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Musik

Modern Talking kamen vor 25 Jahren in die Charts

Hamburg Für Parodien perfekt geeignet: Ein 21-Jähriger mit langen dunklen Haaren und goldener «Nora»-Kette, im Hintergrund ein blonder Hampelmann mit Gitarre oder Umhänge-Keyboard, Anfang dreißig - theatralische Gesten, leicht zugängliche Melodien und einfache Texte.

Das Pop-Duo Modern Talking war Mitte der 80er Jahre ein Phänomen. Geliebt und gehasst, die Musik-Fans waren gespalten. Vor genau 25 Jahren stieg das Duo in den deutschen Charts ein. Eine Erfolgsgeschichte begann. Weltweit sind bis heute mehr als 120 Millionen Tonträger verkauft worden. Noch immer sind Thomas Anders und Dieter Bohlen in den Medien präsent, auch wenn jeder sein eigenes Ding macht.

Gegründet im Jahr zuvor, kamen Modern Talking am 21. Januar 1985 mit dem Lied «You're My Heart, You're My Soul» in die deutsche Hitparade. Einige Wochen zuvor hatten sich Jugendliche noch für die ZDF-Weihnachtsserie «Patrik Pacard» mit dem Teenager Hendrik Martz begeistert, jetzt kauften viele von ihnen die Platten des braun-gebrannten, aber sonst sehr ungleichen Duos Modern Talking.

Der Eintritt in die Verkaufscharts war zunächst unspektakulär auf Platz 38, wie es in Baden-Baden beim Marktforschungsunternehmen media control heißt. Eine Woche später Sprung auf Platz neun, dann zwei Wochen Rang vier, zwei Wochen Platz zwei und am 4. März schließlich erreichte «You're My Heart, You're My Soul» Platz eins. Dort hielt sich das Lied, das später unter anderem auf Deutsch von Mary Roos («Ich bin stark nur mit dir») gecovert wurde, sechs Wochen. Auch in der Schweiz und in Österreich erreichte das Liedchen die Spitzenposition. Andere Hits wie «Cheri Cheri Lady» oder «Brother Louie» in den Jahren bis 1987 platzierten sich auch in anderen europäischen Ländern und sogar in Japan oder Südafrika.

Ein Alptraum für Fans war 1987 die Auflösung von Modern Talking. Andere empfanden sie als Erlösung. Der junge Thomas Anders stand - so wurde es wieder und wieder kolportiert - unter der Fuchtel seiner Frau Nora. Die goldene Kette mit ihrem Namen war ein omnipräsenter Liebesbeweis auf tausenden Fotos. Bohlen - der Komponist und eigentliche Kopf des Duos, auch wenn er sich damals öffentlich noch sehr im Hintergrund hielt - mochte Nora gar nicht. Sie soll sich in vieles eingemischt haben und ging ihm kräftig auf die Nerven, so sehr, dass das Duo daran zerbrach.

Überraschend, und noch einmal genauso erfolgreich wie die ersten drei Jahre, war das Modern-Talking-Comeback zwischen 1998 und 2003. Inzwischen war Bohlen, unter anderem nach vierwöchiger Ehe mit Verona Feldbusch (heute Pooth) 1996 und anderen Frauengeschichten (zum Beispiel Ex-Freundin Nadja «Naddel» Abd El Farrag), zum Medien-Star und zur nimmermüden Ein-Mann-Show geworden.

Seit 2002 ist der Mann , der mit Ohrwürmern auch jenseits von Modern Talking einige Dutzend Millionen Platten verkaufte und sich selbst gerne «Pop-Titan» nennt, der Haupt-Juror der RTL-Castingshow «Deutschland sucht den Superstar». Millionen ergötzen sich an den «Hammersprüchen» des vierfachen Vaters. Daneben machte er Schlagzeilen mit den reißerischen Büchern «Nichts als die Wahrheit» und «Hinter den Kulissen», die er zusammen mit der Journalistin Katja Kessler verfasste.

Thomas Anders ist der weit stillere Star. 2006 war er zum Beispiel einer der drei Teilnehmer der deutschen Qualifikation zum Eurovision Song Contest. Er scheiterte an der Country-Band Texas Lightning. Zurzeit setzt er sehr auf seine Popularität in Russland, die er vor allem Modern Talking verdankt. Dort ist eine Castingshow in Planung und ein neues Album namens «Strong», das im Februar erscheinen soll. Von Gregor Tholl, dpa

dpa-infocom