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Christoph Waltz - Spezialist für das «Verkorkste»

Hamburg Er hat es geschafft: Nach etlichen Preisen in Deutschland und Europa ist Christoph Waltz mit einem Golden Globe in die Riege der internationalen Schauspielstars katapultiert worden.

Bereits beim Festival in Cannes war der vielsprachige Österreicher für seine Rolle eines charmant-zynischen SS-Offiziers in Quentin Tarantinos «Inglourious Basterds» gefeiert und ausgezeichnet worden. Für das amerikanische Festivalpublikum war seine charismatische Leistung im vorigen Mai noch eine echte Überraschung. Doch im deutschsprachigen Raum gilt Waltz seit langem als erste Wahl für schillernde, zwiespältige Charaktere.

Er hat den alkoholkranken Schlagerstar Roy Black gespielt («Du bist nicht allein») und wurde dafür mit vielen Fernsehpreisen geehrt. Er brillierte als Amokläufer von Euskirchen («Tag der Abrechnung») oder mimte den eiskalten Entführer des Industriellensohns Richard Oetker («Tanz mit dem Teufel»).

«Gucken Sie sich meine Visage an», sagte Waltz einmal in einem Interview. «Würden Sie mich für einen Otto-Normal-Verbraucher besetzen?». Über seine Rollenauswahl sagt der 1956 in Wien geborene Spross einer Künstlerfamilie: «Das ist auch das Reizvolle in unserem Beruf. Man kann das Verkorkste, das Versteckte, was in jedem von uns begraben ist, je nach Bedürfnis und Rolle herauskitzeln.»

Seit Mitte der 1970er Jahre steht der Sohn eines Kostümbildners auf der Bühne, arbeitete in Wien, Hamburg oder Zürich mit Regisseuren wie August Everding, Jürgen Flimm und Thomas Langhoff zusammen. Seine Film- und Fernsehkarriere begann Anfang der 80er Jahre.

Das Drehen mit Quentin Tarantino für «Inglourious Basterds» sei für ihn ein «Naturereignis» gewesen, sagt Waltz. Er wünsche sich nun dringend eine Wiederholung dieser Erfahrung: «So stelle ich mir eine Sucht vor.»

Waltz, der häufig mit dem Kulturbetrieb hadert, lebt wegen des «feinen britischen Humors» seit vielen Jahren in London. Seine Ehe mit einer amerikanischen Psychotherapeutin, die er bei seiner Ausbildung am legendären Institut von Lee Strasberg in New York kennengelernt hatte, ist mittlerweile geschieden. Seine neue Lebensgefährtin, eine Kostümbildnerin, lebt in Berlin. Eine Rückkehr nach Deutschland steht für ihn vorerst dennoch nicht zur Debatte.

dpa-infocom