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Winter im Yellowstone Nationalpark

Bisons und Geysire

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Yellowstone

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  • Die Nationalparks sind in den USA bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt. In jüngster Zeit war diese Zuneigung allerdings so stark, dass eine Überlastung durch die Millionen Besucher gefürchtet wurde, die mit Autos, Campingbussen und Zelten jeden Sommer in die Naturreservate strömen.

    Ob die Terroranschläge vom 11. September daran grundlegend etwas ändern, kann heute noch niemand sagen. Wer in den Parks die Einsamkeit sucht, kommt aber auf jeden Fall im Winter auf seine Kosten. Der Yellowstone Nationalpark im Nordwesten des Bundesstaates Wyoming in den Rocky Mountains etwa ist zu dieser Zeit ein unberührtes Naturparadies.

    Die Thermalquellen: Zum Baden zu heiß

    Während sich die Skiläufer im nahen Wintersportort Jackson Hole auf den Pisten drängeln, trifft man im Yellowstone Park kaum eine Menschenseele. "Am schönsten ist die Weihnachtszeit mit hohem Schnee und festlich geschmückten Lodges", sagt Nancy Procter vom Yellowstone Association Institut, das Kurse über die Fauna und Flora des Parks anbietet. Procter kennt den Park sehr gut und begleitet Naturfreunde auf Langlaufskiern und Schneeschuhen durch den Wald, zu abgelegenen Wolfsgehegen oder zum zuckerhut-förmigen Lone Star Geysir.

    Der 1872 als erster Naturschutzpark der USA gegründete Yellowstone Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von insgesamt 6400 Quadratkilometer. In dem hochalpinen Gebiet finden sich große Eisfelder, Gletscherseen und Berge von mehr als 3000 Metern Höhe. Als erster Trapper hatte Daniel Potts 1825 in der Gegend sein Camp aufgeschlagen. Er schrieb begeisterte Berichte, die bald darauf in Philadelphia veröffentlicht wurden. Potts schwärmte von hohen Bergen, Grizzlybären, Wölfen, Wild, warmen Bächen und heißen Quellen. Nancy Procter warnt jedoch vor dem Baden, denn die Thermalquellen sind gefährlich. Das haben auch einige unvorsichtige Besucher herausgefunden, die sich im kochend heißen Wasser verbrüht haben.

    Alle 80 Minuten eine Wasser- und Dampffontäne

    Skiurlauber, die in Jackson Hole die Festtage am Jahresende verbringen, machen oft mehrtägige Abstecher in den Nationalpark, der im Winter für den Autoverkehr gesperrt ist. Besucher müssen daher am Südeingang auf den Snow Coach umsteigen. Das mit Kufen und Raupen ausgestattete Fahrzeug passiert die verschneiten Hochgebirgsstraßen ohne Probleme und bringt die Fahrgäste zu Sehenswürdigkeiten und zur kürzlich fertig gestellten Snow Lodge. Es gibt zwar im Park acht Hotels, doch im Winter sind nur die Snow und Mammoth Lodge geöffnet.

    Von der Snow Lodge bis zum Old Faithful Geyser, einer der Attraktionen des Parks, ist es nur ein kurzer Fußweg. Seinem Namen getreu schießt der Geysir etwa alle 80 Minuten eine Wasser- und Dampffontäne in den blauen Himmel. Die Mammoth Lodge befindet sich in unmittelbarer Nähe der Mammoth Hot Springs im nördlichen Teil des Nationalparks. Von Old Faithful oder den Thermalwasserbecken der Mammoth Hot Springs aus sind andere Geysire wie Fountain Paint Pot und der Steamboat Geyser in Tagestouren zu erreichen.

    Zottelige Bisons stoppen Schneemobile

    Während viele Besucher die Rundfahrt im Snow Coach machen, düsen andere auf Schneemobilen die verschneiten Bergstraßen entlang und hinterlassen dabei tiefe Schneefurchen, die täglich planiert werden müssen. In den vergangenen Jahren zählten die Park Rangers bis zu 150 000 Schneemobile pro Winter im Naturschutzpark. Allein durch den Westeingang des Parks, wo ein Großteil der Bevölkerung lebt, kommen oftmals 1000 Schneemobile pro Tag. Zum Schutz von Natur und Wild sollen sie vom Jahr 2004 an jedoch ganz aus dem Park verbannt werden.

    Der Winterverkehr scheint die Wildtiere nicht zu stark zu stören. Wenn die riesigen, zotteligen Bisons, auch Buffalos genannt, auf der Suche nach Futter gemächlich die Straßen überqueren, stoppt jeglicher Verkehr. Nur die Touristen pirschen sich trotz aller Warnungen mit gezückter Kamera soweit wie möglich an die Tiere heran.

    Nur mit dem Feldstecher sichtbar: Die Wölfe halten Abstand

    INFO-KASTEN: Yellowstone

    Fremdenverkehrsamt Wyoming, c/o Wiechmann Tourism Service, Scheidswaldstraße 73, 60385 Frankfurt/Main, Tel.: 069/405 95 73, Fax: 069/43 96 31,
    Internet: www.wiechmann.de

    Bei Temperaturen unter dem Nullpunkt sieht man die Bisons oft in der Nähe von Geysiren und heißen Quellen. Die aufgetauten, schneefreien Stellen erleichtern das Grasen, und der aufgeheizte Schlamm bietet Wärme. Wie die Naturkundlerin Keri Thorpe erklärt, schaufeln die Bisons an anderen Stellen mit ihrem massigen Kopf den Tiefschnee fort, um an das darunter liegende Gras zu kommen.

    Von der Straße aus sind Hirsche und Kojoten zu sehen, die sich witternd nach den Menschen umdrehen. Die scheuen Wölfe lassen sich dagegen meist nur mit Hilfe eines Fernrohrs entdecken. Vor 100 Jahren waren die Wölfe noch das wichtigste Raubtier im Park. Farmer aus der Nachbarschaft rotteten die Tiere aus Angst um ihre Rinderherden dann aus. 1995 führte der Nationalpark-Service trotz starker Proteste der Ranchbesitzer 30 Wölfe aus Kanada wieder ein. Heute liegt der Bestand bei etwa 140 Tieren. Im Lamar Tal, wo das größte Rudel von 36 Wölfen lebt, trotzen schon frühmorgens kleine, mit Feldstechern ausgerüstete Gruppen der Kälte, um einen Blick auf die Tiere zu erhaschen. Völlig menschenleer ist Yellowstone also auch im Winter nicht.

    Frauke de Looper, gms - Fotos: gms

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