsbootes zu spüren. Auf dem Rückweg nach Punta ist die Stimmung auf dem Boot deutlich reduziert. Ein Drittel der Besatzung hängt über der Reling. Doch Ricardo, der 27-jährige Bankangestellte aus Sao Paolo ist trotzdem zufrieden: "Schöne Strände haben wir in Brasilien genug, aber Seehunde - die gibt's bei uns nicht."

Caroline Mayer, dpa

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