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Wilhelmshaven meerumschlungen

Ein bisschen wie Miami

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Stadt am Meer - Wilhelmshaven liegt am Jadebusen und ist von drei Seiten vom Wasser umgegeben

Wilhelmshaven - Ein bisschen ist Wilhelmshaven wie Miami. Hier wie dort ist dem Festland eine schmale langgezogene Halbinsel vorgelagert. Hohe Häuser stehen direkt am Meer.

In Wilhelmshaven ist das zwar nicht der Atlantische Ozean, sondern der Jadebusen. Dafür haben die Balkons aber auch eine Sonnenlage - die Stadt, nahezu von drei Seiten vom Meer umfangen, hat den einzigen Südstrand an der deutschen Nordseeküste.

Lokalpatrioten wie der Moderator Reinhard Stein im niedersächsischen Heimatsender NDR1 nennen Wilhelmshaven sogar das Acapulco des Nordens. Denn durch die Nähe zur See scheint über der Stadt - fast - so häufig die Sonne wie in Mexiko, während sich über dem übrigen Norddeutschland die Wolken ballen.

Eine Stadt, die immer am Ende liegt

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GGewimmel am Wasser - im Sommer tobt an Wilhelmshavens Südstrand das Leben.

Ansonsten liegt Wilhelmshaven irgendwie immer am Ende, zumindest was die Verkehrsanbindung angeht. Die A 29 endet dort ebenso wie die Bundesstraße 69. Und mitten drin liegt der Sackbahnhof. Noch dazu verläuft die Nordwestbahn hinter Oldenburg stellenweise nur noch eingleisig. Zur Seeseite hin ist Wilhelmshaven Endpunkt einer Tiefwasserrinne, durch die aber selbst modernste Frachtschiffe Deutschland erreichen können. Der Gesamtumschlag des Hafens liegt bei rund 45 Millionen Tonnen jährlich, das meiste davon ist Rohöl.

Wo ein Windjammer überwintert

Die touristischen Attraktionen der Stadt sammeln sich am Südstrand: Restaurierte Hotelbauten aus den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, Yachthäfen, ein Seewasseraquarium, ein Marinemuseum und das Wattenmeerhaus sowie die Zentrale des Nationalparks Wattenmeer. Die Unterwasserwelt "Oceanis", der deutsche Beitrag zur Expo 1998 in Lissabon, hat ebenfalls am großen Hafen ihren endgültigen Platz gefunden. Zur Zeit überwintert an den Kaianlagen ein Windjammer: die "Towaritsch" aus der Ukraine.

Bis heute ist die Stadt vom preußischen Stil geprägt

Wilhelmshaven ist eine Stadt vom Reißbrett. Den Anstoß zu ihrem Bau mitten in einem Malaria verseuchten Gebiet am Jadebusen gab im 19. Jahrhundert der spätere Kaiser Wilhelm I.. Seegeltung für Preußen im Blick, brauchte er einen Kriegshafen an der Nordsee. 1869 wurde der Hafen von seinem Namensgeber eingeweiht. Und bis heute ist die Stadt vom preußischen Stil geprägt, aber mehr noch von der Marine, die mit ihrem Stützpunkt am Jadebusen ein wichtiger Arbeitgeber für die Stadt ist.

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Grüne Stadt Wilhelmshaven - auch in Zentrumsnähe bleibt Platz für die Natur.

Die Arbeitslosigkeit ist dennoch hoch in Wilhelmshaven. Sie lag im Januar 2002 mit 13,6 Prozent erheblich über dem Bundesdurchschnitt von 10,4 Prozent. Schon seit Jahrzehnten ziehen die jungen Leute gleich nach dem Schulabschluss fort. Eine Fachhochschule versucht, diesem Trend entgegen zu wirken. Doch die Überalterung der Bevölkerung ist unübersehbar. Gut 20 Prozent der 83 822 Einwohner sind mindestens 65 Jahre alt.

Duft von Kräutern und Brombeeren

Hervorstechendstes äußeres Merkmal der Stadt sind die großen Grünflächen. Selbst Industrieanlagen verschwinden auf riesigen Freiflächen. Straßen führen unweit der Innenstadt durch grüne Waldstriche. Große Parks kommen hinzu. Ein feiner Duft von Kräutern und Brombeeren liegt zuweilen über der ganzen Stadt. Und wer einsame Spaziergänge mit Blick auf das Farbenspiel von Licht und Wasser liebt, findet überall einen ruhigen Deichabschnitt. Denn bisher hat die Tourismusindustrie das schlummernde Potenzial Wilhelmshavens noch nicht entdeckt.

Katrin Börner, dpa

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