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Der Winter am Aletschgletscher:

Prächtige Natur am ewigen Eis

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Blick frei auf 27 Milliarden Tonnen Eis - eine Skipiste führt bis an den Rand des Aletschgletschers.

Riederalp - Unter den besonders geschützten Naturdenkmälern ist die Region Aletsch-Jungfrau-Bietschhorn eine der "coolsten", ganz bestimmt aber eine der frischesten.

Erst seit dem 13. Dezember 2001 steht das Gebiet im Schweizer Kanton Wallis auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes. Die Perle der insgesamt 470 Quadratkilometer großen Region ist der Aletsch-Gletscher. 23 Kilometer Eis am Stück - damit ist der Aletsch der längste Gletscher in den ganzen Alpen.

Die Ruhe liegt im Tiefschnee

"Ich verspreche Ihnen ein famoses Schneegefühl", versichert Edelbert Kummer. Der Schneeschuh-Experte erklärt seinen Begleitern, wie die Schneeschuhe festzuschnallen sind. Ein paar Kniebeugen zum Aufwärmen und los geht es - in den Aletschwald. Mit seinen bizarren Bäumen zählt er zu den schönsten Gebirgswäldern der Schweiz.

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Im Kostüm die Berge runter - an der traditionellen "Hexenabfahrt" nahe des Aletschgletschers beteiligen sich jedes Jahr im Januar etwa 1500 Skifahrer.

Die richtige Technik für die ungewöhnliche Fortbewegungsart haben alle schnell heraus. So stampfen und gleiten die Anfänger durch die Landschaft - auf leisen Sohlen, im Rhythmus der Natur. Der Trubel auf den Pisten ist weit weg. Die Ruhe liegt im Tiefschnee - mitten in einem Winterwald, dem einzigen oberhalb eines Gletschers.

Älteste Bäume der Schweiz

"Sie sehen hier die wohl ältesten Bäume der Schweiz: So genannte Arven, eine fünfnadelige Kiefernart. Einige Exemplare sind fast 800 Jahre alt", erklärt Kummer beim ersten kurzen Stopp. Der Arvenwald gilt als außergewöhnlich in den Alpen, denn trotz der extremen Klimabedingungen hat sich nahe des Gletschers eine mannigfaltige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. Schon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Region zum Naturschutzgebiet erklärt.

Nach der Schneeschuh-Wanderung bietet sich ein Besuch der nahe gelegenen historischen Villa Cassel an. In dem imposanten, fast 100 Jahre alten Gebäude hat schon Winston Churchill übernachtet. Der einstige Sommersitz eines reichen Engländers beherbergt heute das "Pro Natura Zentrum Aletsch". Dieses erste Naturschutzzentrum der Schweiz ist Anlaufstation für jährlich mehr als 50 000 Besucher. Hier versucht das alpine Umweltbildungszentrum, die Touristen für die Belange des Naturschutzes im Gebirge zu sensibilisieren.

Von der Sonne verwöhnt, aber trotzdem als schneesicher

Die meisten Touristen kommen im Winter ins Aletschgebiet - zum Skilaufen. Das Skigebiet der Rieder-, Bettmer- und Fiescheralp liegt auf der Südseite. Damit ist es von der Sonne verwöhnt, gilt aber trotzdem als schneesicher. 33 Gondel- und Liftanlagen gehören zu dem Skiverbund mit insgesamt rund 100 Kilometern Piste. Alle drei Ferienorte sind autofrei: Die Fahrzeuge bleiben unten im Tal, die Gäste gelangen mit einer Großkabinenbahn auf den Berg. Pferdetaxis und Motorschlitten transportieren das Gepäck zu den Hotels.

INFO-KASTEN: Kanton Wallis

Schweiz Tourismus (Kostenlose Hotline: 00800/10 02 00 30, Internet: www.myswitzerland.com Bettmeralp Tourismus, CH-3992 Bettmeralp, Tel. von Deutschland: 0041/27/928 60 60, Fax: 0041/27/928 60 61
Internet: www.bettmeralp.ch
Riederalp Tourismus, CH-3987 Riederalp, Tel.: 0041/27/928 60 50, Fax: 0041/27/928 60 51
Internet: www.riederalp.ch

Die Bettmeralp ist besonders bei Familien beliebt. Hotels und Pensionen sind im traditionellen Chalet-Stil gehalten, eine strenge Bauordnung hat Bausünden weitgehend verhindert. Die hübsche Kapelle "Maria zum Schnee" am Dorfeingang dient oft als Fotomotiv, hat man doch von dort einen schönen Blick auf das Bergpanorama mit den Walliser Viertausendern Matterhorn, Weisshorn und Dom.

Blick frei auf 27 Milliarden Tonnen Eis

Eine Gondelbahn transportiert die Skifahrer zur Bergstation Bettmerhorn in 2643 Metern Höhe. Wer im ufoförmigen Bergrestaurant eine Pause einlegt, wird bei gutem Wetter mit einem grandiosen Blick auf den Aletschgletscher belohnt. Eine Skipiste führt sogar direkt an seinen Rand - Blick frei auf 27 Milliarden Tonnen Eis. Wie eine breite Autobahn schlängelt sich der Gletscher durch die Berge. "Noch heute kann ich mich kaum an ihm satt sehen", schwärmt Franz Mattig, der lange Zeit als Skilehrer gearbeitet hat und das Aletschgebiet gut kennt. "Doch leider verliert die Gletscherzunge jedes Jahr etwa 20 bis 30 Meter." Der Treibhauseffekt lässt sich hier exakt nachmessen.

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Vom Skiakrobaten zum Hotelier - Art Furrer hat auch mit 65 Jahren noch einige Tricks mit den "Brettln" drauf.

"Ruhe, Natur und gute Luft"

Nach dem Anblick des Naturwunders lässt es sich in der Furri-Hütte gut aufwärmen. Wer Glück hat, trifft den Besitzer der Berghütte persönlich an: Der 65-jährige Art Furrer gilt als Vater der Skiakrobatik. Im Alter von 22 Jahren ging er in die USA, wo er mit seinen Skitricks großen Erfolg hatte. Später kehrte er in seinen Heimatort zurück und investierte Geld in den Tourismus. Heute gehören ihm mehrere Hotels auf der Riederalp. "Ich bin davon überzeugt, dass die Touristen in Zukunft mehr Ruhe wollen", sagt Furrer. "Ruhe, Natur und gute Luft - das ist es, was Ferien in den Bergen bieten können."

Durch den Pulverschnee mit drei Huskies

Furrer sieht die Wiederentdeckung der Langsamkeit als Trend. Davon ist allerdings auf der nicht weit entfernten Fiescheralp nichts zu spüren. Touristen können hier rasant durch den Pulverschnee jagen - nicht aus eigener Kraft, sondern von drei Huskies gezogen. Etwas Mut gehört dazu, sich die Ski-Plaids - besonders kurze Ski - anzuschnallen und die Zugleine der Hunde um den Bauch zu binden. Wenn die Tiere merken, dass es gleich losgeht, jaulen sie laut, und auf Kommando rennen sie dann los. Es bleibt kaum Zeit, die erstaunten Gesichter der anderen Skifahrer wahrzunehmen, die dem Gespann nachschauen. Auch das ist ein famoses Schneegefühl - der anderen Art.

Daniela David, gms - Fotos: gms

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