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Britische Jungferninseln

Segeln durch das Paradies der Piraten

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Road Harbour - Die 23-Meter-Yacht gleitet durch die Wellen. Immer wieder spritzt die Gischt über das Bug, zerplatzen die Wassertropfen in der Sonne in Tausende von Sternen. Ein Pelikan stößt kopfwärts in die Fluten und taucht mit einem kleinen Fisch im Schnabel wieder auf. Und wer Glück hat, sieht eine Riesenschildkröte für kurze Augenblicke an der Oberfläche auftauchen.

Zum ständigen Glück gehört das Panorama rund um den "Sir Francis Drake"-Kanal, der zentralen Wasserstraße der British Virgin Islands. Die maritime Welt dieser fast 50 Inseln gehört zu den schönsten und sichersten Segelrevieren der Karibik.

Der Inselstaat liegt rund 100 Kilometer östlich von Puerto Rico und gehört seit 1666 zu Großbritannien. Die Mehrzahl der jährlich etwa 240 000 Touristen kommt aus den USA, zu deren Territorium die benachbarten Inseln Saint John, Saint Thomas und Saint Croix gehören. Aus Deutschland sind es etwa 8 200 Urlauber. Tourismus und das sogenannte Off-Shore-Banking - Virgin Island ist auch ein Steuerparadies - sind je zur Hälfte die Einahmequellen der Bewohner.

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Auf den Spuren von Kulombus

Die meisten Besucher der britischen Jungferninseln wandeln auf den Spuren von Kolumbus, der sie 1493 auf seiner zweiten Reise entdeckte. Sie erobern das Natur-Paradies von einem Segelschiff aus. Tatsächlich ist der Törn im Karibischen Meer, das der Schriftsteller James A. Michener "ein wahres Juwel unter den Ozeanen" nannte, ein großartiges Erlebnis.

Der Trip auf dem Wasser beginnt auf der Hauptinsel Tortola, die mit einem innerkaribischen Flug von der französischen Insel St. Martin erreicht wird. Dort können die großen Maschinen aus Paris landen. Auf Tortola sind 13 000 der insgesamt rund 16 000 Einwohner - nur noch Virgin Gorda (2 500) und Jost van Dyke (141) sind bewohnt - der British Virgin Island ansässig.

In einem der großen Charterstützpunkte, etwa dem von The Moorings, übernimmt man die vorbestellte Yacht, die in der Regel sechs bis acht Personen in Doppelkabinen mit Dusche und WC Platz bietet. Sobald Verpflegung und Getränke geladen sind, kann der Anker gelichtet werden. Wer keinen Segelschein und -erfahrung hat, kann eine Crew verpflichten. Eine zehntägige Pauschalreise mit Linienflug und Unterbringung an Bord kostet ab 3 500 bis 4 000 Mark pro Person.

Lauwarmes Wasser umspült die bezaubernde Kulisse

Erstes Ziel ist Cooper Island, das etwa acht Seemeilen südöstlich von Road Harbour, der Hauptstadt von Tortola. Auf dem Weg dorthin sind Abstecher nach Pelican Island und die Indians reizvoll, wo geschnorchelt werden kann. Zum Schwimmen in der lauwarmen Karibik bietet die Dead Man's Bay auf Peter Island eine bezaubernde Kulisse. Oder man stattet Norman Island einen Besuch ab, das Robert L. Stevenson für seinen Roman "Die Schatzinsel" inspiriert haben soll. Geankert wird am Abend in der Manchioneel Bay - benannt nach dem gleichnamigen Baum, dessen grüne Früchte giftig sind.

Informationen
British Virgin Islands Tourist Board, Wallstraße 56, 40878 Ratingen bei Düsseldorf (Tel.: 02102/71 11 83, Fax: 02102/211 77).

Lohnend ist ein Törn nach Jost van Dyke, der Pirateninsel. Die Wasserstraßen und Eilande der Virgin Islands waren einst ein beliebtes Revier und Versteck für Abenteurer und Freibeuter wie Sir Francis Drake. Namen für Buchten und Inseln wie "Smugglers Cove", "Dead Chest" oder "Devil's Bay" erinnern heute noch an die Zeit der Piraterie.

Eine Seemeile vor Jost van Dyke liegen die Inseln Sandy Cay und Green Cay, die alle karibischen Klischees vereinen: Die Strände mit den zu Körnern zerriebenen Muscheln und Korallen sind so hell, daß man auch mit Sonnenbrille noch geblendet wird. Ein paar Palmen ragen in den Himmel und ein Saum von türkisfarbenem Meereswasser umringt die Inseln.

Natürlich gibt es nicht überall unberührte Natur. An den schönsten Orten sind zahlreiche Hotelanlagen, Restaurants und Bars entstanden, die dem Urlauber jede Art von Komfort bieten. Multimillionär, Fluglinienbesitzer und Plattenproduzent Richard Branson hat beispielsweise auf Necker Island eine Nobelherberge mit nur zehn Zimmern errichtet, in der einst Prinzessin Diana Gast war. Selbstverständlich gibt es auch einfachere Unterkunftsmöglichkeiten in jeder Kategorie.

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Eldorado für Schnorchler und Taucher

Von Jost van Dyke ist man mit dem Segelschiff schnell an der nordwestlichen Küste Tortolas, die man bei einem Landausflug kennenlernen kann. Dort bieten die Höhenwegen Ausblick auf die Landschaft. In Soper's Hole, einem kleinen Städtchen mit Yachthafen, findet man Läden für Souvenirs und eine der sogenannten "Pusser's"-Bars, die auf den Virgin Islands Institutionen und Navigationspunkte für Segler und trinkfeste Landratten sind.

Segler, die die fast konstanten vier bis fünf Stärken des Passatwindes ausnutzen und eine längere Strecke über das Meer fahren wollen, können Anegada anlaufen. Hier ist aber Vorsicht geboten: Auf den Riffen dieses Atolls sind bereits 300 Schiffe gestrandet. Die Wracks sowie die Korallen- und Muschelbänke sind ein Eldorado für Schnorchler und Taucher.

Auch, wenn man immer wieder von kleinen, aber heftigen Regenschauern überrascht werden kann, sind die Virgin Islands praktisch ein ganzjähriges Reiseziel. Die Temperaturen in dieser tropischen Region liegen zwischen 24 und 32 Grad Celsius. Hochsaison ist Mitte Dezember bis Mitte April - außerhalb dieser Zeit werden oft Preisnachläße bis 40 Prozent angeboten.

Andreas Schirmer, gms

Last edited: tea 03.12.2004 16:07