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Der Himmel über Worpswede

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Die Landschaft rund um Worpswede ist flach wie ein Teller. Felder und Äcker reichen bis zum Horizont. Die Landkarte zeigt ein Netz blauer Striche: Kanäle, mit denen im 18. Jahrhundert das Moor entwässert wurde. Manche Dörfer wirken noch heute fast so verschlafen wie damals, als Moorkommissar Jürgen Christian Findorff vom Kurfürsten in Hannover den Auftrag bekam, die triste Region zu besiedeln.

In Worpswede allerdings geht es inzwischen nicht mehr ganz so beschaulich zu: Die Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Osterholz gilt als Erholungsort und als Ziel für Kulturtouristen. Vor gut 120 Jahren war Worpswede selbst im benachbarten Bremen kaum bekannt. Das Kaff lag im Teufelsmoor - einer Region, die Jahrhunderte lang als unbewohnbar galt.

Die Bauernhäuser und Moorkaten übten allerdings auf einen kleinen Kreis von Künstlern eine enorme Faszination aus: In den 1890er Jahren kamen Fritz Mackensen, Hans am Ende und Otto Modersohn von der Landschaft des Teufelsmoors nicht mehr los. Bald folgten ihnen andere Maler, und um 1900 hatte Worpswede in der Welt der Kunst bereits einen klingenden Namen.

Wolkenflocken, an denen der Wind zerrt

"Warum bloß?", fragt sich heute mancher Besucher. Ein Blick in den Himmel über Worpswede kann bei der Antwortsuche helfen: Die Künstler damals hat er immer wieder in den Bann gezogen, viele Bilder widmen sich den bewegten Wolkenformationen über der norddeutschen Tiefebene - den Wolkenflocken, an denen der Wind zerrt, die zerrissen und dann wieder zusammengesetzt werden in immer neuen Variationen.

Mackensen und Co. waren aber auch von der übrigen Landschaft begeistert: Die Kanäle und Flüsschen wie die Hamme, die Torfkähne, die Windmühlen, die alten Bäume vor den Höfen, die Birken am Rand des Moors waren immer wieder Motive ihrer Bilder, die die Landschaft manchmal zur Idylle verklärten.

Liebe, Leid und Kunst im Teufelsmoor

Das Teufelsmoor machte von sich reden und zog immer mehr Künstler an, die in Worpswede wohnten, zusammen malten, dichteten - und manchmal auch heirateten. Drei Paare gaben sich 1901 das Jawort: Der Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler und seine Muse Martha Schröder, der Dichter Rainer Maria Rilke und die Künstlerin Clara Westhoff sowie der Maler Otto Modersohn und die kluge Paula Becker, die gleichfalls malte - jedoch interessanter, ungewöhnlicher und zukunftsweisender als alle ihrer männlichen Worpsweder Freunde.

Erinnerung an eine kluge Künstlerin: "Happy Birthday Paula" weiterblättern
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