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Im Südwesten Großbritanniens locken Burgruinen und viele Geister

Wales - einfach anders als England

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Das Caerphilly Castle bei Cardiff im Hintergeund wurde im 13. Jahrhundert von den Normannen erbaut

Cardiff - Wales besitzt rund 500 Burgruinen. Kein Wunder also, dass hier so viele Gespenstergeschichten erzählt werden. Auch Touristen begegnen in dem Teil Großbritanniens, der zwischen England und Irischer See liegt, auf Walisisch Cymru heißt und einen Feuer speienden Drachen in der Fahne trägt, Geistern auf Schritt und Tritt.

Zum Beispiel im Hotel Miskin Manor in Cardiff. Man glaubt dort, Schritte hinter sich zu hören - doch es knarren nur die Holzdielen. Vor dem Kamin erfasst einen ein eisiger Luftzug - und man fröstelt, obwohl es doch bullig warm ist. Auch an vielen anderen Orten scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. In St. Athan im Süden von Wales etwa geht ein Geist um, seit ein Lord seine Ehefrau vergrub und nur ihren Kopf aus der Erde herausschauen ließ. Die Einwohner sehen im Morgengrauen noch immer eine Frau in langem Kleid spazieren gehen. Es soll die Schwester der Ehefrau sein, die Tau auf ihrem Kleid sammelte, um ihn der Ärmsten zu trinken zu geben - leider vergeblich.

Eine Landschaft ähnlich der Irlands

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In den Black Mountains finden sich viele verwunschene Orte wie dieser Friedhof

Wales ist anders als England - und will das auch bewusst so halten. Die Waliser haben ihre eigene Sprache, die Unkundige weder verstehen noch lesen oder gar aussprechen können. Die Landschaft ähnelt ein wenig der Irlands: Hecken begrenzen die Straßen und Wege, Mauern aus lose aufeinander geschichteten Feldsteinen die Felder. Zehn Millionen Schafe weiden dort, dreimal mehr als Wales Einwohner zählt.

Trotz der großen Distanz zu allem Englischen scheint in Wales aber auch ein urenglischer Leitspruch seine Gültigkeit zu haben: "My home is my castle." Jahrhunderte lang holten die Menschen Steine aus den unbewohnten Burgen für den Hausbau. Sogar die niedlichen Häuschen der Arbeiter, die früher im Kohlebergbau tätig waren, stehen zwar Mauer an Mauer, doch sieht jedes für sich aus wie eine feste Burg.

Gäste spüren die Liebe der schönen Frau

Alte Gemäuer und Gespenster - das zieht einander natürlich an. Ein Geist soll zum Beispiel auch das Landgut Penyclawdd Court zwischen Abergavenny und Hereford beherbergen. Errichtet wurde das Gebäude 1350, es diente als Gericht und Gefängnis und heute als Pension. Die gegenwärtige Besitzerin fand im Garten einen Ring aus dem Jahre 1600 mit der Inschrift "Die Liebe besiegt alles". Männliche Gäste spüren diese Liebe angeblich noch immer als Hauch einer schönen Frau, die sie liebevoll streichelt. Die Umgebung wird geprägt von den Black Mountains an der Grenze zu England mit ihren gerundeten Hügelkuppen.

Eine zauberhafte Stille verbreitet der Llangorse Lake im nahe gelegenen Brecon Beacons Nationalpark. Doch sollten sich männliche Touristen in Acht nehmen: Allzu schnell werden sie angeblich von hübschen Meerjungfrauen ins Wasser gezogen. Auch der älteste Pub von Wales befindet sich in dieser Gegend: Im "The Skirrid Inn" wurden früher Diebe und Mörder aufgehängt. Die Haken stecken noch in der Decke - auch hier überfällt den Besucher ein gruseliger Schauer.

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Zehn Millionen Schafe leben in Wales. Die Zweibeiner bringen es dagegen nur auf rund dreieinhalb Millionen Exemplare

Das Parfüm der Ehefrau

Einen Besuch wert ist auch Caerphilly Castle nördlich der Hauptstadt Cardiff. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert von dem Normannen Gilbert de Clare erbaut. Einer der Türme macht dem in Pisa Konkurrenz und wird jedes Jahr schiefer. Auch hier gibt es den obligatorischen Geist: Gilbert de Clare beschuldigte seine Ehefrau, einen Liebhaber zu haben, und schickte sie nach Frankreich zurück. Doch nachts können die Burgwächter angeblich noch heute ihr Parfüm riechen.

Informationen: British Tourist Authority, Westendstraße 16-22, 60325 Frankfurt/Main. Telefon (zum Ortstarif): 01801/46 86 42, Fax: 069/97 11 24 44. Internet: http://www.visitbritain.com

Elke Backert, gms

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