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Zum Skiurlaub nach Zermatt:

Und ewig glüht das Matterhorn

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Zermatt

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  • Zermatt - Da ist er, der magische Moment am Matterhorn: Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Bergspitze in ein glühendes Rot. Ganz langsam färben sie den 4478 Meter hohen Berg von oben nach unten ein. Im Winter reicht es aus, sich in Zermatt einen erhöhten Platz auf den steilen Straßen des Skiortes oder am Ufer der Mattervispa zu suchen, die Augen offen und die Kamera bereit zu halten - und um kurz nach 7.30 Uhr beginnt das Matterhorn zu glühen.

    Um diese Zeit ist in Zermatt wenig Betrieb. Hin und wieder flitzt ein Elektrowagen vorbei, der die Koffer neuer Hotelgäste anliefert. Zermatt ist autofrei und bildet mit acht anderen Skigemeinden die Kooperation "Gemeinschaft autofreier Schweizer Tourismusorte". Von 8.30 Uhr an aber füllen sich die Gassen mit Wintersportlern. Für die Schönheit des Bergortes mit seinen kleinen, holzverkleideten Häusern hat keiner von ihnen Augen. Die Lemminge in schwerem Schuhwerk, Ski oder Snowboards auf der Schulter, streben zur Talstation der Lifte.

    Wintersportler können in Zermatt unter drei abwechslungsreichen Skiregionen mit 250 markierten Pistenkilometern wählen: Klein Matterhorn, Gornergrat und Rothorn. Der Skipass gilt für alle, auch Abstecher ins benachbarte Cervinia nach Italien sind damit möglich. Dem Matterhorn am nächsten liegt das Dreieck Schwarzsee - Trockener Steg - Klein Matterhorn. Fast 45 Minuten brauchen die Gondeln bis auf 3885 Meter über Seehöhe. Wer dort oben ankommt, dem verschlägt die dünne Luft zunächst den Atem. Akklimatisieren heißt nun die Devise - etwa auf der Aussichtsplattform, wo das Panorama die unterversorgten Blutkörperchen vergessen lässt. Der Blick schweift vorbei am Matterhorn, an mehr als 20 anderen Viertausendern und 14 Gletschern.

    Kein Gedränge, kein Geschiebe

    Dann geht es auf die Piste. Die breiten Abfahrten bieten außerhalb der Hochsaison Platz für alle: Kein Gedränge, kein Geschiebe, sondern Ski- oder Snowboardfahren im gewünschten Tempo. Doch nicht nur Skifahrer kommen in Zermatt auf ihre Kosten - es gibt auch eine Snowtubing-Strecke. In einem kleinen Gummiboot, dem "Tube", geht es eine schmale Rodelpiste hinab. Immer im Kreis dreht sich das runde Etwas, dessen Miete drei Franken (2,04 Euro) für 30 Minuten kostet.

    Aus den Schneewällen neben der Snowtubing-Bahn lugen lange blaue Schläuche heraus. Sie gehören zu den Beschneiungsanlagen, ohne die das Skifahren unterhalb von 3000 Metern rund um Zermatt in diesem Winter nicht möglich wäre. Viel zu wenig Schnee ist gefallen. Doch nur Pistenprofis merken am etwas anderen Fahrvergnügen, dass es sich um Kunstschnee handelt. Auch im Skigebiet Gornergrat-Stockhorn wird fast nur auf Kunstschnee gefahren. Eine Zahnradbahn - in den alten Zügen gibt es noch Holzsitze, in den neuen Wagen dagegen Stationsansagen auf Japanisch - führt hinein in diese Region auf eine Höhe von 3090 Meter, die den Himmel greifbar nah erscheinen lässt.

    Gratis-Blick auf das Matterhorn und den bequemen "Zauberteppich"

    INFO-KASTEN: Zermatt

    In Deutschland erteilt Schweiz Tourismus Auskünfte über Zermatt (kostenlose Hotline: 00800/10 02 00 30)
    Internet: www.myswitzerland.com
    Weitere Informationen gibt es beim Tourismusbüro Zermatt, Bahnhofsplatz, CH-3920 Zermatt (Tel. von Deutschland: 0041/27/966 81 03).

    Das dritte Skigebiet unter dem Matterhorn ist interessant vor allem für Skianfänger. Mit der "Alpen-Metro" geht es auf Zahnrädern durchs Gebirge zum "Idiotenhügel" im Gebiet "Sunnegga - Blauherd - Rothorn". Ski-Neulinge genießen den Gratis-Blick auf das Matterhorn und den bequemen "Zauberteppich", der sie wie von Geisterhand den Hügel hinaufzieht. Ganz billig ist das Anfänger-Dasein nicht: Eine Doppelstunde Privat-Skiunterricht kostet 102 Euro (199,50 Mark).

    Ansonsten ist Skiurlaub in Zermatt, dem der Ruf eines "Luxusziels" für Prominente vorauseilt, durchaus bezahlbar. Die Getränke in den Skihütten sind erschwinglich, und die Speisen in den Restaurants bewegen sich in den Preiskategorien deutscher Großstädte.

    Snowboard-Szene im "Papperla Pub"

    Wenn am Nachmittag die Kräfte zum Skifahren nachlassen, wird es Zeit zum Après-Ski. Da die letzte Bahn von den Skigebieten Sunnegga und Kleines Matterhorn schon gegen 16.30 Uhr fährt, geht es zur Après-Sause hinunter ins Tal. Ein beliebter Treffpunkt ist die Schlittschuhbahn. Während die Kleinen her ihre Runden auf dem Eis zählen oder einen kleinen Schneeberg hinunterrodeln, sitzen die Erwachsenen gemütlich mit einem Aperó - meist einem Weißwein - auf der Terrasse und blinzeln versonnen in die untergehende Sonne.

    Mit der Dunkelheit bricht dann die Zeit für den "Papperla Pub" an. Ganz im "Anton-aus-Tirol-Stil" dröhnt und schallt es aus dem Eckhaus. Hier trifft sich vor allem junges Publikum, denn in der Snowboard-Szene ist der Walliser Bergort derzeit angesagt. Außerhalb der schalldichten Mauern ist es ruhig, fast still. Die Straßen sind jetzt für Fußgänger und Radfahrer freigegeben, denn die Elektrokarren haben alle Koffer abgeliefert. Nun ist Zermatt schön und beschaulich wie eine Puppenstube. Das Matterhorn ist in der Dunkelheit lediglich in klaren Vollmondnächten zu sehen. Doch schon nach wenigen Stunden, am folgenden Tag, beginnt es wieder zu glühen.

    Sylvia Raschke, dpa

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