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Sommerskilauf und Bergwanderungen locken

Qual der Wahl im Zillertal

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Tux - Wenn der Berg ruft, haben Sommerurlauber im Zillertal die Qual der Wahl. Völlig unterschiedliche Aktivitäten hat das mehr als acht Kilometer lange Hochtal südöstlich von Innsbruck in Tirol zu bieten: Der Olperer, die höchste Erhebung des Tuxer Hauptkammes am Ende des Tals, steigt bis auf eine Höhe von 3476 Metern an, auch die Gipfel der Gefrorenen Wandspitze und des Rifflers erreichen mehr als 3000 Meter.

Doch während Wanderer in Kniehosen und Bergstiefeln die Hänge hinaufkraxeln, schweben auch Skifahrer und Snowboarder mit der Seilbahn hinauf zum Hintertuxer Gletscher, um ihrem Hobby zu frönen. Die Älteren unter den Einheimischen schütteln zwar oft die Köpfe über die "spinnerten" Touristen, die selbst im Hochsommer nicht auf die Brettln verzichten wollen, wo es dann doch im Tal mit seinen duftenden Blumenwiesen und murmelnden Bächen so schön ist. Aber der Gletscher gibt der Gemeinde ein sicheres Einkommen. Aus aller Welt kommen die Skifans und häufig auch Nationalmannschaften, die im ewigen Schnee für große Wettkämpfe im folgenden Winter trainieren.

Ausgelassene Stimmung über tosendem Wildwasser

Der Tuxer Gletscher, ein Relikt aus der Eiszeit, befindet sich auf dem Rückzug: Im frühen 19. Jahrhundert reichte er noch ein gutes Stück tiefer ins Tal und bedeckte auch die heute saftig grünen Weiden der Sommerbergalm. Doch Skifans brauchen keine Angst zu haben, beruhigt der Bergführer und Skilehrer Roman Erler während einer Wanderung durch die hochalpine Landschaft: Der Gletscher werde noch vielen Generationen von Wintersportlern erhalten bleiben.

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Die Wanderung führt in die romantische Tuxer Schlucht, wo eine ausgelassene Stimmung herrscht: Eine Gruppe junger Leute hat sich zum so genannten Canyoning zusammengefunden. Aus Sicherheitsgründen wird der Abstieg zunächst an Bäumen geprobt. Dann seilt sich einer nach dem anderen sich ab und schwebt über dem tosenden Wildwasser, bevor er sanft zu Boden gleitet.

Ob Paragliding, Klettern im Eis, Trekking oder schlichtes Wandern: Bergfreunde können im Zillertal unter ganz verschiedenen Sportarten wählen. Die mit Abstand schönste und erholsamste Betätigung ist eine Hüttenwanderung. Dazu gehört eine solide Ausrüstung: Hohe Stiefel und Sonnenschutzcreme mit Lichtschutzfaktor 20 sind unerlässlich, die Mitnahme von zwei Bergstöcken ist erwünscht. Auch Gletscherbrille und Hut sollten nicht vergessen werden, denn die Sonnenbestrahlung ist im Hochgebirge auch bei bedecktem Himmel intensiv.

Badehose und Bikini oder Schneeanzug

Ein schönes Ziel für so eine Tour ist das Spannagelhaus unterhalb des Gletschers in 2531 Metern Höhe. Die erste Etappe in den Urwald oberhalb der Höllensteinhütte kann dabei ohne große Mühe zurückgelegt werden: Unberührte Natur, wohin man blickt. Hier vermodern vom Blitz gefällte Bäume, die den Waldboden mit Humus versorgen, und eine nahezu einzigartige Flora gedeiht an den steinigen Hängen: Habichtskraut, Thymian, Bergschnittlauch und sogar Edelweiß.

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Der Weg führt weiter über Wiesen und Geröll und an Wasserfällen vorbei bis zum Gletscherbus, einer Seilbahn, in der die Fahrgäste wie auf Wolken schweben. Die Welt des Gletschers ist im Sommer ein wahrer Mikrokosmos: Die einen wedeln in bunten Schneeanzügen, während andere in Badehose und Bikini vor dem Tuxer-Ferner-Haus sitzen, sich von der Sonne bescheinen lassen und ihre Jause genießen.

Der Abstieg zum Spannagelhaus ist etwas beschwerlich: Der Pfad führt steil hinab über Stock und Stein und durch Schneefelder. Doch endlich ist die Hütte mit 20 Betten und 30 Matratzenlagern erreicht. Die Unterkünfte sind einfach, aber sauber, und die Gaststube mit der Holztäfelung ist ebenso urig wie ihr Wirt Sepp, der die Wanderer mit deftigen Tiroler Gerichten verwöhnt. Sein Stolz ist die Höhle unter der Hütte, die nur mit Helm und Plastikjacke begangen werden kann - und die nichts für Menschen mit Platzangst ist. Die Gänge sind zum Teil so eng, dass man sich seitwärts hindurchzwängen muss.

Den Abend läuten Kuhglocken ein

Abends sitzen die Wanderer vor der Hütte an rohen Holztischen bei einem Bier und genießen die Stille der Berge. Ab und zu trägt der Wind das leise Geläut von Kuhglocken von einer der tiefer gelegenen Almen herauf. Und wenn schließlich die Sonne die gegenüber liegenden Bergspitzen in purpurnes Rot taucht, meint wohl jeder in der Gruppe, noch nie ein so faszinierendes Naturschauspiel gesehen zu haben.

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Am folgenden Morgen klingelt der Wecker schon sehr früh - es ist noch schummerig, als die Wanderer sich vor dem Aufbruch zu Kaffee, körnigem Brot und in Speck gebratenen Eiern niederlassen. Wer zeitig in die Berge geht, trifft gelegentlich auf ein Rudel äsender Gemsen. Da heißt es mucksmäuschenstill sein, um die scheuen Tiere nicht zu vertreiben. Bald vergolden die ersten Sonnenstrahlen den Horizont, während die Wanderer bereits ihre Rucksäcke für den Abstieg schnüren. Und über Tux im Tal erwacht wieder ein herrlicher Tag.

Informationen: Tourismusverband Tux, Lanersbach 472, A-6293 Tux (Tel. von Deutschland: 0043/5287/85 06, Fax: 0043/5287/85 08, Internet: www.tux.at

Uta Buhr, gms - Fotos: gms

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