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Frankreich trauert um Filmemacher Eric Rohmer

Paris Frankreich hat mit dem Tod Eric Rohmers nicht nur einen seiner eigenwilligsten und poetischsten Filmemacher verloren.

Der Cineast hat auch einige der größten Schauspieler Frankreichs entdeckt.

«Er war ein Meister. Er hatte eine einzigartige Begabung, Menschen zu beobachten», sagte Arielle Dombasle, die in dem Rohmer-Film «Pauline am Strand» gespielt hat. Auch Fabrice Lucchini verdankt dem Mitbegründer der «Nouvelle Vague» (Neue Welle) seine Karriere. «Er hat mir die Liebe zum Schauspiel und zum Wort vermittelt», erklärte der Bühnenstar. Alle großen Medien des Landes widmeten dem am Montag im Alter von 89 Jahren gestorbenen Filmemacher am Dienstag Sonderseiten und Sondersendungen.  

Rohmer habe als Cineast des Intimen und Unaussprechlichen die Qualen der Verliebtheit erforscht, die Kraft des Unvorhersehbaren sowie die Hartnäckigkeit und Unabwendbarkeit der Leidenschaft, schrieb das nationale Filmzentrum CNC. Als «Ästhet der Gefühle» und «Moralist der Siebten Kunst» bezeichnete der «Figaro» den Regisseur. «Einen der größten französischen Cineasten» nannte ihn «Libération», einen «zurückhaltenden Giganten» der «Parisien».

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatte den Filmemacher, der eigentlich Maurice Henri Joseph Schérer hieß, bereits am Montagabend gewürdigt. Mit Rohmer sei ein klassischer und romantischer, kluger und bilderstürmerischer Filmemacher gegangen. «Er hat den Stil Rohmerien begründet, der ihn überdauern wird», hieß es in der Pressemitteilung des Präsidenten weiter.    

Der Filmemacher wurde am 21. März in Tulle im Zentralmassiv geboren. Er war ursprünglich Literaturprofessor, was sich in seinem kinematografischen Werk niederschlägt. Wie bei keinem anderen Regisseur spielten in seinen Filmen die Sprache, die Poesie eine wichtige Rolle. «Er hat die französische Sprache gepflegt und wieder zurück ins Kino gebracht», erklärte der Direktor der französischen Cinémathèque, Serge Toubiana.

Rohmer war nicht mondän und scheute den Glamour. Er folgte keinen Trends, sondern nur seinen eigenen Vorstellungen und Ideen. «Er war ein unabhängiger Filmemacher. Er wusste große Filme mit kleinen Budgets zu drehen», erzählte der künstlerischen Leiter des Filmfestivals von Cannes, Thierry Frémaux.

In seiner rund 60-jährigen Karriere schuf Rohmer mehr als zwei Dutzend Filmen. Als eines seiner besten Werke gilt «Meine Nacht bei Maud» («Ma nuit chez Maud») mit Jean-Louis Trintignant aus dem Jahr 1969. Seinen letzten Film «Les amours d'Astrée et de Céladon» (etwa: Die Liebesgeschichten von Astrée und Céladon) hatte Rohmer vor gut zwei Jahren gedreht.

dpa-infocom